Kolumne

Rückblick 2017: Was sich im Bereich Bloggen alles verändert hat

20. Dezember 2017 • 9 Kommentare

2017 ist das Bloggerjahr, das mir viele Gedanken und viele schlaflose Nächte bereitet hat. Aber es ist ein wichtiges Jahr für das Bloggen gewesen, durchwachsen, aber vor allem bin ich an meinen Aufgaben gewachsen.

Die Bloggerszene hat sich verändert.

 

Ich bin Bloggerin, das ist mein Job. Und im Jahr 2017 habe ich begonnen diesen Job genau so wahrzunehmen. Es gibt Richtlinien und Regeln die ich mir aufstelle oder die ich mit Partnern erarbeite. Ich liebe meine Job und ich weiß, dass er nur dann zu dem wird was ich mir wünsche, wenn ich kontinuierlich an meinem Traum arbeite. Dieses Jahr war das Jahr des Erwachsenwerdens- Für mich, für die Szene für das Bloggen. Auch wenn wir jetzt merken, dass es ein Job ist wie jeder andere, haben wir endlich die Möglichkeit offen über diese Entwicklung zu reden. Über Werbung, Geld verdienen, sich treu bleiben und auch neue Wege gehen mit Followern und festen Lesern. Es ist eine Entwicklung die ich begrüße.

Ich habe euch meine fünf persönlichen Gedanken in diesen Post gepackt, die mir am Ende des Jahres 2017 als sehr erwähnenswert erscheinen. Es geht um Themen die wir angehen können, die wir ändern müssen und die sich 2018 in diesem Business bewähren werden.

 

Konkurrenz

Manchmal können wir wohl nicht so ganz glauben, dass wir auch in diesem Bereich erwachsen werden. Da ist auf einmal Konkurrenz, eine Bildplattform die mit dem Blog gleichgestellt wird, oder eine Kollegin bekommt mehr Zuspruch? Ja, die Konkurrenz ist in diesem Jahr unglaublich stark geworden. All ihr Schaffenden dort draußen, ihr macht eure Sache gut und das auf eure ganz eigene Weise. Auch wenn ich manche Sachen nicht so umsetzen würde, würde ich es nicht verurteilen, mich über euch stellen oder euch abwerten. Ein Problem, das 2018 endlich einmal aufgehoben werden könnte. Ein Szene die sich selbst zersetzt und sich selbst an den Pranger stellt wie zu Schulhofzeiten muss unbedingt erwachsen werden. Sie muss nach der angebrachten Kritik auch Lösungen vorschlagen und selbst neue Wege gehen. Was mich stört muss ich zuerst bei mir ändern, das nehme ich mir für 2018 vor. Und ich hoffe andere Kollegen schaffen auch den Absprung vom ewigen Damals zu schwärmen und dabei das Heute zu verteufeln. Dazu gehört es vor allem, andere Wege und Einstellungen zum Job zu akzeptieren. Ob rosa Himmel oder graue Hintergründe, ob kurze Texte oder tiefsinnige Emotionen:

Es ist für alle etwas da.

Es ist in Ordnung mit dem Bloggen Geld zu verdienen; es zu wollen oder es zu lassen. Untereinander wünsche ich mir mehr Ehrlichkeit, weniger Seitenhiebe und mehr Support. Das fällt uns schwer und das müssten wir schon viel länger anders angehen. Ich als Leserin finde es ungemein nervig, wenn Frauen es immer noch nicht verstanden haben ihr Business im Griff zu haben und andere Frauen dafür öffentlich anzugehen. Es ist an der Zeit, sich auch erwachsen zu verhalten.

Authentizität

Das Wort des Jahres, das mich nur noch zusammenzucken lässt. Was am Ende echt ist und zu einem Menschen passt, weiß nur jeder Mensch für sich allein. Vielleicht ist das ein Nebenprodukt der größeren Konkurrenz. Irgendwie müssen wir uns doch voneinander unterscheiden, und wenn schon nicht im Feed oder Blog, dann muss man echter sein. Wie wir das festlegen und wer es am Ende nicht ist, macht für mich keinen Sinn und hat keine Bedeutung. 2018 wird ein Jahr, in dem ich alle so annehme wie sie sich gern sehen wollen. Fragen sie nach meiner Meinung äußere ich mich, aber ich will die Echtheit niemandem absprechen, wer bin ich denn eigentlich? Wer sind die anderen, die es jedem absprechen der ihnen nicht in den Kram passt? Es muss Vielfalt, eine Masse und kleine Nischen geben. Alles bedingt sich, berührt sich und ergibt die Auswahl, die wir haben. Wir müssten nur selbst wieder genauer hinsehen. Ich kann eine Vielzahl von Unterschieden und echten Menschen erkennen, man muss es nur zu lassen und endlich aufhören Schubladen zu finden um sie mit alledem zu befüllen, was wir eigentlich ablegen wollten.

Schnelllebigkeit

Ein Text wird kaum noch gelesen und ein Bild ist erfolgreicher als jedes gute scharfsinnige Wort. Für ein paar Monate hat sich dieses unangenehme Gefühl in mir breit gemacht, dass die Zeit der Blogs vorbei sei. Eine App und ein sehr junges Publikum haben Strukturen, die sich gerade erst aufgebaut hatten, wieder verschoben. Das macht mir immer noch Angst und es überfordert mich immer wieder, aber es fordert mich auch. Es zeigt mir selbst was ich leisten kann und was ich bereit bin mitzumachen. Diese Schnelllebigkiet verrät mir aber auch, dass ich in mich und mein Können noch mehr vertrauen darf. Alles ändert sich, die Welt dreht sich, aber ich kann für mich das Tempo bestimmen.

Persönlichkeit

Wer bin ich? Bin ich interessant genug für andere, mit meinen Texten und Bildern? Wie wirke ich auf andere, was muss ich tun um im Gespräch zu bleiben? Bin ich noch gefragt als Bloggerin? Akzeptieren und schätzen mich andere für meine Arbeit? Es sind Fragen die einen erdrücken und einen dazu zwingen können, sich zu verlieren und ständig zu vergleichen. Erst jetzt, am Ende des Jahres, fällt mir dazu eine Antwort ein, die ich sehr passend finde: Es ist egal. Es ist egal wenn andere es für unecht, langweilig oder uninteressant halten. Es muss mir egal sein, denn ich bin nicht hier um anderen zu gefallen, sondern um aus mir den bestmöglichsten Menschen und Blogger zu machen. Ob dabei Fehler passieren? Ja aber hallo! Ob ich manchmal zu viel will und zu wenig erreiche? Auf jeden Fall. Aber was ihr hier lest und seht bin ich. Wem es nicht gefällt, der hat alles Recht der Welt mich nicht zu mögen. Er kann das auch sagen, muss aber auch damit rechnen, dass es mir egal ist. Dieses Recht habe ich wiederum.

Sich treu bleiben und dafür kämpfen

Bei sich bleiben, für Dinge einstehen, kämpfen. Dieses Jahr war ich wie nie zuvor in so vielen intensiven Gesprächen und habe beraten, um Dinge nach bestem Gewissen umsetzen zu können. Zum ersten Mal habe ich gemerkt, dass wir als Blogger auch die Pflicht haben uns treu zu bleiben und offen mit Partnern und Kollegen umzugehen. Die Arbeit zu professionalisieren und gemeinsam einen Berufszweig aufzubauen. Das Bloggen ist nicht mehr neu, es ist aber jetzt an dem Punkt, an dem es das Mädchenzimmer verlassen, die Teenagerzeit gerade hinter sich hat und endlich erwachsen durch die Welt gehen könnte.

Das Schöne an dieser Entwicklung ist, wir alle können den Beruf Blogger/in  formen, mit unseren Gedanken und Erfahrungen. Dieses Jahr war mein Diskussionsjahr. Mein Jahr mit intensiven Telefongesprächen langen E-Mail Korrespondenzen, um Projekte viel persönlicher und individueller umzusetzen. Teilweise ist mir das auch schon gelungen und ich will diese Art des Bloggens auch  im nächsten Jahr so fortsetzen. Ich kann euch sagen es klappt, man muss nur dran bleiben und nicht jedes Nein als eine endgültige Entscheidung hinnehmen.

Was ich gelernt habe: Offenheit ist unbezahlbar und Rückschläge gehören zum Bloggen immer wieder dazu. Umso besser fühlen sich die Erfolge an. Ein so junges Business darf sich ausprobieren, Fehler machen und daraus lernen.

Kommentare

9 Kommentare zu “Rückblick 2017: Was sich im Bereich Bloggen alles verändert hat”
  1. Ich kann jeden Punkt von dir nur unterschreiben. Zudem denke ich, dass wenn es wirklich mal den großen Knall gibt und einige Social Media Plattformen eingestampft werden (was ich aber niemandem wünschen würde), hätten all diejenigen mit einem eigenen Blog nicht von heute auf morgen das Problem, dass das Business „weg“ wäre. Alles nicht so einfach in der heutigen Zeit, weswegen ich es auch ein wenig gewagt finde, wenn sich manche nur auf eine einzige Plattform versteifen…

    LG

  2. Ann-Vivien sagt:

    Sehr viele wahre Worte die ich so nur unterschreiben kann! 🙂

    xx
    Ann-Vivien von http://www.annvivien.blog

  3. Lisa sagt:

    Liebe Francis,

    ich lese deinen Blog noch nicht lange, aber für mich gehört er bzw. du zu den reflektiertesten Bloggerinnen. Ich finde es gerade sehr schön und bereichernd, nicht nur Bilder und Kaufvorschläge bzw. Produktplatzierungen zu sehen, sondern gut durchdachte Texte zu lesen. Über Themen, die berühren und nachdenklich stimmen.
    Aktuell hab ich die Schnauze recht voll von den ganzen Online Adventskalendern auf Instagram, auf diversen Blogs, ich fühl mich manchmal wie in einer Dauerwerbesendung des Konsums, da ist es grade schön, von dir zu lesen.

    Ganz liebe Grüße und schöne Feiertage!

    Lisa

  4. Toller Beitrag 😍 Du hast so recht. Vor allem, dass man sein Ding machen muss und nicht jedem gefallen kann. So mache ich es auch.

    LG Carina
    https://www.thestylishduck.blogspot.com

  5. Liebe Franzi,
    das ist ein ganz wundervoller Text!
    Und Du hast absolut recht. Täglich schießen Blogs aus dem Boden wie die Pilze. Viele unterschätzen die Arbeit, die in einem solchen Format steckt. Betreiber wie potentielle Auftraggeber. Die „Kleinen“ (also neuen, unerfahrenen Blogger) schielen nach den „Großen“ (erfahrenen und z.T. auch erfolgreichen „alten“ Hasen), wollen auch dorthin und brauchen Support. Die „Großen“ konkurrieren untereinander, vergleichen sich permanent. Ein neues Gefühl ist eingezogen: teilen zu müssen, was vor ein paar Jahren noch ein schöner großer Kuchen für ein paar Wenige war.
    Ich finde, wir sollten einfach mal alle zusammenhalten. Uns gegenseitig supporten, wie Du schreibst! Nur gemeinsam können wir den Unternehmen die Wichtigkeit unserer Virtualität nahebringen und zusammen tolle Inhalte für unsere Leser schaffen!
    Ich wünsche Dir und Deiner Familie ein ganz zauberhaftes Weihnachtsfest und alles erdenklich Gute für ein glückliches und gesundes neues Jahr!
    Deine Fotos schaue ich immer total gern an. Als Erfurterin (im badischen Exil) ist es jedesmal eine kleine Herausforderung herauszufinden, wo das ein oder andere Bild entstanden ist ;-).
    Alles Liebe
    Anja

  6. Lesenase sagt:

    Liebe Franzi,

    ich lese Deinen Blog schon länger und muss sagen, dass ich Deine Arbeit bewundere und auch wertschätze. Viele Blogger oder Youtuber definieren sich über die neuesten Designerteile oder die teurersten Reiseziele. Du hast jedoch auch noch Tiefgang, was ich in Verbindung mit Deinen Bildern und Deinem Style sehr mag. Ich freue mich auf die künftigen Beiträge. 🙂
    Nun aber genug geschleimt und frohe Weihnachten!
    Mia

  7. Liebe Franzi, ich habe deinen Blog auch erst vor kurzem entdeckt und lese deine Texte sehr gerne. Es stecken sehr viele wahre Worte in dem Text. Ich finde, dass jeder irgendwo seinen Platz in der „Bloggerwelt“ findet und ein Stück vom Kuchen haben kann. Das Schöne ist, dass sich jeder aussuchen kann, was er sehen und hören will. Natürlich gibt es auch Entwicklungen, mit denen ich nicht einverstanden bin, aber wer bin ich, darüber zu urteilen, dass Blogger xy schlecht ist, für manche ist er/sie gut. Ich bin auch einfach froh, dass auch wir „Microblogger“ eine Chance haben und dass es noch wirklich nette Blogger und Unternehmen gibt, die an einen glauben.

    Liebe Grüße, Nikolina von mimishoneypot

  8. Ein wundervoller Look. Steht dir super!
    LG Jasmin
    http://www.marmormaedchen.ch

  9. Anika sagt:

    Wunderbare Worte, die treffender nicht sein könnten!!!! ♥♥ Ich denke, Du hast das ganz wunderbar zusammengefasst und genau deswegen wirst Du auch weiterhin viel Erfolg mit Deiner Arbeit haben. Da bin ich mir sowas von sicher!! Ich wünsche Dir von Herzen einen wunderbaren Jahresausklang und für 2018 ein grandioses Jahr, dass Dich noch weiter wachsen lässt! Liebste Grüße, Anika

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