Kolumne

Erwachsen sein

Es gibt wohl Momente, in denen darf man sich drehen. In denen darf man auf einmal einen Schritt weitergehen. Vielleicht sollte ich es einfach sagen, anstatt es immer wieder zu umschreiben? ERWACHSEN WERDEN.

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Verrückt, wie ich mich innerlich immer dagegen verweigert habe, endlich erwachsen zu sein. Ich wollte es mir nie eingestehen und es einfach nicht aussprechen. Denn es ist schon lange nicht mehr so wie früher. Früher als das Drama schon am Morgen groß war. Diese unendlich strapazierenden Selbstanalysen, der Diätwahn, der am Abend schon wieder vergessen war. Der grundlose Lachflash oder die selbstfabrizierten Panik-Momente. Kennt ihr das? Wenn ihr das Gefühl habt, alles ist außer Kontrolle und drei Tage später fast wieder vergessen?

Da klingt im Gegenzug das Erwachsen werden fast schon langweilig. Im Gegenteil. Ich kann mir wohl frei eingestehen, erwachsen sein ist eben auch sich selbst und das Leben besser zu kennen. Ich habe das abgelegt, was ich schon lange nicht mehr in mir sehe: Das unsichere Mädchen, das lieber alle als Freunde haben will, anstatt einmal NEIN zu sagen, oder mit dem Mittelfinger zu wedeln. Denn wisst ihr was? Erwachsen werden kann auch bedeuten Scheu abzulegen, sich mit sich selbst anzufreunden und sich gar nicht so übel zu finden, selbst vor dem Spiegel.

Erwachsen werden heißt für mich ab jetzt auch meinem Bauchgefühl folgen. Auch den Mund das gern ausprechen lassen, was andere immer denken und vielleicht nicht wagen?! Geht doch. Muss doch gehen. Noch viel wichtiger für mich ist aber die Erkenntnis, nur weil dich jemand nicht mag, muss das nicht an dir liegen.

Wisst ihr wie oft ich Menschen begegne, die ich nicht verstehen kann? Denen ich nicht einmal bis zum nächsten Raum folgen möchte, weil sich in mir alles sträubt, weil dort ein Gefühl ganz laut auf sich aufmerksam machen will? Erwachsen werden heißt einfach auf den Punkt gebracht, endlich sich zu lieben und auch mal etwas oder jemanden doof finden zu dürfen. Das darf dann auch angesprochen werden und genauso kann ich auch einfach einmal die Klappe halten.

Noch so ein Punkt der mir immer wichtiger wird: Ich bin nicht die Welt für andere. Ich bin da, das ist mir klar. Ich muss mein Bestes geben, aber nicht um es allen recht zu machen. Nein. Ich bin da für mich und für die, mit denen ich alt und knitterig auf einer Veranda unter einem Vordach, mit bequemer Sitzecke, quatschend und lachend den Sonnenuntergang erleben möchte. Ich will gern noch kitschig sein, ich will aufbrausend bleiben und die emotionale Tussi weiter pflegen.

Aber Idioten, Lebensgelaber und rohe Zwiebeln im Salat können mir ab heute gestohlen bleiben.

Ich verrate euch etwas, wir sind ja unter uns hier: Ich bin erwachsen und ein wenig stolz auf mich. Ach was soll der Geiz, sogar mehr als nur wenig! Ihr solltet es auch sein und könnt das Erwachsensein genießen, denn es bedeutet keineswegs, etwas aufzugeben, oder langweilig zu werden.

Liebe Grüße

Kommentare

Bisher 5 Kommentare zu “Erwachsen sein”

  1. Isabel sagt:

    Hallo du Liebe,
    schönen Dank für diese Worte. Endlich mal etwas Positives zu diesem Thema. Erwachsen werden hat so viele tolle und interessante Seiten – ob man gleichzeitig langweilig, spießig, eingefahren oder 08/15 wird, hat man schließlich selbst in der Hand.
    Sonnige Grüße
    Isabel
    http://www.instagram.com/isabelsjournal

  2. Kathi sagt:

    Was ein schöner, ehrlicher Beitrag wieder von dir und wie immer bringt es mich zum schmunzeln, weil du mir wie so oft einfach aus der tiefsten Seele sprichst. Nur das ich mir die Dinge meist noch nicht eingestanden habe, oder sie zu weit im tiefsten Inneren vergraben habe! Tausend Dank für deine tollen Beiträge die ich einfach so liebe und mich immer wieder an Dinge erinnern, die ich viel zu oft vergesse oder verdränge!
    Liebst Kathi
    http://www.meetthehappygirl.com

  3. Natalie sagt:

    Liebe Franzi,
    dein Beitrag ist voller Selbstbewusstsein und gefällt mir sehr. Ich schätze deine Texte über das Leben, über das Hier und Jetzt und ganz besonders über deine Gedanken. Manchmal fällt es mir selbst schwer meine Gedanken in Worte zu fassen, so dass andere es leicht verstehen können. Doch du besitzt diese Fähigkeit und ich freue mich darüber, weil ich dich als Motivation sehe. „Wenn Franzi das kann, dann kann ich das auch irgendwann.“ 🙂
    Mein Kommentar passt nicht unbedingt zum Beitrag, aber will dir einfach nur Danke sagen, dass du diesen Blog mit viel Persönlichkeit führst.
    Allerliebste Grüße
    Natalie
    https://www.livolett.de

  4. Liebe Franzi,
    ich verstehe total, was du meinst. Irgendwann steht man bei manchem Teenie-Getue einfach drüber.
    Man ist ja nicht automatisch langweilig, wenn man erwachsen ist 😉
    Liebe Grüße
    Susi

  5. Lena Blömer sagt:

    Hallo Franzi,

    ich lese deinen Blog schon länger, hab aber noch nie kommentiert. Wieder eine tolle Kolumne! Deine Fotos sind so wunderschön, ich liebe auch deinen Instagram-Account. Ich fühle mich immer „entführt“ auf deinem Blog, deine Denkanstöße sind interessant und authentisch, die ganze Atmosphäre verspielt und romantisch – einfach toll. Ich würde mich so freuen, wenn du wieder Youtube-Videos machen würdest 🙂

    Liebe Grüße,
    Lena

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