Kolumne

Drei Frauen drei Meinungen zum Thema… #7

17. Januar 2016 • 12 Kommentare

…dich hätte ich gern nicht kennengelernt. Wir kennen sie alle, diese eine Person, diese eine Frau in unserem Leben, die wir gerne streichen würden. Ob die ehemalige beste Freundin, die Ex vom Liebsten oder einfach jemanden, der dich auf dem Kieker hat. Sie machen uns verrückt, verfolgen uns, lassen kein gutes Haar an uns und sind am Ende immer die Opfer. Meine Damen, es gibt sie, diese Miststücke- die wir gern nie getroffen, gesehen oder gehört hätten und am liebsten ignorieren würden, wenn wir es könnten oder sie uns in Ruhe lassen würden.

Drei Frauen drei Meinungen zum Thema... #7

Daher dreht sich heute alles um genau diese Frauen auf diesem Planten, denen wir gern eine Reise zum Mond schenken würden. Drei Frauen drei Meinungen zum Thema: Diese Frau hätte ich gern nicht getroffen.

Dame Nummer eins, ist schon länger die neue Freundin, doch die Ex möchte das nicht verstehen.

Ok, wenn du dich verliebst kann es schon manchmal hart für den Partner werden. Beziehungen gehen auseinander und wir verlieben uns auch, wenn wir noch mit jemanden zusammen wohnen. Genau so ist es wohl meinem Freund ergangen. Wir haben uns auf einer Party kennengelernt und sofort gut verstanden. Nach drei weiteren Dates verriet er mir auch, dass er sich erst vor kurzem getrennt hatte und sie nur noch die Wohnung bis Ende des Monats zusammen hätten. Für mich klang das gut, das klang nach einem sauberen Schnitt, der nur noch an den vier Wänden hing. Drei Wochen später fing es an, mit albernen Facebook Nachrichten, Textnachrichten an ihn und „unvorhersehbaren“ Begegnungen in seinem alten Freundeskreis. Gut, dachte ich mir, sie wird es irgendwann verstehen, du bleibst ruhig und nimmst es gelassen, denn du weißt, wenn die oder der andere noch verliebt ist, kann es eine Weile dauern. Doch es wurde schlimmer, nächtliche Anrufe, Beleidigungen über und an mich über dritte Personen, miese Kommentare auf meinem Instagramprofil und Nachrichten von fremden Mädels, die mich schon derb beleidigten. Ich nahm mir vor, nachdem mein Freund nur noch hilflos die Schultern zucken konnte, sie mir direkt zu schnappen und ihr einfach die Meinung zu geigen und vielleicht auch mit der Polizei zu drohen. Doch sie wich mir auf jeder Party aus und tat immer wie das liebe Mäuschen, das niemandem etwas tun könnte, geschweige denn böse Worte über mich erzählen würde. Die Gerüchte gibt es immer noch und wenn ich sie in einer größeren Gruppe sehe, wird immer noch laut über mich gelacht. Das eine oder andere Fakeprofil nutzt sie wohl auch immer noch um zu kommentieren. Es legt sich zwar langsam, aber dieser Frau würde ich gern einmal eine Reise in ein fernes Land schenken. Wir haben nie wirklich ein Wort miteinander geredet, aber wir wissen beide, wir werden uns nie verstehen.

Dame Nummer zwei fand eine neue beste Freundin und verlor sie genau so schnell wieder.

Ich könnte jetzt sagen, wir kannten uns schon ewig. Aber nein, manchmal trifft man einen Menschen und der erscheint so wunderbar, so passend zu einem selbst und der eigenen Lebenssituation, dass es eine neue beste Freundin wird. Man lacht, hat Spaß, genießt die Zeit und erzählt sich schnell alles. Ich gebe auch zu, ich habe sie vielleicht ein wenig auf ein Podest gehoben, denn ich musste sie überall mit hin nehmen und auch jedem vorstellen und war immer voll des Lobes. So hatten wir schnell einen gemeinsamen Freundeskreis und genossen die Freitagabende in vollen Zügen. Doch irgendwann ebbte wohl ihre Begeisterung ab. Es wurde selten bis gar nicht auf meine SMS reagiert, Anrufe blieben unbeantwortet und ich sah oft erst am nächsten Morgen, wo sie mit meinem Freundeskreis ausgegangen war. Ohne mich und mit meinen Freunden, die ich schon länger kannte. Was war geschehen, wieso war ich auf einmal unwichtig geworden? Ich fing an zu nerven, fragte sie aus, bekam aber nie eine Antwort, oder wurde nach Tagen mit „Ich meld mich später“ vertröstet. Ich fragte natürlich auch in meinen Freundeskreis herum, wieso sich keiner mehr so richtig für mein Leben interessierte. Doch niemand erzählte mir etwas, niemand meldete sich mehr bei mir. Die Wochen vergingen und ich war tot unglücklich, allein zu Hause und wusste mir einfach nicht mehr zu helfen. Bis ich eine SMS bekam und ich mich mit meinem sonst so aufgeschlossenen Freunden das erste Mal seid 6 Wochen wieder an einem Tisch sitzen sah. Dann erfuhr ich die ganze Geschichte. Sie hatte angefangen böses Blut zu streuen. Erzählte in meinem Freundeskreis Lügen über mich und was ich angeblich von ihnen halten würde. Mir fiel die Kinnlade runter, so viele böse Gedanken in 20 Minuten waren mir bisher in meinem ganzen Leben noch nicht zu Ohren gekommen. Keiner meiner Freunde nahm das aber zum Anlass mit mir als erstes zu sprechen. Nein sie glaubten ihr, die sie viel weniger kannten als mich. Erst als sie sie endlich austauschten fiel ihnen etwas auf: Ich war immer die Böse für sie gewesen und die Geschichten änderten sich je nach Gesprächspartner. Sie hatte damit ihr Ziel erreicht, ich war allein und alle waren sauer auf mich. Ich stand auf, verabschiedete mich von meinen Freunden und war voller Wut und auch dazu fähig, ihr ein letztes Mal meine Meinung zu sagen. Doch ich habe diese Möglichkeit nie erhalten, ich habe sie nie wieder gehört oder gesehen! Sie kann mir jetzt gestohlen bleiben. Ihr wünsche ich eine Fahrt zum Mond ohne Rückfahrkarte. Was für ein Miststück und was war ich nur für eine Idiotin.

Dame Nummer drei und ihr böser Schatten.

Irgendwie muss ich bei manchen Frauen etwas auslösen. Ich vermute es hat etwas mit dem leidigen Konkurrenzkampf zu tun. Ich bin eigentlich ganz erträglich, aber seit der Studienzeit gibt es eine Frau in meinem Leben, die mich verfolgt. Zumindest habe ich das Gefühl. Wenn wir in der Vorlesung saßen, gab es von einer Ecke des Raumes immer Gelächter sobald ich etwas zu sagen hatte. Betrat ich den Flur verdrehte sie die Augen, aber ich wusste nicht so recht, warum und was ich davon halten solle. Zu Beginn waren meine Freunde noch der völligen Überzeugung ich leide an Verfolgungswahn. Aber irgendwann merkten sie es auch. Diese Frau sprach auf Partys fremde Leute und auch entfernte Bekannte auf mich an und beschwerte sich über mich, meine Art, mein Wesen und wurde auch sehr ausfällig wenn es um mein Äußeres ging. Wir hatten bis zu dieser Zeit nicht ein Wort miteinander geredet, sie ging immer nur mit abfälligem Blick an mir vorbei und wollte zumindest, dass ich es sehe und bemerke. Immer mehr Geschichten wurden zu mir getragen und immer mehr waren die Leute auch von ihrem Verhalten und ihren seltsamen Aktionen genervt. Auf Facebook gab es Statusmeldungen die sofort auf mich bezogen werden konnten, in unserer Unigruppe durfte ich irgendwann gar nichts mehr schreiben, denn ich wusste sie würde sich darüber lustig machen. Ich machte meinen Abschluss und versuchte der ganzen Geschichte nicht viel Aufmerksamkeit zu widmen und dachte es wird sich legen, wenn ich mir das nicht mehr zu Herzen nehme und sie machen lasse. Ich habe seit ca. 4 Monaten eine Anstellung hier in meiner UniStadt und wurde gestern wieder auf diese Frau angesprochen. Sie hätte sich bei meiner Arbeitskollegin über mich beschwert. Ich würde sagen sie ist verrückt und ich würde es begrüßen, wenn ihr jemand ein One Way Ticket zum Mond sendet, denn sie ist mir völlig egal, weil wir uns ja nicht einmal kennen. Aber ich habe mir vorgenommen, sie einmal zu besuchen.

Liebe Grüße

Kommentare

12 Kommentare zu “Drei Frauen drei Meinungen zum Thema… #7”
  1. Holy sagt:

    Oh das letzte kenne ich zu gut. Bei mir war das bei ehemaligen Arbeitskollegen der Fall. Sie lästerten über mich und haben mir irgendwelche Fehler unterstellt, die ich angeblich gemacht haben sollte. Letztendlich haben sie es mit ihrer miesen Art geschafft, mich feuern zu lassen, dabei haben ich ihnen gar nichts getan. Ich war immer nett zu ihnen und habe immer das gemacht, was man machen sollte. Im Endeffekt erzählte man mir, dass sie mich gefeuert haben, weil zu viele Leute dort arbeiten, dabei ist das der größte Quatsch. Über Umwege hört man dann die Wahrheit und denkt sich nur: Gott sei Dank bin ich hier weg! Erst hat mich das extrem unmotiviert, arbeitslos zu sein, aber inzwischen bin ich wieder voller Motivation und suche einen neuen Job. Auf solche Menschen kann man gerne verzichten.
    ________________
    http://fashiontendril.blogspot.de/

    • Franzi sagt:

      Liebe Holy, das ist mehr als ärgerlich und auch fast schon Mobbing. Ich weiß nicht genau, was ich jetzt schreiben soll: Nur so viel sei gesagt, ein tolles Arbeitsklima ist etwas anderes. Daher sei froh, dass du weg bist.

      Liebe Grüße

  2. Ochnee sagt:

    Ich klopfe auf Holz, dass ich seitdem die Schule vorbei ist, also seit über 15 Jahren, mich nicht mehr mit pubertierenden Menschen auseinander setzen muss. Sowas ist mir tatsächlich, seitdem ich von Erwachsenen umgeben bin, nicht einmal mehr passiert.

  3. Luise sagt:

    Variante 1 durfte ich auch schon miterleben. Zum Glück hat es sich nach ca. 2 Jahren dann endlich gebessert und Madame hat verstanden, dass sie fehl am Platz ist.

    Liebe Grüße
    Luise | http://www.just-myself.com

  4. Jana sagt:

    Oje, alles keine schönen Geschichten. Ich hatte in meinem letzten Job eine „Freundin“, die erzählte, sie würde sich nur mit mir anfreunden, weil sie mich so hasse. Leider habe ich das erst zwei Jahre später erfahren – und da hatte sie schon viel Schaden angerichtet.
    Ich befürchte, es gibt eine Menge gestörter Menschen auf der Welt.

  5. Madeleine sagt:

    Wow, ein tolles Thema, das sicher jeden irgendwie trifft. Die zweite Geschichte hat mich fast am Meisten geschockt und man fragt sich immer: Aus welchem Grund sind manche Menschen so grausam? Ich hatte in meiner Schulzeit auch so eine „Für-den-Mond-Kandidatin“, welche mich immer mobbte und andere gegen mich aufhetzte. Wann immer ich mich meldete, sie lachte mich aus, machte gemeine Witze oder fiese Bemerkungen über mich und zu mir. Während die anderen, die mitgelacht hatten (meistens Jungs, die aber irgendwann sitzenblieben, weil sie nicht die hellsten waren und froh, ein Opfer zu haben) sich später alle entschuldigten und angekrochen kamenm, war sie die einzige die nicht verstanden hat dass sie einen Großteil meines Selbstbewusstseins komplett zerstört hat. Noch heute denke ich häufig an sie und traurig aber wahr: Ich bin glücklich wenn ich höre, dass sie so zugenommen hat und beruflich noch nichts auf die Beine gestellt hat. Manche Menschen sind einfach… Whatever.

    Jedenfalls ein toller Beitrag. 🙂 Habe auf meinem Blog auch mal über das Thema geschrieben, wenn du magst kann ich dir den Link zum Beitrag mal schicken.

    Viele liebe Grüße
    Madeleine
    http://maracujabluete.com/

  6. Alena sagt:

    Dieser Beitrag ist so genial! Ich habe bis jetzt immer gedacht das liegt an mir, denn ich kenne alle drei Arten von „Miststücken“ nur allzu gut. Zu lesen, dass es anderen auch so geht tut wirklich gut!! Danke 😉

    xx Alena

  7. Lara sagt:

    Es tut so gut, sowas zu lesen. Erst die letzten Tage durfte ich mich wieder mit einem solchen Miststück befassen. Ich frage mich immer „haben die nichts Besseres zu tun?“. Danke für den Beitrag, ich bin wohl nicht alleine mit solchen Erlebnissen! Danke ?

  8. Johanna sagt:

    Ja diese Art von Freundin hatte ich auch schon und das hat mich wirklich traurig gemacht. Bei mir hat sie sich immer über andere beschwert und bei genau diesen Leuten hat sie sich dann über mich beschwert. So ein Verhalten fiinde ich einfach nur traurig. Als mir eben diese Leute dann erzählt haben, dass sie sich bei ihnen „… über mich das Maul zerreißt“, habe ich die Freundschaft dann auch aufgegeben. Natürlich hatte sie für alles eine Ausrede.
    Einfach schade, dass sich Menschen so Verhalten müssen. Aber sie sind es nicht wert sich darüber aufzuregen.
    Gute Fahrt zum Mond 😀

    Schöner Beitrag. Da können sich, glaube ich, sehr viele wiederfinden 😉

    Liebe Grüße,
    Johanna
    http://dream-factory-of-my-world.blogspot.de/

  9. Paola sagt:

    Oh ja, es gibt schon ware Miststücke. Ich kenne da noch Variante vier, die beste Freundin, die einem den neuen Freund nicht gönnt, selbst aber verheiratet ist. Da wird der neue Partner schlecht gemacht, so dass man ihn schon selbst hinterfragt. Keinerlei Verständnis dafür, dass man mit einem Freund natürlich nicht mehr jeden Tag Zeit hat. Anstatt sich für einen zu freuen immer nur böses Blut. Als dann der Satz viel „Aber wir hatten auch sowas wie eine Beziehung!“ bin ich aus allen Wolken gefallen. Ich habe mich nicht mehr wie eine Freundin sondern wie ihr Besitz gefühlt und war bitter enttäuscht. Diese Freundschaft existiert auch nicht mehr, mit meinem Freund bin ich immer noch zusammen.

  10. Liebe Franzi,

    ich mag Deine Kolumne und die Meinung von drei Frauen, aber man braucht solche Leute in seinem Leben, von ihnen lernt man dazu, dass Leben ist kein Ponyhof und letztlich entscheidet man selber, wie weit solche Leute das eigene Leben beeinflussen. Erfahrungen kann man keinen implantieren, die muss jeder selber machen, man sollte für jede Erfahrung dankbar sein, möge sie noch so hart und noch so schlecht sein. Sie führen oft zu Veränderungen im Leben und lernen einen damit umzugehen. Beim ersten Mal tat es noch weh, aber irgendwann hat man eine gewisse Routine mit Krisensituationen umzugehen 😉

    Ich bin jetzt 33 Jahre und greife in diesem Bereich auf eine großen Erfahrungsschatz zu und es war mir eine (L)EHRE denen begegnet zu sein, aber das härtet ab. Lass die Leute reden, mach Dein Ding und Freunde die nicht das offene Gespräch suchen und hinterm Rücken reden, haben oft ganz viele eigene Probleme von denen sie sich ablenken wollen und lieber den Dreck bei anderen kehren.

    Zu Geschichte 1, wenn man mit jemanden zusammen kommt, der frisch getrennt ist, dann erhält man den Ex gratis dazu, weil eine Trennung zwar eine Entscheidung ist, aber seine Zeit für Verarbeitung benötigt, prinzipiell spricht man von einem Jahr.

    Aber ihr macht das schon 😉 Liebe Grüße Julia

  11. Sequin Fabrics sagt:

    Ich finde deine Kolumne wirklich toll und finde mich auch immer wieder in manchen Situationen wieder:)
    Dame Nummer 1 kenne ich nur zu gut, habe auch viel über Beziehungen und über mich gelernt dabei.
    Mein Freund war sehr lange mit ihr zusammen und irgendwie hatte ich anfangs noch viel Verständnis, wenn sie sich nochmal getroffen haben. Aber irgendwann musste auch damit Schluss sein. Ich hatte anfangs noch nicht ganz verstanden, dass ich es als neue Freundin gar nicht akzeptieren muss, egal wie lange sie zusammen waren.

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