Kolumne

Ist Offline sein das neue „In“ auf Instagram? 

Ist Offline sein das neue „In“ auf Instagram?

Wie ist das mit dem Onlinesein und dem eigenen Leben präsentieren? Wir sind jetzt alle auf Instagram angekommen. Dank der ständigen Präsenz in den Medien hat es der Großteil der Gesellschaft mit Schwung auf die Plattform geschafft.

Ist Offline sein das neue „In“ auf Instagram? 

Ist Offline sein das neue „In“ auf Instagram?

Das heißt auch, dass alte und neue Gewohnheiten aufeinandertreffen. Familienfotos treffen auf professionelle Landschaftsfotografie. Privates Leben gewinnt gegen flache Werbemaßnahmen. Wir teilen unser Leben aus beruflichen oder hobbymäßigen Ambitionen auf einer Plattform, die immer noch täglich wächst. Gleichzeitig ist es möglich, am Alltag fremder Menschen oder der Nachbarin 3 Häuser weiter teilzuhaben, und das rund um die Uhr und 365 Tage im Jahr. Aber jetzt wo alle hier sind, jetzt wo sich selbst die Mütter der Endzwanziger anmelden und aktiv sind und der langweilige Nachbar aus dem fünften Stock sich auch ein Profil angelegt hat, fragen wir uns nicht doch heimlich, ob es das war, mit dem Trend immer online zu sein? 

Haben wir es vielleicht übertrieben? 

Ist das ständige Präsentieren des eigenen Lebens noch zeitgemäß? Kommen wir langsam an den Punkt, an dem alles zu jeder Uhrzeit zu zeigen schon Mainstream geworden ist und wir uns wieder rar machen müssen?  

Es war lange Zeit eine neue Errungenschaft für uns auf einmal die Möglichkeit zu haben, alles mit jedem auf der ganzen Welt und rund um die Uhr zu teilen und zu konsumieren. Ob als stille Zuschauerin, als aktiver Konsument oder gar als die Person, die ständig Inhalte lieferte. Es war aufregend für beide Seiten. Es war neu, es fühlte sich geheim an, wir waren unter uns. „Online sein und Leben zeigen“ war das neue Hobby, aus denen manche einen Beruf machen konnten und bei dem andere einfach nur gern dabei waren. 

Geben wir es zu: Es war ein bisschen wie auf dem Schulhof und wir waren die coole Clique. Wir waren drin und wurden erst als Außenseiter angesehen, dann als die, die es als erstes wussten. Und jetzt?

Nun ist scheinbar jeder online angekommen und teilt sein Leben auf den unterschiedlichsten Plattformen. Ob spannend, neu oder anders- Keine Ahnung. Wer weiß schon noch wirklich, was die oder der gestern gepostet hat? Hundertmal gesehen, hundertmal kopiert, oder ist das doch die eigene Idee? Es ist alles möglich, alles einsehbar und am Ende dann doch so austauschbar.

Was macht uns noch aus? Wer sind wir noch, wenn wir sehen, dass alle den einen Stuhl besitzen auf denen ganze Outfits inklusive der Accessoires für Monate verschwinden können, oder wie wir Wäsche waschen und putzen und Zusammen auf der Couch sitzen?!

Ist der Reiz, online zu sein und das Leben zu teilen vorbei? Haben wir unseren eigenen Höhepunkt an Realness erreicht?

Waren Digital Detox und die Gedanken zu einem bewusstem Umgang mit dem Onlineleben die ersten Vorboten? Sind wir einfach nur noch online, weil die Bestätigung so einfach einzuholen ist? Ist es nicht viel leichter, ein tolles Bild mit einem Filter hochzuladen und Likes zu bekommen, als im echten Leben etwas für positive Resonanz zu tun? 

Ist es wieder an der Zeit sich rar zu machen und sich mehr um sich selbst zu kümmern, anstatt um das was wir teilen wollen?

Und lenken wir uns als Zuschauer mit dem Onlinealltag von Fremden eigentlich nur vom eigenen ab? Vielleicht ist es nur noch eine Flucht, die immer intensiver wird. Wie ein schwarzes Loch, das uns kurz einsaugt und vergessen lässt, was unseren Alltag ausmacht. Sollten wir uns wieder wichtigeren Dingen widmen, als dem 100. Boomerang auf einem Konzert? An einem Abend mit Freunden? Sollten wir uns wieder öfter fragen, was ich mit meinem Inhalt aussagen möchte? 

Sind die coolen Kids offline?

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