Kolumne

Instagram Updates 2019: Das wird sich ändern auf der Plattform

12. Juli 2019 • 1 Kommentar

Die App, die unseren Alltag begleitet und ganze Berufe erschaffen hat, durchläuft im Jahr  2019 einen riesigen Relaunch. Zumindest scheint es so, wenn wir uns die ganzen Projekte, Ziele und Testphasen von Instagram anschauen.

auf Instagram 2019 weniger likes weniger Kommentare und Reaktionen

Instagram Updates 2019: Das wird sich ändern auf der Plattform

Was sich ändern wird, wie wir Influencer und Blogger jetzt mit der App arbeiten sollten und wie Instagram auf diverse gesellschaftliche Entwicklungen eingeht, verrate ich euch heute in diesem Post.

Ich will wissen wo die Reise hingeht, weil es mein Job ist und weil ich die Dinge spannend finde, die gerade in der digitalen Welt passieren. Wie schnell sich Abläufe verändern oder angepasst werden müssen zeigt sich vor allem an der App Instagram.

Bevor ich noch weiter um den heißen Brei rede- Was ist neu?

1. Instagram geht stark gegen online Mobbing vor.

Es wurde eine künstliche Intelligenz entwickelt, die im Prinzip alles checkt was kommentiert wird. Geht es in die negative Richtung, reagiert Instagram dagegen. Bevor die Kommentare überhaupt gepostet werden, poppt die Frage auf: „Are you sure you want to post this?“ (Bist Du sicher, dass du das posten willst?“). Dieser Hinweis erscheint dann bei dem User direkt unter seinem als Angriff geplanten Kommentar.

Es soll den Mobber dazu bewegen seine Worte noch einmal zu überdenken und den Kommentar vielleicht doch nicht zu posten. 

Zusätzlich gibt es noch eine Steigerung der Bekämpfung von Mobbing: „Restrict“ (beschränken). Wenn du den Kommentar dieser Person liest, kannst du ihn markieren und Instagram so vermitteln, dass du gemobbt wirst und sie oder ihn ausschließen. Kommentare dieser bestimmten Person sind dann nur noch für ihn sichtbar, aber nicht mehr für alle anderen. Diese Person kann dann auch nicht mehr sehen, was du auf der App alles likest und kommentierst. Deine Aktivitäten sind für diese Person nicht mehr einsehbar. Sie kann er oder sie auch nicht sehen, ob du die Nachrichten gelesen hast.

Es ist durchaus eine gute Idee, Mobbing den Raum zu entziehen. 

Dennoch glaube ich, das Mobber das nicht abhalten wird. Erst wenn wir einen User blockieren, haben wir wirklich Ruhe. Denn die bösen Worte könnte ich ja noch lesen und sie würden ihr Ziel immer noch erreichen. Weil es bei dieser Funktion eine kleine Lücke gibt. Ich als Empfänger sehe jene Kommentare dennoch regelmäßig auch wenn andere sie nicht mehr lesen können. Ich muss mich noch mit den Worten beschäftigen, aber allein. Ich weiß daher nicht, ob diese Funktion hilfreicher sein wird im Kampf gegen Mobbing.

Das Blockieren gibt es ja schon eine ganze Weile und hat mir mehr geholfen, als den Kommentar nur vor anderen zu verstecken.

Die gewählten Worte gegen mich als Person wurden trotzdem geschrieben und sie erreichen mich immer noch. Und nur weil sie andere nicht sehen können, sind sie nicht weniger schlimm für das eigene Gefühl. Vielleicht wird dann der Hass sogar noch größer und intensiver, wenn die Person diese Funktion kennt und sich sicher ist, dass niemand außer dem Opfer es lesen wird.

2.Likes waren gestern. Heute zählt das Engagement. 

Seit geraumer Zeit werden die Likes als Problem angesehen. Wir vergleichen uns, posten nur das was gut ankommt und löschen Beiträge die der Algorithmus schluckt, weil sie weniger Likes erhalten. Für Instagram steht nicht mehr das Liken des Bildes im Vordergrund, sondern die Interaktion. Damit wir das auch verstehen, tüftelt man gerade auf zwei Kontinenten daran, genau das zu ändern.

In der Testversion einiger Nutzer werden die Likes nicht mehr für die User angezeigt.

Nur wenn du selbst der Poster bist, siehst du wer dein Bild geliked hat. Instagram will damit die Inhalte in den Mittelpunkt stellen und dir als Nutzer den Druck nehmen, immer eine bestimmte Zahl an Likes zu reichen. Auch sollen sich die Follower auf den Inhalt fokussieren und nicht darauf, wie viele Likes der Post erhält.

Es ist gut gedacht, denn mir würde es den Druck ebenso nehmen.

Auch ich vergleiche mich und meinen Content noch viel zu oft. Wie genau ich dann sehen kann, dass ihr meine Beiträge mögt, erschließt sich mir noch nicht ganz. Wie der Algorithmus ohne Likes lernen kann, was er mir bevorzugt anzeigen soll, ist mir noch viel schleierhafter, da er bis heute nicht aus meinem Verhalten auf Instagram gelernt hat mir einen wirklich passenden „Entdecken“-Feed anzubieten.

3.Video ist die Zukunft

Bilder sind schön, aber Bewegtbild ist besser. Wie auch schon auf Facebook zeigt sich, dass gerade Videoposts und Stories mehr unterstützt und weniger reglementiert werden. Hinzu kommt, dass Instagram von den Hochformatvideos abrückt. Querformat ist seit ein paar Wochen auch zugelassen.

Das Konsumverhalten ändert sich schnell und stark und alles bewegt sich hin zum Bewegbild.

Es ist einfacher zu konsumieren, kann nebenbei laufen, kann überall gesehen werden und hat schon immer mehr Interaktion gebracht als ein Bildpost. Verständlich. Aber ich muss zugeben, dass ich mir immer noch gern Bilder ansehe.

Wann genau wir mit den neuen Features in Deutschland rechnen können und ob sie sich weltweit durchsetzen werden, werden wir sehen wenn es passiert. Da Instagram aber selbst in einigen Interviews darüber gesprochen hat, würde ich vermuten, dass es bald soweit sein wird. Es bleibt spannend. 

Ein kleiner Hinweis noch, den ich mir auch immer wieder aufsagen muss: Instagram ist weder der Nabel Welt, noch die Wohlfahrt und hat sich auch nicht auf die Fahne geschrieben, unser Leben besser zu machen. Es ist ein Unternehmen, das absolut wirtschaftlich denkt und auch immer nur so handeln wird. Wir sollten nicht all zu viel Wohlwollen erwarten. Umgesetzt wird das, was Geld bringt. 

Kommentare

Ein Kommentar zu “Instagram Updates 2019: Das wird sich ändern auf der Plattform”
  1. Coriful sagt:

    Oh wow – was für wundervolle Aussichten. Instagram geht gegen Mobbing vor! Das ist wundervoll! Tatsächlich ist Mobbing immer mehr ein großes Thema. Ich denke fast jeder von uns musste so eine schlimme Erfahrung schon einmal erleben. Jeder einzelne kann es verhindern und weitere mitziehen positive vines für die Mitmenschen zu haben oder zu zeigen. Warum macht man anderen nicht einfach täglich ein Kompliment? Warum mobbe ich oder kritisiere öffentlich? Wundervolles geben fühlt sich doch viel bezaubernder an als negatives zu verbreiten? Aber ich finde es sehr toll, was sich da so tut! Danke für den kleinen Einblick in die weitere Reise, liebe Franzi ❤️

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