Kolumne

3 Frauen 3 Meinungen- Wenn Frauen die größeren Arschlöcher sind.

31. März 2019 • 2 Kommentare

Wir treffen im Leben unglaublich viele Menschen. Aber schauen und hören wir einmal genau hin: Sind wir es nicht selbst die uns kleinmachen, niederreden und eigentlich gar nicht wollen, dass andere Frauen glücklich sind, Erfolg haben und einfach ihr Leben leben?

wenn frauen die größeren Arschlöcher sind

3 Frauen 3 Meinungen: Wenn Frauen die größeren Arschlöcher sind.

Frau Nummer 1: 28 Jahre alt, vor zwei Jahren mit den Nerven komplett am Ende.

Wir waren ein Herz und eine Seele und ich kann euch wirklich nicht erklären, was genau zum Bruch unserer Freundschaft führte. Es war vielleicht der Alltag, der neue Freund, der neue Job, oder einfach alles zusammen. Auf jeden Fall wusste ich, dass etwas zwischen uns steht. Hier muss ich zugeben, dass ich es hätte ansprechen können, aber irgendwie war es das auch nicht mehr wert. So dachte ich, ich lasse es ruhen. Manchmal brauchen Menschen Zeit um sich wiederzufinden oder um sich einfach aus den Augen zu verlieren. Letzteres war mir insgeheim auch lieber, aber ich habe nicht damit gerechnet, dass sie damit völlig anders umgeht. Es fing an mit Fragen im Freundeskreis, danach was mit uns los wäre und das ich wohl ganz schön viel versaut hätte. Ich war mir meiner Fehler nicht bewusst, doch nach ein paar Wochen dachte ich, ich schreibe ihr einfach einmal.

Auf ein „Wie geht es dir?“ kam nichts zurück. Bei einem Anruf wurde ich weggedrückt und auf den kommenden Parties war ich nicht mehr erwünscht.

Das war schon hart und ich begann an mir und meinem Verhalten zu zweifeln. Ich dachte für uns beide war das schleichende Aus unserer Freundschaft völlig ok, doch sie sah das wohl anders. Ob ich sie jetzt verletzt hatte oder ob sie immer so mit Menschen umgeht, denen sie nichts mehr zu sagen hat, kann ich bis heute nicht einschätzen. Aber ich weiß, dass irgendwann alle anderen alles über mich und meine Gedanken wussten. Über wen ich wie gelästert hatte, was ich manchmal ohne Verstand mit Sekt und guter Laune auf ihrer Couch mit ihr zusammen rausgehauen habe oder was wir uns geschrieben hatten. Und ja, ich war der Sündenbock, und das war richtig heftig. Für mich war es unglaublich schlimm, dass andere Freundinnen ihr alles glaubten und sich gegen mich verschworen. Manche Parties waren Tabu für mich, die Freunde der Mädels mussten mich auch ignorieren und oft genug durfte ich mir über fünf Ecken anhören, welche krassen Sachen ich mir wieder geleistet hatte. Es ging soweit, dass ich einige Mädels von meinem Facebook und Instagram Account blockieren musste, weil aus allem eine Story gemacht wurde- Auch wenn ich nur neue Schuhe präsentierte.

Zack, neues Gerücht.

Fragt mich nicht, wie ich das überstanden habe, aber seit gut zwei Jahren gibt es endlich Ruhe. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich umgezogen bin, den Freundeskreis gewechselt und mich völlig neu orientiert habe. Aber noch heute graut es mir wenn ich Freunde in dieser Stadt besuche. Frauen können dir eine Menge antun, besonders wenn sie so wütend auf dich sind und ihre ganze Energie nur in das Fertigmachen anderer Frauen stecken.

Ich kann jetzt  darüber reden und vielleicht hatte ich Glück, weil mein Freund mir in dieser Zeit so sehr den Rücken gestärkt hat, aber meine ehemalige Freundin ist ein Arschloch.


Frau Nummer 2, 28 und ihr größter Feind ist ihre  eigene Schwester.

Wir waren schon immer grundverschieden. Bei Geschwistern ist das ja nicht ungewöhnlich und es passiert oft, dass das Nesthäkchen gern mehr verwöhnt wird und die liebe Kleine ist. Das war ich. Schuldig. Ab einem gewissen Alter wusste ich das auch und habe es ab und an einmal ausgenutzt. Nur meine große Schwester kam wohl nicht klar damit. Wir sind acht Jahre auseinander und vielleicht war das auch das Problem. Hinzu kommt, dass ich sehr oft krank war, ein Frühchen, und meine Familie achteten ein paar Monate mehr auf mich und mein Heranwachsen. Sie war immer sehr laut und aggressiv zu mir. In ihren Augen ging es immer nur darum, dass ich  mehr durfte als sie, mehr Aufmerksamkeit bekam als sie und  es leichter im Leben hatte. In Schule, Freunde, Abitur und im Studium:

„Ich war nie genug, hätte es nie selbst geschafft und sie konnte mir nie etwas gönnen.“

Klar habe ich sie auch geärgert, sie vorgeführt und manchmal auch die „ich bin das kleine Küken und sie ist die böse Schwester Karte“ ausgespielt, aber das sollte sich ja verwachsen. Unsere Eltern glaubten das auch lange Zeit immer noch. Manchmal braucht es die räumliche Trennung und die ersten eigenen Schritte, um zu erkennen, wie schön Familie sein kann. Aber bei meiner Schwester und mir wird das nie passieren. Sie hat beschlossen ihr Studium hinzuschmeißen und sich hier im Ort eine Wohnung zu nehmen. Seit geraumer Zeit findet sie keinen Job. Nun bin ich schon 28 und scheine das Leben zu führen, das sie immer wollte. Zumindest darf ich mir das bei jedem Familienbesuch anhören. Sie wird nicht müde zu erzählen, wie schwer sie es hat und wieso sie zurückkommen musste und wieso sie auf vieles im Leben verzichten muss. Weil ich alles haben durfte, verlangt sie immer wieder von mir, dass ich es endlich einsehe, dass ich Schuld an ihrem Leben bin. Unsere Eltern haben aber für mich gefühlt ihre Liebe immer ausgeglichen verteilt, genauso wie auch ihre finanzielle Unterstützung. Doch sie gibt immer wieder zum Besten, dass es nicht  gerecht gewesen sei. Als ich das letzte Mal am Kaffeetisch saß um freudestrahlend meine Verlobung mit meiner Familie zu teilen, sagte sie nur

„Wer dich heiratet, wird nie mehr glücklich. Schau mich an“.

Alle am Tisch mussten schlucken. Ich raste schon lange nicht mehr aus. Ich verdrücke keine Träne für sie, weil ich keine große Schwester habe die stolz auf mich ist. Ich gebe mir nicht die Schuld an ihrem verkorksten Leben.

Aber ich wünschte mir manchmal, sie wäre nicht so ein großes Arschloch und würde erkennen, wie sie mit ihrer Art unsere ganze Familie immer wieder traurig macht. Niemand ist glücklich wenn sie mit am Tisch sitzt, denn es geht immer nur um sie und was alle anderen ihr Schlimmes antun. Besonders ich.


Frau Nummer 3,  36 und Angestellte bei einer Arschloch Chefin.

Wir wollen mehr Frauen in Führungspositionen und mehr Frauen in Berufen, die bislang von Männern dominiert werden? Würden diese Frauen dann bitte auch etwas ändern am Arbeitsplatz? Denn ich kann euch sagen, meine Chefin ist das Arschloch vor dem Herren. Sie ist Chefin und sie hat defintiv etwas drauf, aber sie interessiert sich einen Dreck für andere Frauen. Nicht dass ich mir eine spezielle Bevorzugung erhofft habe- Nein, ich dachte nur, wenn eine Frau im Chefsessel sitzt, setzt sie sich auch bewusster für bessere Arbeitsbedingungen ein und geht mit gutem Beispiel voran.

Halbtagsstellen? Kind bekommen? Kind krank?

Alles ganz heikle Themen, die in unserem Büro nur im Flüsterton besprochen werden. Meine Chefin kann nicht verstehen, wie mein Kind vor meiner Karriere gehen kann, die hier eh nicht stattfinden wird. Denn wir haben ein weiteres Problem: Wer ihr gefährlich wird mit Talent, Wissen und vor allem der richtigen Einstellung, der bleibt nicht lange. Willkommen in der Hölle der Frauen im Jahr 2019. Wenn ich eines gern vorher gehabt hätte, dann die Erkenntnis, dass sich Frauen genau so scheiße verhalten können wie Männer. Aber für mich ist es sogar noch ein wenig schlimmer, denn meine Chefin musste selbst genau die gleichen Erfahrungen machen, um an diese Position zu kommen.

Sie hat daraus keine Lehren gezogen oder sich auf die Fahne geschrieben, es besser zu machen.

Wenn das Kind krank ist, werden die Augen verdreht, weil wir ja alle so gern blau machen. Home Office ist keine Alternative für sie, da wir ja so schon wenig zu motivieren seien, wenn wir hier im Büro sind. Urlaub? Nur das Minimum. Überstunden? Gehören hier einfach dazu. Nichts mit Abbummeln. Gehaltserhöhung? Niemals, es läuft ja nie gut in der Firma. Wer nervt, aufmuckt oder etwas besser kann, darf gehen.
Was bleibt hier am Ende noch übrig?

Die die einen Job dringend nötig haben, weil es hier im Umkreis nichts anderes gibt. Das Einzige was mich hier in dieser Firma hält ist die Aussicht, dass es bald Konkurrenz im Ort gibt und ich mich dort beworben habe. Diese Frau ist für mich ein riesiges Arschloch, das ganz bewusst die Situationen der Mitarbeiter ausnutzt, Terror verbreitet und am Ende einfach nur auf sich selbst achtet. Um ehrlich zu sein habe ich noch nie so eine Art Mann getroffen. Um ehrlich zu sein- Ich bin froh wenn ich hier weg bin.

 

3 Frauen 3 Meinungen- Wenn Frauen die größeren Arschlöcher sind.

Kommentare

2 Kommentare zu “3 Frauen 3 Meinungen- Wenn Frauen die größeren Arschlöcher sind.”
  1. Jasmin sagt:

    Frau Nummer 3, I feel you. Du könntest über meine Chefin geschrieben haben.
    Neulich wurde bei ihr für eine Mitarbeiterin nach einer Gehaltserhöhung gefragt. Die Antwort lautete „Wieso sie hat doch neulich einen Laptop bekommen“. Diesen Laptop hat die Mitarbeiterin für berufliche Zwecke bekommen, um daheim arbeiten zu können, wenn die Kinder krank sind usw. Damit war das Thema erledigt.
    Solche Beispiele kommen leider fast täglich, mindestens wöchentlich, vor.
    Klar, ab einer Gewissen Hierachieebene muss man einfach eine gewisse Härte und Erwartungshaltung gegenüber den Mitarbeitern an den Tag legen, jedoch sollte der menschliche Aspekt immer noch vorhanden sein.
    Ich freue mich jedes Mal wenn ein neuer Beitrag der Kolumne online ist.
    Liebe Grüße

  2. Ich glaube, diesen Beitrag habe ich schon 10x oder mehr gelesen.
    Bei Nr. 1 ist es fürchterlich, wenn man nicht weiß, was man falsch gemacht hat. Man ist hilflos, mit den Gedanken immer wieder bei nur dieser Sache und kann nichts anders machen, da Niemand sagt, was man falsch gemacht hat.
    Nicht ganz so schlimm wie bei dir ist es mir mit einer Freundin auch ergangen. Als ich das gelesen habe, kam alles wieder hoch. Einerseits möchte ich sie als Freundin zurück gewinnen. Schließlich hatten wir tolle Zeiten und waren echt ein eingeschweißtes Team. Andererseits denke ich, du hast mich nicht verdient, bist gemein, oberflächlich geworden.
    Ich bin nicht darüber hinweg, habe aber viele andere Freunde, nur nicht mehr meine allerbeste Freundin. Das hast du genau auf den Punkt gebracht.
    LG Sabine

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