Kolumne

Jeden tag das Richtige tun: Unsere Helden im Alltag

Helden im Alltag

Ich habe mich gefragt, wie ich etwas zurückgeben kann. Ich habe mich gefragt, was meinen Job gerade noch wichtiger und sinnvoller machen würde? Was kann ich tun, damit andere daraus etwas mitnehmen und sich gut fühlen?

Kupferliebe arbeitet in der Pflege und kämpft gegen Corona

Daher ist hier auf dem Blog eine neue Rubrik entstanden, “ Helden im Alltag“- die euch Menschen vorstellt, die gerade ihr bestes geben. Die jeden Tag ein klein wenig mehr für unsere Gesellschaft tun und somit systemrelevant sind und in meinen Augen mehr Aufmerksamkeit verdienen. Ich möchte euch heute eine der vielen Heldinnen und Helden vorstellen, die gerade alles tun, um unser System am laufen zu halten.

Unsere Helden im Alltag

Das ist Josephine … sie arbeitet in der Pflege

Warum hast du dich für diesen Beruf entschieden ?

Mir war schon immer früh klar das ich in einem sozialen Beruf arbeiten möchte. Ich liebe es mit Menschen zusammen zuarbeiten und ihnen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Das hat mir schon als Kind immer eine innere Zufriedenheit gegeben. Mein eigentlicher Berufswunsch war immer Kindergärtnerin, weil ich Kinder immer schon geliebt habe. Doch durch ein Praktikum im Krankenhaus habe ich plötzlich gemerkt, das ich viel mehr für die Menschen tun kann als ihnen nur ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Ich darf sie auf einen Lebensabschnitt begleiten, ihnen Hilfe geben in dem Bereich wo sie es brauchen, darf  Ressourcen fördern, ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen und sie auch auf ihren letzten Weg begleiten und alles dafür tun das sie in Würde und Frieden einschlafen (sterben) können. Ich arbeite seit 5 1/2 Jahren in der Pflege und ich bereue es nicht einen einzigen Tag. Dieser Beruf erfüllt mich jeden Tag mit Freude und Glück. Mein Wissensdurst ist immer noch nicht gestillt und ich möchte immer weiter lern deshalb habe ich im  September 2019 eine Ausbildung als Altenpflegerin begonnen. Natürlich ist es nicht immer leicht, aber für mich das größte Geschenk was ich bekommen kann: ein Lächeln oder ein Danke. Das bedeutet mir viel mehr als tausende Euros auf dieser Welt.

 

Kupferliebe arbeitet in der Pflege und kämpft gegen Corona

Was ist gerade die größte Herausforderung ?

Die Zeit ist momentan nicht einfach für uns alle. Wir sind alle nur Menschen und natürlich schlägt mir die momentane Situation sehr aufs Gemüht. Da aus Sicherheitsgründen die Heime geschlossen wurden, dürfen  somit keine Besucher das Haus betreten und die Bewohner natürlich das Haus auch nicht verlassen.Durch diese Situation sind viele Bewohner sehr traurig und fühlen sich alleine. Wir geben unser bestmögliches die Bewohner aufzufangen und sie mit ihren Sorgen nicht alleine zu lassen. Wir sind für sie da: Sind ihr Kummerkasten für Sorgen und Fragen. Wir müssen kreativ werden, um den fehlenden Kontakt mit ihren Angehörigen aufzufangen. Doch ich bin sehr glücklich darüber das unser Haus vor kreativen Ideen nur so sprudelt.

Wir haben für die Bewohner Skype eingerichtet und werden demnächst mit ihnen Briefe an ihre Angehörigen schreiben.

Meine größte Herausforderung ist, das ich das Ganze nicht mit nach Hause nehme und ich mir eine neue Nähe/Distanz Abgrenzung schaffen muss. Ich glaube mir geht es momentan nicht alleine so, sondern tausende Pflegekräfte auf dieser Welt haben das gleiche Problem. Ich muss für mich einen neuen Weg finden damit umzugehen. Es ist nicht leicht, wenn die eigenen sozialen Kontakte wegfallen. Aber ich bin positiver Dinge das zu meistern.

Was wünscht du dir von der Gesellschaft gerade ?

Ich wünsche mir, dass sich alle untereinander helfen. Fragt Nachbarn, die der Risikogruppe angehören, ob ihr Einkäufe übernehmen könnt. Für uns wünsche ich mir, dass ihr alle zu Hause bleibt und euch bitte an die Regeln haltet. Somit könnt ihr uns schützen wie auch unsere Bewohner. Wenn ihr wisst das jemand in euern Bekanntenkreis/Familie/ Freunde in der Pflege arbeitet, schenkt ihm Anerkennung und sagt einmal mehr Danke. Bietet an, dass sie jeder Zeit mit euch reden können, da viel Verantwortung auf unseren Schultern lastet. Fragt viellicht auch, ob ihr für uns Einkäufe abnehmen könnt, denn wir sind auch manchmal einfach nur viel zu müde und kaputt dazu. Die Menschen sollten es vielleicht als Chance sehen und erkennen, das Gesundheit und Familie das wichtigste ist. Ich wünsche mir, das der Pflegeberuf endlich mehr Anerkennung bekommt und das wir so diesen Beruf endlich in das richtige Licht rücken.

Wir sind RELEVANT !!!! … und das werden wir auch noch nach der Corona-Krise sein.

Ich wünsche mir aber auch von der Politik endlich Änderungen im Gesundheitssystem wie auch im Pflegeberuf. Ich wünsche mir eine bessere Bezahlung für die tolle Arbeit die wir tun und das die Pflege nicht mehr nur rein wirtschaftlich gesehen wird. Sondern, dass es hier um Menschen geht und auch irgendwann um dich dort draußen. Es ist eigentlich schon schlimm, dass es einen Corona Virus dazu benötigt!

Jeden Tag das Richtige tun: Helden im Alltag

Möchtet ihr jemanden für vorschlagen für meine Rubrik „Helden im Alltag“ , oder über eure Tätigkeit sprechen, schreibt mir!

Kommentare

Bisher 2 Kommentare zu “Jeden tag das Richtige tun: Unsere Helden im Alltag”

  1. Ganz tolle Idee! Ich finde es einfach klasse, wie mache Berufsgruppen den Alltag meistern! Liebe Grüße!

  2. Barbara Schütgens sagt:

    Es gibt viele Helfer, die jetzt genannt werden: Pflegeinnen, Verkäuferinnen…..
    Aus meiner Sicht sind aber auch gerade die Mitarbeiterinnen z.B. Der Arbeitsagentur so wichtig. Jeden Tag gehen 1000e Kurzarbeiteranträge ein, diese müssen schnellstens für die Firmen bearbeitet werden, damit diese die Löhne noch zahlen können. Wir hatten letztens einen Mitarbeiter der BAG am Telefon, der war sehr verzweifelt, wegen der Maße an Arbeit. Von diesen Mitarbeitern hängt die ganze Wirtschaft ab. Leider kenne ich keinen persönlich, aber vielleicht kann man da nachfragen (leider geht keiner ans Telefon,wegen Überlastung) oder aus deiner Gruppe kennt einer jemanden aus der Arbeitsagentur. Wenn dort nicht schnell gearbeitet wird, könnte es sein, dass wir für 1000 Mitarbeiter im Mai in Schwierigkeiten kommen. Viel Erfolg!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Mit der Nutzung dieses Formulares erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten (Name und Email Adresse) durch diese Website einverstanden. Mehr dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung.