Kolumne

Ich bin zufrieden- mein Mantra für die kommenden Wochen.

1. September 2019 • 3 Kommentare

Mein Haus, mein Auto, mein Freundeskreis, mein toller Body, meine neue Designertasche.

Klingelt es?

wie lerne ich zufrieden mit mir zu sein?

Ich bin zufrieden- mein Mantra für die kommenden Wochen.

Steigt in euch auch dieses ungute Gefühl auf? Wird euch warm, aber nicht ums Herz? Mh… das kenne ich nur allzu gut und kann es auch oft genug mit euch nachfühlen. Neid, Missgunst, Ungerechtigkeit, Ungeduld- All das formt sich zu einem dicken Kloß, der sich erst im Hals ausbreitet und sich dann in jedem Gedanken einnistet, um bei jeder Gelegenheit wieder aufzupoppen und sich immer weiter auszubreiten.

Kein Wunder, leben wir doch immer noch in einer Gesellschaft die sich vergleicht und danach urteilt, wer der Bessere in irgendetwas ist. Wer hat mehr, wer hat etwas Größeres, wer ist lauter, wer ist wichtiger. 

Die Nachbarin war wieder shoppen, diese eine Influencerin war schon wieder im Urlaub, der Kollege hat das nächste neue Auto und was habe ich? Genau da liegt der Ursprung allen Übels. Das ist die Ursache des Bösen, das ist der Punkt, der so offensichtlich ist, dass wir ihn gern übersehen.

Ich weiß nicht ob wir so aufwachsen, ob es dem Menschen in die Wiege gelegt wird, ob wir alle dieses kleine fiese Gen in uns tragen, ob wir zu viel Zeit haben oder ob wir es immer erst viel zu spät lernen. Aber das Grundproblem, dass ich bei anderen und auch bei mir klar sehen kann, ist die eigene Zufriedenheit. 

Sie ist immer präsent und zeigt sich mir jeden Tag. Sie steht vor mir, sie lächelt mich an und reicht mir immer wieder die Hand. Ich müsste nur jedes Mal einen Schritt vorgehen, die Chance ergreifen, meine Gedanken richtig wahrnehmen und mir einfach fünf Minuten Zeit nehmen, um bewusst einzuatmen und in mich zu horchen. Dann könnte ich vielleicht erkennen, wie gut es mir geht. Wie wunderbar ich leben kann, welche Vorzüge und Privilegien ich habe und wie ich sie oft genug missachte, sie weniger schätze und glaube, dass andere es immer besser haben. 

Und wisst ihr was? Vielleicht ist es so.

Vielleicht bist du neben mir klüger, schöner oder schneller am Ziel, aber ich will doch meinen eigenen Weg gehen. Ich will doch meine Beziehung genießen, meine Freundschaften pflegen und mein Geld ausgeben- und nicht dein Leben führen. Ich will bei mir sein. Ich will hier und jetzt das genießen, was morgen schon wieder vorbei sein kann. Was ich heute besitze, kann schon morgen nicht mehr da sein. Wen ich heute treffe, der kann morgen schon nicht mehr an meinem Leben teilhaben. Was ich heute erlebe, werde ich vielleicht nur einmal so spüren können. 

Und was mache ich als kluge Frau?

Anstatt mir zu sagen: „Ich bin zufrieden.“ Vergesse ich in regelmäßigen und immer größer werdenden Abständen, was ich jetzt habe und wer ich jetzt bin. Wie dumm das klingt? Wie bescheuert ich mich anstelle? Stimmt, aber schafft ihr es jeden Tag diesen Punkt zu erreichen, euch gut zu fühlen mit euren Entscheidungen und mit dem Leben, das ihr eures nennt? Das ist nicht so einfach umzusetzen wie wir es gern erzählen, oder? 

Daher gibt es heute, vor allem für mich aber gern auch für euch, eine kleine To-Do Liste, um die Zufriedenheit nicht immer wieder zu vergessen, sie allein zu lassen oder für unwichtig zu erklären. Denn das hat sie nicht verdient. Gerade weil wir uns sie so hart erarbeitet haben, sollten wir sie auch genießen.

P.S. Das kann uns im Übrigen auch zu einem netten Menschen machen. Die finde ich persönlich sehr sympathisch. 

Meine „Ich bin zufrieden“- To-Do Liste

1.Schlag die Augen am Morgen auf und zähle dir selbst drei Dinge auf, auf die du stolz bist. Gehe alle drei Dinge langsam und in mindestens drei Sätzen durch.

2.Suche in jeder Situation in der du dich befindest erst einmal einen einzigen guten Punkt zu finden, dann gern noch einen zweiten, oder einen dritten.

3. Zähle dir im Laufe des Tages immer wieder Dinge auf, für die du dankbar bist. Wenn du magst, trage sie dir in deinen Kalender ein und lies dir gern täglich oder einmal die Woche durch.

4.Setze Scheuklappen auf und vergleiche nicht jede kleinste Situation mit dem leben der anderen. Schau auf deine Gefühle und was du willst. Versuche dich jeden Tag ein Stück mehr vom Gedanken zu befreien, was die anderen denken würden.

Mein Tipp: Sobald diese Frage nur kurz in deinem Kopf aufpoppt, sage drei Mal hintereinander „superkalifragilistischexpialigetisch“.

5.Sprich es aus. Setz dich hin und sag, was dich gerade ärgert, in dir Neid oder Missgunst auslöst. Gern nur für dich oder besprich es mit guten Freunden. Du wirst sehen, das tut deiner Seele gut.

6.Mach einen Haken dran. Manchmal müssen Gedanken oder Themen ruhen oder sind so lange durchgekaut, dass es eigentlich keiner Worte oder Gedanken mehr bedarf. Es ist reine Zeitverschwendung und tief in deinem Inneren weißt du das auch.

Nicht immer klappen alle sechs Tipps und nicht immer werden wir zu 100% zufrieden oder glücklich sein. Aber jeder Tipp für sich ist jeden Tag einen Versuch wert und kann dich nur weiterbringen. Ein Versuch ist immer besser als der Zustand völliger Unzufriedenheit ohne einen kleinsten Hoffnungsschimmer. Du musst ihn nur selbst erkennen. Wie ich auch. Jeden Tag auf ein Neues.

Mein Mantra für die kommenden Wochen: Ich bin zufrieden

Kommentare

3 Kommentare zu “Ich bin zufrieden- mein Mantra für die kommenden Wochen.”
  1. Sammi sagt:

    Hab vielen Dank für diesen Artikel und die Tipps dazu. Gerade eben haben sie mir schon direkt geholfen, den Tag doch noch zufrieden zu beenden.
    Manchmal ist es nicht so leicht, dass zu sehen was man hat und findet sich eben doch in dieser von dir beschriebenen Unzufriedenheit wieder…
    Danke dass du aufzeigst, dass man damit nicht allein ist.

  2. Marie sagt:

    Oh danke, das war toll! Das tat mir gut.
    Ich werde versuchen es umzusetzen. Für mehr Dankbarkeit und Optimismus! Ich finde dazu solltest du einen Hashtag erfinden, um uns täglich daran zu erinnern 🙂
    Passt auch super zu dem Film „Embrace“ (Achtung Werbung für Taryn Brumfitt) , der zum Thema Körpergefühl auch viel Gutes tut.

  3. Marie sagt:

    Danke! Auch für mich kam das heute genau richtig. Du hast es wunderbar formuliert und ich wünsche mir mehr davon 🙂 Ein Hashtag zur täglichen Erinnerung an mehr Dankbarkeit und Akzeptanz würde mir auch gefallen!
    Film-Tipp „Embrace“ zum Thema Körperakzeptanz, passt perfekt.

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