Inspiration

Beachbody? Klar, Beachwear anziehen und die Sonne genießen

31. Juli 2018 • 7 Kommentare

Wir haben einen Knallersommer. Den sollten wir gut nutzen und so viel Zeit wie möglich draußen verbringen. Am See, am Strand, im Stadtbad oder am Pool. Und gerade dann will ich mich in meiner Haut wohlfühlen.

Aber dann fällt mir auch sofort wieder ein, dass ich mich mit meiner Auswahl an Bikinis und Badeanzügen immer noch schwertue. Zurück in die Vergangenheit, in der ich mich in meinem Körper unwohl fühlte? Ja besonders dann, wenn ich Schlagzeilen aus der italienischen Presse am Strand lesen darf. Die hatten dann einfach einmal beschlossen, dass die wunderschönen und gut gebauten Freundinnen sowie die Neumama Chiara Ferragni nicht perfekt aber glücklich seien.

Sie würde sich etwas trauen, ihren „ganz normalen Körper“ zu präsentieren.

 

Die Corriere della Sera schrieb vor einigen Tagen über den Junggesellinnen-Abschied der Mode-Bloggerin und Neu-Mami Chiara Ferragni, sie stelle frohen Mutes ihre Babypfunde zur Schau und auch ihre Freunde seien „rund und glücklich“.

 

Mir fällt dann selbst am Strand nur ein:

Was stimmt bei euch nicht?

Warum um alles in der Welt müssen die Körper von Frauen überhaupt in einer Tageszeitung thematisiert werden? Ich bin ja der Meinung: Beachwear an und du bist strandfertig und dann hast du auch einen Beachbody. Wie ein Nachgeburtsbauch oder andere Rundungen, Polster, Brüste oder Delle einen ganzen Artikel füllen können, ist mir einfach schleierhaft und ich finde es nicht gerade förderlich für die Einstellung zu unseren Körpern. Nicht falsch verstehen, sie sollen sich nicht verstecken, es gibt nichts zu verstecken. Es soll nur keinen sinnbefreiten Artikel über tolle Frauen geben, die einen mega Body haben, aber als rund und glücklich bezeichnet werden, anstatt einfach nur als glücklich. Das ist der falsche Ansatz für mich.

Da ich sofort wieder denken muss: Klasse, was würden die dann über mich schreiben?

Ich will mich wohlfühlen in meinem Körper, aber genau solche Äußerungen befeuern wieder diese ewigen Thematisierungen vom Unperfektsein und dem Mangel an Selbstliebe, weil wir angeblich nicht in das Bild passen. Der Körper einer Frau ist immer wieder Hauptthema und danach gibt es einfach nichts weiter zu sagen über uns. Und ganz ehrlich, wir kennen doch alle diese Tage und die damit verbundenen albernen Gedanken. Diese Kleinigkeiten, die wir dann gern an uns bemängeln und die den anderen um uns herum gar nicht auffallen würden, wenn wir sie nicht immer wieder in Dauerschleife wiederholen oder lesen würden.

Es sind eben doch genau diese Aussagen in Magazinen und im Netz, die uns wieder verkaufen wollen, dass wir Sommer-Sonne-Strand-ready sein müssen.

Natürlich um eine möglichst gute Figur zu machen, oder dann, wenn es nicht so passt, die passende kaschierende Beachwear auszuwählen. Wir meinen einem gesellschaftlichen Schönheitsideal entsprechen zu müssen und das auch am Strand. Das ist natürlich völliger Bullshit! Und doch muss ich auch zugeben, dass solche Artikel immer wieder irgendwo einen Nerv bei mir treffen.

Aber hey ich will mich wohlfühlen, wie zu Beginn des Textes schon angemerkt. Ich will mich nicht verstecken müssen, weil andere ein Bild konstruieren. Daher habe ich diesen sinnlosen Artikel zum Anlass genommen, um euch meine Favoriten in Sachen Beachwear in einen Post zu packen und euch ganz genau zu sagen, wie ihr den perfekten Beachbody bekommt:

Einfach Beachwear anziehen, ins Wasser gehen und die Zeit genießen. Fertig. Egal was andere denken oder euch vorschreiben wollen.

Swimwear mit Cut-Outs

Egal ob in Form von Dreiecken an den Hüften, als Oval am Bauch oder als Streifen zwischen Dekolleté und Bauchnabel – Cut-Outs sind in diesem Jahr ganz besonders im Trend. Ihr solltet bei eurer Auswahl nur darauf achten, dass der Stoff gut sitzt. Andernfalls schnürt der Badeanzug ein und ihr werdet beim Pommes- oder Eisessen irgendwann Bauchschmerzen bekommen.

 

 


Auffällige Muster

Die legendären 70er Jahre sind auch in der Bademode zurück und bezaubern uns mit ausgefallenen Mustern. Zu sehen sind vor allem tropische Blütenarrangements und Retro-Muster, die uns die passende Hippie Stimmung verpassen. Der Vorteil von diesem Trend: Große Muster, großer Auftritt.

 

 


Hohe Höschen

Was in der Street Fashion schon länger Trend ist, hat auch in die Beachwear Einzug gehalten. High Waist Bikini Hosen sind perfekt für mehr Bewegungsfreiheit und das Sitzen in der Sonne. So könnt ihr es euch ganz ungestresst auf einem Badetuch gemütlich machen.

 


Ach, und ich empfand die Reaktion von Chiara Ferragni auf diesen sinnbefreiten Artikel absolut genial gekontert: Sie feuerte auf Instagram zurück, verwendete den Hashtag #BodyShamingIsForLosers und appellierte an ihre 13.6 Millionen Follower, ihre eigenen Gedanken zum Thema zu äußern. Ein wichtiges Zeichen im Sinne der „Body Positivity“: Wir alle sollten unseren Körper gut behandeln und ihn einfach so lieben wie er ist.

Deshalb: Ganz egal für welche Beachwear ihr euch entscheidet: Genießt den Sommer!

Kommentare

7 Kommentare zu “Beachbody? Klar, Beachwear anziehen und die Sonne genießen”
  1. Sammi sagt:

    Ein ganz großartig geschriebener neuer Post. Ich liebe deine Art die Dinge zu betrachten und wie du es einfach mal schaffst, dass ich mir wegen Kleinigkeiten an meinem Körper nicht mehr den Kopf zerbreche. Danke dir ❤️

  2. Iris sagt:

    Danke für diesen tollen Post!! Ich muss sagen, mich langweilt das ständige Gerede/Geschreibe über Figur auch einfach so – als hätte man nichts wichtigeres über eine Frau zu berichten…

  3. Katja sagt:

    Gerade das erste Mal Chiara Ferragni gegoogelt bzw. geinstat, verzweifelt nach runden, glücklichen Körper gesucht…nur glückliche gefunden…jemand interpretierte da rund rein? Wouw bin schockiert und angeekelt von diesen ganzen Diskussionen über Körper…aaaaber nach deinem Post habe ich jetzt Lust auf ein ausgedehnten Besuch am Badesee, ich such mir mal einen raus für das Wochenende, irgendwo wo es Pommes gibt.

    • Franzi sagt:

      Ja schlimm, oder? Ich musste auch suchen. Die Damen sahen alle Bombe aus! Ich weiß nicht, was haben wir uns da nur erschaffen? Wie soll die perfekte Frau denn aussehen? Das ist doch krank. Ab an den See und genießen!

      Alles Liebe dir

  4. Johanna sagt:

    Oh, du hast ja so komplett Recht.

    In dieser ganzen Bodypositivity Gesichte geht es noch viel zu oft um das Aussehen eines Körpers. Das regt mich genau so auf, wie der Begriff Curvy Model. Es geht schließlich nicht darum, einen neuen Trend zu setzen und damit nun wieder andere Frauen auszuschließen, sondern darum, dass wir alle einen Körper haben, den wir lieben sollten. Lieben für das, was wir damit tun können. Wie z.B. in einen Badeanzug schlüpfen und ein Eis essen oder auch zum Sport gehen und mich verausgaben. Ich darf alles mit diesem Körper machen was ich will und er sagt aber gleichzeitig auch nichts über mich als Frau aus.

    Müssen Frauen wie Männer noch lernen. Ich natürlich auch noch, besonders im Umgang mit mir selbst.

    Liebe Grüße
    Johanna

  5. Brini sagt:

    Ich war auch total entsetzt über so einen Bericht in der Zeitung. Zum einen wie man als Zeitung einfach nur sowas schreiben kann aber zum anderen auch, weil sich wirklich keine dieser Frauen irgendwie schämen muss. Das sollten wir alle nicht! Sehr guter Beitrag 🙂
    LG
    Brini
    http://www.brinisfashionbook.com

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