Kolumne

Bride to be oder lieber mom and housewife?

5. Juni 2018 • 11 Kommentare

Es gibt nicht vieles was mir Angst macht, aber eine Sache lässt mich seit der Pubertät nicht mehr los: Ich möchte keine klassische Rolle einnehmen. Das schrieb sie nieder, die mit ihrem blonden Haar, dem Schuhtick und dem Hang zu teuren Taschen. Hallo, ich habe das Klischee für alle Außenstehenden erfüllt. Schuldig im Sinne der Anklage. 

Aber das ist es nicht. Es sind nicht die Stereotype Aussehen und Hobbys, die wir Frauen zuschreiben, die mich nicht schlafen lassen. Viel mehr ist es die Vorstellung (pure Übertreibung), dass es mir irgendwann gefallen könnte am Herd zu stehen zu kochen, auf meinen Mann zu warten und mich zu freuen, dass er der Hauptverdiener ist und ich meinen Hobbys nachgehen kann. Es ist wohl die Angst, mich auf ein „Bride to be“ in meiner Instagram Caption einzulassen und das Thema zu einem wichtigen Ereignis in meinem Leben aufzublasen.


Ladies,

…das ist kein Seitenhieb an diejenigen von euch, die sich genau das wünschen oder es gerade erleben.

Es ist einfach nur nicht mein Lebensentwurf. Ich kann mich für andere freuen, schaue mir die Themen auch gern an und habe auch meine Wünsche und Vorstellungen darüber. Aber für mich sind es keine Ziele oder Wünsche, die ich im Leben oder in der Liebe erreichen möchte. Sie sind mir, um es ganz unromantisch und platt zu sagen: Pups egal.

Manchmal

 …jedoch verfolgen mich diese Gedanken bis in den Schlaf hinein. Dann erwische ich mich selbst im Traum dabei, wie ich meinen Albtraum lebe und es sogar genieße.

In diesen Nächten wache ich immer mit einem unglaublich einnehmenden Zucken auf und muss mir kurz an den Kopf fassen, weil mir ganz normale Lebensentwürfe Angst machen und weil mich der ganze Gedankenmist auch noch bis in meine Träume verfolgt. Das bin ich einfach nicht, auch wenn man das von meinem Auftreten erwartet. Mir wird sogar häufig unterstellt, ich würde eine gute Mutter abgeben, eine gute Hausfrau sein und ich könnte sehr gut kochen. Alles falsch. Alles genau mein ganz persönlicher Nicht- Lebensentwurf. Ich will raus, etwas leisten für mich, Geld verdienen, ich will mehr. Dabei bleiben andere Lebensentwürfe auf der Strecke und ich finde es nicht einmal schlimm. Es ist ok sich zu entscheiden, denn am Ende werde ich mit den Konsequenzen leben dürfen oder müssen.


Warum mir diese ganze Sache so Angst macht?

Das ist eine absolut berechtigte Frage und genau deshalb packe ich sie hier in einen Post. Was ich träume könnte ja irgendwann doch mein Leben sein. Ich könnte es mögen, ich könnte einen neuen Weg gehen und all meine Vorurteile über Board werfen.

Ich habe noch keine richtige Antwort auf diesen Gedankengang. Ich weiß nur, dass die Franzi der Vergangenheit sich mit jedem Jahr, das sie älter wurde, genau das nicht im Leben einplanen wollte. Da gab es diese Gedanken selten bis gar nicht. Schön für euch, aber nicht mit mir. Ich sah mich nie so, weil die Franzi der Zukunft nicht so sein möchte. Aber vielleicht poppt dann doch manchmal ganz unauffällig der Wunsch auf, etwas anders zu machen. Einen anderen Weg einschlage. Logisch, denn was ich nicht kenne, kann ich doch nicht kategorisch ablehnen? Stimmt auch wieder. Doch das Gefühl ist zu wohl doch zu klein, als dass es mir vielleicht doch noch meinen Master Plan vom Leben durchkreuzen könnte.

„Nicht mit mir“ geht es mir dann durch den Kopf. Ich verbuddel das Gefühl ganz weit hinten in den tiefsten Gedankengängen, um ja nicht auf die Idee zu kommen, dass es mir doch gefallen könnte. Denn es ist doch am Ende egal was aus mir wird, oder wo die Reise hingeht. Ich muss nur mit meinen Entscheidungen zu frieden sein. Ich weiß das, aber ich will es nicht immer wahrhaben.

Und außerdem habe ich doch diesen einen verdammten Plan ….. vom Leben vor mir …

Geht es euch auch so? Oder seid ihr euch eurer Entscheidungen immer sicher?

P.S. Den Kuchen hat er gebacken.

Alles Liebe

Kommentare

11 Kommentare zu “Bride to be oder lieber mom and housewife?”
  1. Lisa sagt:

    Liebe Franzi,

    ich kann deinen Lebensentwurf nachvollziehen 🙂 Für mich sind Kind und Ehe etwas sehr Schönes und mir auch sehr wichtig. Aber warum kann man nicht heiraten, Kinder bekommen und Geld verdienen? Ich werde jetzt auch neben meinem Blog wieder arbeiten gehen und am Ende wahrscheinlich mehr Geld als mein Mann haben. Für mich hat sich beides nie ausgeschlossen.

    Lg Lisa

  2. Mrs. Herzensangelegenheit sagt:

    Hi Franzi
    Mal wieder ein feiner Text👍🏻 Ich persönlich sehe es so, dass man sich nie in eine Rolle pressen lassen darf, in die man von anderen nicht gepresst werden möchte. Wichtig ist aber ebenso auch, dass man sich selbst nich in eine solche presst und vieles kategorisch ablehnt/befürwortet, weil man es eben immer schon so gehalten hat.

    Eine richtige Antwort (wer definiert überhaupt, was richtig oder falsch ist) musst du jetzt gar nicht finden und manchmal ist auch keine Antwort eine Antwort 😉 Wichtig ist am Ende doch nur, dass man selbst mit sich und seinem Leben zufrieden ist – egal, was die Gesellschaft/dein Masterplan etc sagt.

    Ich selbst tue mich übrigens meistens sehr schwer, überhaupt Entscheidungen größerer Relevanz zu treffen. Und wenn dann was entschieden wird, bin ich mir noch lange nicht sicher, ob es Netz gut oder schlecht war. Meist zeigt es dann die Zeit und was soll ich sagen: bisher war ich immer noch ganz zufrieden mit allem.

    • Jenny sagt:

      „Ich persönlich sehe es so, dass man sich nie in eine Rolle pressen lassen darf, in die man von anderen nicht gepresst werden möchte. Wichtig ist aber ebenso auch, dass man sich selbst nich in eine solche presst und vieles kategorisch ablehnt/befürwortet, weil man es eben immer schon so gehalten hat.“

      Genau das! Toll wäre es doch, wenn niemand darüber nachdenken müsste, in welche Kiste er nun gerade passen oder nicht passen mag, sondern einfach tut was gefällt und was sich richtig anfühlt – und das darf sich auch verändern.

  3. Saskia sagt:

    Hallo Franzi,

    Du sprichst mir mal wieder aus der Seele. Ich habe manchmal ganz ähnliche Gedanken.
    Ich hab einen ungefähren Plan von meinem Leben und einen noch detaillierteren Plan von dem was ich nicht in meinem Leben will.
    Und dann erwisch ich mich doch manchmal dabei, wie ich mir die Dinge, die ich eigentlich gar nicht will, vorstelle. Und dann gefallen mir meine Tagträumerein manchmal sogar. Erschreckend.

    Danke für Offenheit und das du das mit uns teilst.

    Liebe Grüße
    Saskia

  4. Ann-Vivien sagt:

    Hallo liebe Franzi,

    ich würde mich da gar nicht so sehr versteifen. Das Leben kommt wie es kommt. Ob mit oder ohne Masterplan.
    Auch Heirat, (kleine) Kinder und eine Zeit lang zu Hause bleiben sind ja oftmals nur Abschnitte des Lebens die sich immer wieder verändern. Hochzeiten sind schön, aber sie sollten nicht zu dem schönsten Tag des Lebens stilisiert werden. Zu Hause bleiben, um sich um die Kinder zu kümmern ist okay, aber auch danach gibt es noch ziemlich viel zu erleben und genug Platz für eine weitere Karriere.

    Als Frau hat man nun mal die Qual der Wahl zwischen Hausfrau oder Karriere und Gesellschaftlich gesehen ist irgendwie beides falsch. Abgesehen davon, dass alles dazwischen irgendwie nicht richtig ist, super schwer zu handeln und finanziell und emotional eine riesige Herausforderung ist. Wie du so schön sagst, gibt es also kein richtig oder falsch. Wichtig ist es, dass man damit selber glücklich ist.

    Ich selbst war immer darauf getrimmt Karriere zu machen, koste es was es wolle. Was denn diese Karriere überhaupt bedeutet und was ich vom Leben eigentlich erwarte hat mich viel Selbstreflexion gekostet. Wer Kinder möchte muss nun mal irgendwann Kompromisse eingehen und dieser Kompromiss findet zu großen Teilen nun mal zu Lasten meiner „Karriere“ statt. Und je länger ich über meine Wünsche und Vorstellungen nachdenke, desto weniger schlimm finde ich das. Denn es gibt einfach wichtigere Dinge als irgendeinen 40 Stunden Job und die Elternzeit ist für mich eine Möglichkeit meine Selbstständigkeit nochmal anders anzugehen.

    Liebe Grüße,
    Ann-Vivien

    von http://www.annvivien.blog

  5. Amelie sagt:

    Ich habe tatsächlich meinen Masterplan und bin mir sehr sicher, wo ich später stehen möchte.
    Allerdings stelle ich jetzt schon immer wieder fest, dass ich meine Pläne wohl doch lockern muss.
    Der Liebe wegen, weil sich in meinem Metier gerade unfassbar viel tut, sodass sich ganz neue Perspektiven ergeben, usw.

    Ich versuche es jetzt, entgegen meiner Natur, es mit John Lennons Worten zu halten:
    Life is What Happens To You While You’re Busy Making Other Plans ;D

    Liebe Grüße

  6. Julia sagt:

    Liebe Franzi,

    jeder muss mit seinen Entscheidungen, welche er getroffen hat, Leben. Ich möchte auf mein Leben zurückblicken und etwas hinterlassen. Du kannst „anderen“ später erzählen, was du gemacht hast und wer du einmal warst… aber den „anderen“ wird es egal sein. Außer deinen Kinder, die werden stolz auf dich zurückblicken und dann weist du, dass du alles richtig gemacht hast…

  7. Julia sagt:

    Liebe Franzi,

    jeder muss mit seinen Entscheidungen, welche er getroffen hat, Leben. Ich möchte auf mein Leben zurückblicken und etwas hinterlassen. Du kannst „anderen“ später erzählen, was du gemacht hast und wer du einmal warst… aber den „anderen“ wird es egal sein. Außer deinen Kinder, die werden stolz auf dich zurückblicken und dann weist du, dass du alles richtig gemacht hast…

    Liebe Grüße

    Julia

  8. Sarah sagt:

    Liebe Franzi,

    ich wusste schon von klein auf, dass ich Kinder möchte, eine Familie, aber heiraten? Dieser Gedanke hat mir immer Angst gemacht, macht er immer noch. Mein Freund möchte aber unbedingt heiraten, darüber mache ich mir viele Gedanken. Gebe ich zu viel von mir auf wenn ich hier nachgebe? Bin ich dann immer noch ich? Ich finde das so schwierig und es macht mich auch gleichzeitig traurig, wütend und noch viel mehr.

    Ich habe nichtmal eine richtige Erklärung warum ich nicht heiraten möchte, meine Eltern sind nicht geschieden auch sonst gibt es in meinem Umfeld bisher keine Scheidungen.
    Trotzdem war das nie etwas, dass ich für mich wollte.

    Vermutlich werde ich ihn irgendwann heiraten, ich hoffe das ändert nichts.

    Ich musste musste mir das einfach kurz bin der Seele schreiben.

    Liebe Grüße Sarah

  9. Katja sagt:

    Ich habe deinen Artikel gelesen und die Kommentare der anderen und eine Frage stellt sich mir hier, wir alle haben die gleichen Ängsten, warum? Es stimmt irgendwo müssen wir uns entscheiden, kriegen wir Kinder verstreicht die Arbeitswelt ohne uns weiter (bis auf wenige Ausnahmen) und wir müssen die Karriere hinten anstellen. Andersrum tickt unsere Uhr ja doch, keiner von uns kennt seinen Körper so gut das jede von uns sagen könnte ach mit 38 da kann ich noch locker Kinder kriegen erst die Karriere. Vor allem beim Thema Kinder hat man wahrscheinlich den größten Druck, Hausfrau sein.. arbeiten..kochen..nicht kochen all das lässt sich beliebig oft im Leben verändern und erneuern aber Kinder? Entweder du hast sie mal bekommen oder nicht, nur hast du sie bekommen sind sie da und du in der größten Verantwortung die einer haben kann.. und so kann man sich verrückt machen. 😀 Früher wollte ich so früh wie möglich Kinder haben, Mutter sein, 3 Jahre daheim bleiben. Heute mit 25 schiebe ich das ganze gerne noch weitere 5 Jahre von mir weg, wenn dann gehe ich nach einem Jahr wieder arbeiten. So der Plan jetzt, morgen ist er wieder anders…es ist ein Dilemma. 😀

  10. Maria sagt:

    Franzi, du sprichst mir aus meiner Seele! Eine Hochzeit ist schön, ich freue mich für andere mit, ich träume hin und wieder davon, es womöglich bei meiner Hochzeit aussehen könnte. Aber ich möchte es nicht. Ich bin in einer festen Partnerschaft und wir sind beide glücklich. Alle um uns herum fragen bereits, wann denn unsere Hochzeit stattfinden soll. Meine Freundin hat geheiratet und wir sprachen über die Ehe. Für sie ist es absolut der größte Wunsch gewesen ihren Freund zu heiraten. Ich durfte aber nicht Trauzeugin werden, weil ich eben nicht so hinter dem Konzept der Ehe stehe. Man kann auch ohne Ehering miteinander glücklich sein.

    Hin und wieder Träume ich sogar, dass mein Freund mir einen Antrag macht oder dass wir heiraten und ganz ehrlich, ich bekomme im Traum Panikattacken. Ich habe für mich einen anderen Plan, ich bin keine Hausfrau, im Gegenteil, ich verfluche die Hausarbeit immer wieder und das Essen zubereiten steht ganz unten auf meiner Liste.

    Vielen Dank für deinen Beitrag. Es tut gut zu wissen, dass ich nicht alleine bin.

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