Kolumne

# BloggerfürFlüchtlinge WELCOME #3

13. September 2015 von

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Was verursacht Angst? Wie sehen unsere Ängste aus und haben wir im Moment das Recht auf ihnen zu pochen? Wenn ich Nachts wach liege, stelle ich mir diese Fragen immer und immer wieder.

# BloggerfürFlüchtlinge WELCOME #


„Ich glaube, wir haben Angst. Angst, dass uns jemand zeigt, wie die Welt wirklich aussieht. Krieg gibt es immer und überall auf der ganzen Welt, doch können wir oft einfach wegschauen, das Radio ausschalten, die Nachrichten ignorieren und dem Menschen den Rücken kehren ohne weiter zu hinterfragen. Jetzt ist es aber auf einmal zu nahe, um die Augen zu verschließen. Wir werden aus unserer Bequemlichkeit gedrängt. Wer immer wegschaut, wird auf einmal überrollt von all der Flut. Aber haben wir uns jemals gefragt, wie lange wir schon weggesehen haben? Auf einmal sind sie da, die Stimmen, die Angst und die Frage der Schuld ist schnell geklärt. Doch wie sieht sie aus, die Angst, die wir auf einmal spüren? Was lässt uns Nachts nicht mehr schlafen? „Mein Haus, mein Auto, meine Rate, Welcome Iphone.“ Unsere Angst begründet sich auf materielle Verluste. Wir müssen nicht um unser Leben rennen, um unsere Familien bangen und uns in Gefahr begeben, um dem Tod zu entrinnen. Vielleicht sollte uns genau das Angst machen, dass wir bereit sind, für Geld, für Luxusartikel auf Menschlichkeit zu verzichten.
Wir geben nicht mehr aus Nächstenliebe, wir erwarten etwas zurück. Anstatt auf Grundwerte unserer Gesellschaft einzugehen, werden Technikgeräte und Turnhallen beweint. Wer in unser Land kommt, muss sich das verdienen. Aber was ist mit euch, die hier schon leben? Wir erzählen uns schlimme Geschichten über schlimme Menschen und wollen aber doch fair und ohne Vorurteile jeden Raum betreten. „Wer hat die Verbrechen vor den Flüchtlingen begangen?“ Wir fordern, wollen, verlangen und haben ein Gesetz der Natur, der Menschlichkeit ignoriert, das Geben immer ehrlich von Herzen kommen muss. „Ich reiche dir die Hand, was zahlst du dafür?“ Wir haben den Wert des Geldes über den Wert eines Menschenlebens gesetzt und wollen nichts mehr abgeben. Denn wir zahlen doch schon so viel, denn wir arbeiten doch so hart, denn wir leben doch so schlecht. – Vielleicht ist es wahr, vielleicht muss der Mensch diese Erfahrung machen, vielleicht muss er hungern, vielleicht muss er Menschen sterben sehen, vielleicht muss er verjagt werden, um das Leben wieder zu schätzen um den Kampf anderer zu sehen und ihn auch nachempfinden zu können. „Brechen wir erst mit Empathielosigkeit und Wut, wenn wir Hilfe benötigen?“ Wir schwingen die Keulen und die Fackeln unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit, wir biegen sie mit flachen Parolen, erfundenen Geschichten und suchen Zustimmung. Offene Diskussionen können wir nicht mehr führen. Denn wenn der Ursprung aller Ängste Geld und Konsum ist, über was wollen wir dann diskutieren?

Wir müssen uns und anderen die Hand reichen. Angst ist kein Grund für Hass. Meinungsfreiheit bedeutet nicht, andere auf Grund ihrer Herkunft, Hautfarbe oder Religion zu verurteilen.“

Woher kommt unsere Angst?

Kommentare

Bisher 4 Kommentare zu “# BloggerfürFlüchtlinge WELCOME #3”

  1. S. sagt:

    Wahre Worte…
    Ich mag deine Texte generell ausgesprochen gerne, aber gerade die, die du zum Thema #BloggerfürFlüchtlinge schreibst, berühren mich sehr.
    Liebe Grüße,
    S.
    http://cappuccinocouture.blogspot.de/

  2. Alexandra sagt:

    Wunderschön geschrieben. Mich beschäftigt das Flüchtlingsthema momentan auch und ich kann manchmal das Verhalten einiger Menschen nicht verstehen. Falls du Lust hat meine Gedanken dazu zu lesen: http://www.neon.de/artikel/sehen/politik/krieg-t-ihr-nicht-genug/1511670

  3. Anonymous sagt:

    Sehr toll geschrieben!! „Vielleicht sollte uns genau das Angst machen, dass wir bereit sind, für Geld, für Luxusartikel auf Menschlichkeit zu verzichten.“

  4. […] Tipps wie und wo man helfen kann und was für Spenden dringend benötigt werden. Doch auf zukkermädchen schreibt Franzi auch einmal über die Ängste, die durch die ankommenden Flüchtlinge in uns […]

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