Beauty

Mythos oder Wahrheit: Was ist dran am Hype um Retinol?

7. Mai 2019 • 1 Kommentar

Ich weiß, laufend kommen neue Beauty-Innovationen auf den Markt, die uns versprechen, durch dieses oder jenes Produkt bald faltenfrei zu sein. Doch allen Neuheiten zum Trotz, können sich Dermatologen noch immer auf einen effektiven Anti-Aging-Wirkstoff einigen: Retinol.

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Und das hat einen einfachen Grund: Diese Substanz, die bereits seit vielen Jahrzehnten in der Kosmetik eingesetzt wird, ist nach wie vor unangefochtener Best-Performer bei der Bekämpfung der Hautalterung. Außerdem wurde seine Wirkung in zahlreichen Studien belegt. Grund genug, diesen absoluten Klassiker der Anti-Aging-Pflege genauer zu beleuchten.

Der Ursprung von Retinol

Der Superstar unter den Anti-Aging-Mitteln ist nicht neu: 1913 entdeckte der amerikanische Biochemiker Elmer McCollum den Wirkstoff Retinol. Nachdem der Schweizer Chemiker Paul Karrer sich mit ihm in seinen Forschungen noch eingehender beschäftigt hatte, wurde er dafür 1937 mit dem Nobelpreis für Chemie belohnt. Seit den 1970er-Jahren schließlich wird Retinol in der Kosmetik eingesetzt – Und ist seitdem nicht mehr wegzudenken. In der kosmetischen Faltenbekämpfung gilt es als Holy Grail. Und es ist nicht übertrieben zu behaupten: Alle anderen Anti-Aging-Wirkstoffe werden an ihm gemessen.

Was genau ist Retinol?

Retinol ist die stärkste Form von Vitamin A, was für das Wachstum der Hautzellen wichtig ist. Genau dieses Vitamin wird entzogen, sobald der Alterungsprozess beginnt oder man häufig UV-Strahlen ausgesetzt ist. Die Haut verliert an Elastizität, es entstehen Falten. Wenn man jung ist, reicht es, Vitamin A in der Nahrung zu sich zu nehmen (Vitamin A ist beispielsweise in Orangen, Karotten, Spinat, Fisch, Eiern oder Milchprodukten enthalten) – Hier schafft es der Körper noch alleine, das Vitamin in Retinol umzuwandeln und Falten aufzufüllen. Im Laufe der Jahre verlangsamt sich der Prozess allerdings. Dann kann man mit Retinol in Cremes, Seren, Gels oder Pflegeampullen etwas nachhelfen. Dies wird in der Haut in Tretinoin (Vitamin-A-Säure) umgewandelt und demonstriert so seine geballte Power.

Retinol in seinen verschiedenen Erscheinungsformen:

Retinoide sind der Überbegriff für alle Retinolvarianten. Dazu zählen:
1. Retinol
Retinol findet man in vielen Pflegeprodukten – Das ist der Wirkstoff, der in der Haut in Vitamin-A-Säure umgewandelt wird und die Kollagenbildung anregt.
2. Retinsäure
Diese Vitamin-A-Säure ist deutlich höher dosiert und deswegen auch verschreibungspflichtig. Es gilt jedoch: Je höher die Konzentration, desto größer die Wahrscheinlichkeit einer Hautreizung.
3. Retinyl Palmitate
Sie sind Abkömmlinge des Retinols und wesentlich sanfter zur Haut. Nachteil: Trotz antioxidativer Wirkung ist die Anti-Aging Wirkung im Vergleich zu reinem Retinol verschwindend gering.

Wann und in welcher Kombination sollte Retinol am besten verwendet werden?

Am besten abends, um die Haut bei ihrem Regenerationsprozess in der Nacht zu unterstützen. Es spricht aber nichts dagegen, Retinol auch tagsüber unter einer Sonnencreme zu verwenden.  Untersuchungen haben gezeigt, dass Vitamin A und Vitamin C zusammen gut unter einem Sonnenschutzmittel wirken, um die Haut gegen UV-Strahlen zu schützen. Viele behaupten außerdem, dass chemische Peelings mit AHA oder BHA-Säuren nicht in Kombination mit Retinol angewendet werden sollten. Der Grund: der Säuregrad vom Peeling soll den pH-Wert der Haut senken und somit das Retinol daran hindern, es in Retinsäure umzuwandeln.

Wissenschaftlich belegt ist das bislang allerdings nicht. Hautpflege-Experten sprechen sich sogar für eine gemeinsame Anwendung der Stoffe aus. Als Grundlage dienen Untersuchungen, die gezeigt haben, dass Retinol in Kombination mit einem AHA-Peeling schonend helfen kann, Hyperpigmentierung der Haut zu mindern und den Teint zu verfeinern. Letztlich reagiert jede Haut anders und wir müssen unsere Pflege entsprechend anpassen.

Was ist die ideale Konzentration?

Wie bei nahezu allen Inhaltsstoffen muss er zunächst getestet werden. Es empfiehlt sich, vorsichtig mit so intensiven Substanzen zu starten. Am besten beginnt man damit, es einmal die Woche in niedriger Konzentration (0,01%) zu verwenden und sich dann zu steigern. Mit konstanter Anwendung wird das Retinol schließlich seine volle Wirkung entfalten. Die ersten sichtbaren Veränderungen hängen von der Anwendungshäufigkeit und Stärke des Produkts ab. Es kann also auch mal 8-12 Wochen dauern, bevor man selbst eine Verbesserung des Hautbildes durch Retinol sieht.

Bei manchen Hauttypen geht’s schneller, bei anderen langsamer.

Weil eine hochkonzentrierte Creme auch gewisse Hautschichten leicht abträgt um das Hautbild zu verfeinern, wird die Haut automatisch empfindlicher gegenüber Sonnenlicht. Ein weiterer Grund also, um tagsüber unbedingt ein Sonnenschutzmittel zu verwenden.

Wer mit besonders sensibler Haut oder Erkrankungen (Rosacea, Ekzeme etc.) zu kämpfen hat, sollte vor Gebrauch eines retinolhaltigen Produkts einen Dermatologen zu Rate ziehen. Auch in der Schwangerschaft und Stillzeit sollten sie nur nach vorheriger Absprache mit dem Arzt verwendet werden. Im Zweifel besser darauf verzichten.

Ist die Wirkung tatsächlich belegt?

In Amerika, wo Retinol unter Verbrauchern weitaus bekannter ist als hierzulande, heißt es: Das beste Anti-Falten-Mittel ist Sonnenschutz, dann kommt Retinol. Viele klinische Studien belegen seine Wirkung, eine der jüngsten stammt von der Michigan Medical School: Sie gaben Probanden Retinol- und Placebo-Cremes. Nach 24 Wochen war die Haut, die mit dem Vitamin A behandelt wurde, deutlich straffer und enthielt mehr Kollagen.

Und, hat euch der Power-Wirkstoff auch schon überzeugt?

Kommentare

Ein Kommentar zu “Mythos oder Wahrheit: Was ist dran am Hype um Retinol?”
  1. Anne sagt:

    Was ist denn Dein Lieblingsretinolprodukt?

    Es grüßt,

    die Anne

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