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Urgs du trägst Polyester? Was kann Polyester als Kleidungsstoff?

12. Februar 2019 • 4 Kommentare

In Polyester schwitzt man, die Sachen riechen nach Plastik und man sieht billig darin aus. So oder so ähnlich lauten noch heute die Vorurteile. Doch wie bei allen anderen Stoffen gilt auch hier: Die Qualität macht’s.

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Denn Polyester kann…

…wenn die Marke es möchte, mittlerweile qualitativ viel hochwertiger als noch vor 30 Jahren hergestellt werden. Polyester wurde auch deshalb ein heute nahezu unverzichtbares Material, um Bekleidung pflegeleichter, farbechter und kostengünstiger zu machen. Wir haben nur ein Problem- es passt nicht zum Thema Nachhaltigkeit, richtig? Da mit der Trendwende in diese Richtung eben wieder natürliche Stoffe wie Baumwolle, Wolle oder Leinen beliebter wurden.

Es könnte dennoch gute Gründe für Polyester geben – Auch abseits von Preis und Funktionalität – Die ich heute gern mit euch besprechen möchte.

Woraus besteht Polyester?

Polyester ist aus der Modewelt nicht mehr wegzudenken. Die meisten haben ihn im Schrank, doch die wenigsten wissen genau, wie er sich zusammensetzt. Schon im 19. Jahrhundert versuchte man, Kunststoffe aus Polyester herzustellen, um eine preiswerte Alternative zur teuren Seide zu schaffen.

Der Durchbruch gelang jedoch erst den Briten John Rex Whinfield und J.T. Dickson 1941. Polyester ist eine chemische Microfaser und besteht aus Polyethylenterephthalat, kurz PET. Grundmaterialien sind Steinkohle, Kalk, Erdöl und Erdgas. Je nach Bekleidungsart wird es mit anderen Stoffen wie Baumwolle oder Viskose gemischt.

Welche Eigenschaften hat Polyester?

  • ist extrem langlebig und resistent gegen viele Chemikalien
  • ist pflegeleicht und kann ganz einfach zu Hause gewaschen werden
  • ist vor allem deshalb ein häufig verwendeter Stoff in der Modeindustrie, da es widerstandsfähig gegen
  • Schrumpfung und Dehnung ist, weshalb es nicht so schnell Falten wirft
  • die Fasern, die für die Polyesterherstellung genutzt werden, sind sehr stark und trotzdem leicht
  • die Fasern lassen sich leicht einfärben und überzeugen mit satten Farben
  • ist schnelltrocknend und wird daher gern für Outdoor-Kleidung genutzt
  • Zum Thema Nachhaltigkeit

Ein großer Nachteil von Polyester, der zu recht immer wieder eingeworfen wird, ist der Verbrauch von Erdöl, der bei der Produktion anfällt. Dem versuchen die Labels durch eine andere Herstellungsmethode entgegenzuwirken: Plastikflaschen werden zunehmend für die Textilherstellung genutzt, indem sie zu Polyestergarn verarbeitet werden (rPET). Ein weiterer Vorteil bei Polyester: Die Produktion verbraucht wesentlich weniger Wasser als zum Beispiel die Herstellung von Baumwolle.

Was hat Satin mit Polyester zu tun?

Baumwolle Satin wird noch immer häufig mit Polyester Satin, dem extrem glänzenden Stoff, verwechselt. Der Begriff „Satin“ sagt dabei nichts über das Material, sondern lediglich über die Webart aus. Durch eine spezielle Bindung, die „Atlasbindung“, entsteht der Stoff, welcher aufgrund seiner glatten, kühlen und fließenden Oberfläche besonders bei eleganten Blusen, Kleidern, aber auch Bettwäsche beliebt ist.

Bei dieser Webart überwiegen auf der Oberseite die Schussfäden und auf der Unterseite die Kettfäden. Abhängig vom Lichteinfall und von den verwendeten Fasern entsteht dadurch ein schöner Glanz, der den Stoff so edel wirken lässt.

Labels verwenden diese Herstellungsmethode gern, da die endlosen Fasern den Glanz des Satins zusätzlich verstärken. Allerdings sollte man vorsichtig mit dem Stoff umgehen. Wenn nämlich aus Versehen ein Faden gezogen wird, ist das auf der Oberseite deutlich sichtbar und zerstört oftmals die Optik des Materials.

Polyester kann ….

… in Punkto Aussehen und Tragekomfort absolut mit natürlichen Materialien mithalten, wenn man sich für die hochwertige Variante und ein passendes Mischgewebe entscheidet. Beachtet bei eurer Auswahl einfach, dass nicht alle Polyesterstoffe gleich hergestellt werden. Deshalb lohnt es sich, zu recherchieren und auf die entsprechenden Labels zu setzen.

 

Edit: Der Hinweis kam auf Instagram: Polyester waschen- Mikroplastik wird freigesetzt. Die Guppy Friend Bag ist hier ein Thema was ich mir näher ansehen werde.

Kommentare

4 Kommentare zu “Urgs du trägst Polyester? Was kann Polyester als Kleidungsstoff?”
  1. da_lindchen sagt:

    Sehr interessanter Artikel!
    Um ehrlich zu sein hat es mich in den letzten Jahren extrem genervt, dass es in vielen Läden fast nur noch Blusen und Tops aus 100% Polyester zu kaufen gab (als vor allem Chiffonblusen und leichte Transparenz in waren). Klar sehen die Stoffe schön aus und knittern kaum, aber ich mache mir da wirklich immer Sorgen vor Geruchsbildung, wenn man etwas schwitzt.
    Über den Nachhaltigkeitsgedanken habe ich mir da ehrlich gesagt noch nie Sorgen gemacht. Aber ich finde die Langlebigkeit der Stoffe und die Möglichkeit zum PET Recycling echt gute Argumente für den Stoff. Als Konsument ist es eben nur schwierig nachzuvollziehen, wie ein Produkt nun hergestellt wurde. …

    Auf jeden Fall danke für den Denkanstoß. Ich werde die Qualitäten in Zukunft mal genauer vergleichen 🙂

  2. Katja sagt:

    Interessant und schön objektiv geschrieben. Vielen Dank für den Einblick. 🙂

  3. Jana sagt:

    Wie oben im edit beschrieben, das schlimmste am Polyester ist die Freisetzung von Mikroplastik beim waschen, die Guppy Bag ist leider ziemlich klein, aber ein Anfang. Polyester ist für mich trotzdem ein no go.

    • Franzi sagt:

      Hello also es gibt auch schon größere zumindest das was ich online gesehen habe. Also finde ich es doch eine gute Alternative für die Sachen die mah. Vor allem bei Sportbekeleidung, Mischgewebe finde ich es eine gute Sache. Vielleicht müssen wir uns dennoch einen Kreislauf ausdenken, da der Müll leider trotzdem da ist. Das ist die Frage und der Konsum von einigen zurückgeht, aber nicht von allen.

      P.S. ich habe z.B. oft Probleme bei 100 Baumwolle. Meine Haut veträgt es oft nicht.
      Alles Liebe

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