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Keratosis Pilaris: Was steckt hinter der Reibeisenhaut?

18. Dezember 2018 • 2 Kommentare

Ich habe ein kleines Hautproblem. Ob es eine Krankheit ist? Da sind sich die Ärzte auch nicht ganz sicher. Fakt ist nur, es gibt dieses Problem, aber es wird selten darüber gesprochen.

Es ist keine Neurodermitis und auch keine Akne. Es ist Reibeisenhaut und die kommt öfter vor als gedacht. 
Jedoch habe ich lange Zeit nicht darüber gesprochen, oder mich ausgetauscht. In einer Welt in der wir auch mit weit über 50 straff glatt und jung sein müssen, passt dieses kleine Hautmanko einfach nicht ins System und so dachte ich auch lange Zeit:

Es ist nur mein Problem und niemand würde es verstehen.

Aber ich will über dieses Thema sprechen und euch einfach an meinem persönlichem  Problem teilhaben lassen. Auch wenn wir am Ende vielleicht nur über ein kosmetisches Problem sprechen, hat es mir gerade in meiner Teenagerzeit doch oft den Spaß im Alltag genommen, mich verunsichert und mir das Gefühl gegeben: Ich wäre das Problem. Es ist für mich daher auch ein umfangreicheres Thema, es ist mir ebenso etwas unangenehm über dieses Hautproblem zu sprechen, aber ich weiß heute: Ich bin damit nicht allein.

Daher habe ich dieses Thema in zwei Blogposts geapackt. Im ersten Blogpost soll es um den Begriff und um allgemeine Tipps geben. Im zweiten Post gehe ich auf meine persönlichen Erfahrungen ein. Legen wir los!

Reibeisenhaut…

(Keratosis Pilaris) ist eine genetisch bedingte Hautstörung. Sie tritt als eine Ansammlung kleiner weißer oder roter Pickelchen auf, die man häufig am oberen Teil der Arme, an den Oberschenkeln, am Po und teilweise auch im Gesicht findet. Das Phänomen Keratosis Pilaris betrifft über 50% der Bevölkerung. Vier von fünf Jugendlichen sowie jeder zweite Erwachsene leidet unter der Verhornungsstörung – Mit zunehmendem Alter soll die Reibeisenhaut etwas weniger werden. Auf den ersten Blick sehen die Hautveränderungen durch die Keratosis Pilaris aus wie eine Gänsehaut. Sie tuen normalerweise nicht weh und jucken auch nicht. Allerdings halten sie sich hartnäckig und verschwinden leider auch nicht wieder von selber.

Was sind die Ursachen für Reibeisenhaut?

Die Keratosis Pilaris ist keine Krankheit, sondern streng genommen ein kosmetisches Problem. Ursache ist eine weit verbreitete genetische Veränderung, deren Auslöser eine Verhornungsstörung der Haarfollikel ist. Durch Ablagerungen von Keratin kommt es zur Verstopfung der Talgdrüsen am Haarbalg. Im Ergebnis bedeutet das: Die Hautzellen verhärten und entzünden sich. Dadurch fühlt sich die Haut rau – Ähnlich wie ein Reibeisen – an. Risikofaktoren sind trockene Haut und verschiedene allergisch bedingte Erkrankungen, beispielsweise Heuschnupfen oder Neurodermitis. Vor allem im Winter kann es durch die trockene Luft zu einer Verstärkung der Symptome kommen.

Was kann man gegen Reibeisenhaut unternehmen?

Wie schon erwähnt, heilen kann man dieses Leiden nicht. Aber bei meiner Recherche bin ich auf verschiedene Empfehlungen gestoßen, wie man lernen kann, mit Keratosis Pilaris zu leben. Diese möchte ich gern mit euch teilen. Und natürlich werde ich sie auch selber testen und euch Bescheid geben, ob sie bei mir wirken.

1. Regelmäßiges Körper-Peeling

Am besten sollen bei Reibeisenhaut regelmäßige Peelings helfen, um die Verhornungsstörung zu beheben, damit der Talg wieder abfließen kann. Die besten Erfolge erzielen laut Hautärzten Fruchtsäurepeelings mit Vitamin A. Aber auch mit einem mechanischen Peeling, etwa mit dem Hausmittel Salz, sollen deutliche „Vorher Nachher“-Effekte sichtbar werden. Hautärzte empfehlen: Nicht öfter als zweimal die Woche.

2. Die richtige Pflege

Da die Reibeisenhaut meist sehr trocken ist, muss sie ordentlich mit Feuchtigkeit versorgt werden. Besonders gut sind laut Experten Körper-Öle, Dusch-Öle oder Öl-Bäder. Auch hier eignen sich Hausmittel wie Olivenöl. Daneben können auch Cremes mit Urea oder Retinol (Vitamin A) bei extrem trockener Haut helfen, für Ausgleich zu sorgen.

3. Sonne in Maßen

Sonnenanbeter werden sich bei dieser Empfehlung erst mal freuen, dennoch sollte man es mit dem Sonnenbaden nicht übertreiben. Schließlich können Sonnenstrahlen ungeschützt zu Hautalterung und bösartigen Hautveränderungen führen. Allerdings haben Studien gezeigt, dass gerade Sonne und Salzwasser einen positiven Effekt auf die Verhornung haben. Das Erhaschen von Pigmenten kann in Maßen also förderlich sein, um Keratosis Pilaris zu mindern.

4. Ernährung umstellen

Nur durch eine Änderung der Essgewohnheiten könnt ihr die Reibeisenhaut sicher nicht loswerden. Was aber zumindest helfen kann, ist eine gesunde und vor allem ausgewogene Ernährung. Und selbstverständlich solltet ihr immer genug trinken, damit die Haut von innen mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt wird. Eine sehr zuckerreiche Ernährung, häufiger Alkoholkonsum sowie Rauchen können der Haut zusätzlich schaden. Bezogen auf die Reibeisenhaut berichten einige Betroffene, dass sie mithilfe einer glutenfreien Ernährung ihr Hautbild verbessern konnten. Wissenschaftlich belegt ist dies jedoch nicht.

5. Die richtigen Textilien

Wer unter Reibeisenhaut leidet, sollte auch auf die richtige Kleidung achten. Insbesondere Wolle und synthetische Materialien direkt auf strapazierter Haut können zu einem Ungleichgewicht führen und Talgstau fördern. Auch deshalb ist die Reibeisenhaut im Sommer weniger stark ausgeprägt – Sie kann dann besser atmen und ist keinen mechanischen Reizen ausgesetzt. Im Winter wird von Hautärzten das Tragen von Baumwollkleidung empfohlen.

6. Starke Temperaturschwankungen meiden

Wenn die Haut starken Temperaturschwankungen ausgesetzt ist, reagiert sie oft gereizt und wird schneller trocken. Im Winter ist das besonders häufig der Fall, wenn es draußen kalt und drinnen durch die Heizungsluft kuschelig warm ist. Dagegen kann man zwar schwer etwas unternehmen. Es ist trotzdem ratsam, nicht zu heiß zu duschen und die Wohnung nicht übermäßig zu heizen. Und das sagt die dauernde Frostbeule, …

Seid ihr selbst von Reibeisenhaut betroffen und habt eine spezielle Therapie gefunden, die ihr mit uns anderen Betroffen teilen möchtet? Schreibt eure Erfahrungen gern in die Kommentare.

Im zweitem Teil möchte ich meine Erfahrungen und Tipps mit euch teilen.

Kommentare

2 Kommentare zu “Keratosis Pilaris: Was steckt hinter der Reibeisenhaut?”
  1. Carla sagt:

    Ich bin meine Reibeisenhaut tatsächlich losgeworden – also fast. 🙂

    Bei mir trat das auf einmal Mitte der 20er plötzlich auf im Winter, sodass ich eigentlich nie kurze Ärmel oder Tops getragen habe, die ganzen letzten Jahre nicht. Im Sommer verschwindet es zum Glück durch die Sonne, aber sobald man wieder verstärkt lange Ärmel und dicke Pullis getragen hat, war alles zurück. Ich habe jahrelang recherchiert, gegoogelt und zig verschiedene Sachen ausprobiert, bis hin zur Eigenurintherapie. Hat alles nicht geholfen.

    Meine Haut ist generell sehr empfindlich und ich bin leider auch mit über 30 nach wie vor Akne geplagt.
    Auch das ist in meinem Fall eine Verhornungsstörung. Zudem habe ich Keratosis Pilaris nicht nur an den Oberarmen, sondern leider auch am Po und an den Oberschenkeln.

    Letztes Jahr hat mir eine Freundin das „Iso-Urea Fluide“ von La Roche Posay empfohlen und das finde ich wirklich wirklich gut. Ich glaube nur, das Fluide hat vor Jahren bei Öktotest mal nicht so gut abgeschnitten… :/

    Damit creme ich mich jeden Tag nach dem Duschen ein. Zudem verwende ich abends eine BHA Bodylotion (Weightless Body Treatment 2% BHA) von Paulas Choice. Mit BHA habe ich schon sehr gute Erfahrungen gegen die Akne gemacht und ich glaube, das ist jetzt auch der Schlüssel in der Behandlung der Reibeisenhaut.

    Was ich persönlich nicht vertrage sind mechanische Peelings in Form von Bürsten, einem Luffaschwamm oder eben Duschpeelings. Das macht die Haut kurzzeitig weich, insgesamt verstärkt es aber die kleinen roten Punkte…

    Ich würde allen empfehlen, chemische Peelings (AHA oder BHA) bei Reibeisenhaut auszuprobieren.
    Jede Haut ist natürlich indiviuell und was dem einen hilft, ist nichts für den anderen. Für mich war das allerdings wirklich der Key.

    Letzten Winter wurde die Haut deutlich besser, allerdings war die Reibeisenhaut noch sichtbar vorhanden. Im Sommer ist sie wieder verschwunden, und tadaaaa, bisher nur ganz minimal zurück gekommen. Das führe ich auf die Mischung aus Urea und BHA zurück, weil ich wirklich super konsequent am cremen bin. Sobald ich das allerdings vernachlässige, merke ich, dass die Haut direkt wieder schlechter wird.

    Die roten Punkte sind vollständig verschwunden, optisch sieht man das also nur noch gaaaanz leicht, wenn das Licht ungünstig ist. Ansonsten fühlt sich die Haut fast glatt! 🙂

    Nicht sprechen dürfen wir allerdings darüber, was das Zeug kostet. Ich bin von einigen Paulas Choice Produkten wirklich überzeugt, darunter die BHA Bodylotion. Allerdings finde ich den Preis mit 30 Euro für die Tube wirklich wirklich teuer und auch das La Roche Posay Fluide ist kein Schnapper. Allerdings ist es mir das wirklich wirklich wert, weil ich mich so deutlich deutlich wohler fühle.

  2. Connie_b sagt:

    Hallo alle zusammen,
    danke, dass Du das Thema aufgenommen hast. Wie gesagt, es ist ja nur ein „kosmetisches Problem“ aber es nervt ganz schön. Ich gebe Carla total Recht, konsequente Pflege und Cremen, Cremen cremen helfen tatsächlich. Ich habe meine Stellen an den Innenseiten der Arme, was fürchterlich sein kann. Anstatt der teueren Produkte von La Roche-Posay habe ich – allerdings auch in der Apotheke – die Cremes von Allergika entdeckt. Mir hilft die Bodylotion 5% Urea sehr, gibt sie auch mit 10%. Was mir auch noch geholfen hat, ist ständig und immer eine milde Waschlotion zu benutzen. Also kein FA oder was auch immer, egal wie toll es riecht. Stattdessen die Waschlotion, die natürlich nach nichts riecht. Dafür aber auch die Haut nicht reizt. Und ansonsten hilft, sooft wie möglich an die frische Luft, etwas Sonne und cremen, cremen cremen.

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