Kolumne

5 Sätze die ich als Influencerin nicht mehr hören kann

22. März 2018 • 8 Kommentare

Wir können uns gern über Themen, Bereiche oder Jobs lustig machen. Wir können Klischees bedienen und herzlich miteinander und übereinander lachen. Anstrengend wird es aber wenn das, was vermeintlich als Witz oder kleines Necken geäußert wurde, als wahr empfunden wird.

 

5 Sätze die ich als Infleuncerin über Influencer nicht mehr hören kann

Auf einmal sind alle gleich und machen das genau so, und dabei  ist jeder für sich eigentlich ziemlich oberflächlich. Der überstrapazierte Witz der letzten Monate drehte sich ums Influencer sein. Früher schämte man sich bei Drinks an der Bar zu verraten, dass man bloggt- heute ist es das Beeinflussen. Ein simples Wort das die Gemüter erhitzt und die Augen rollen lässt, aber letztendlich nichts weiter ist als eine neue Berufsbezeichnung. Wie in jedem Beruf gibt es auch hier schwarze Schafe, Mitläufer, Schreihälse und Möchtegern. Aber wir finden noch viel mehr talentierte Menschen, die etwas zu sagen haben und mit jedem Vorurteil in der gleichen Schublade wie der Unrat landen. Da wir Menschen aber gern dazu neigen diese Schubladen fest zu verschließen und keine zweiten Chancen zu verteilen, reden wir heute einmal über fünf Sätze, die ich als Influencerin und Bloggerin nicht mehr hören kann.

 

1. Das beliebte Wortspiel: „Influenza, ist das nicht diese Grippewelle?“

„Jedes mal, wenn einer Influencer sagt, stirbt ein kleines Einhorn. Haha“. Nein, es ist ein englisches Wort aus der Medienbranche, das beschreibt was fast alle Menschen mit Drang zum Veröffentlichen machen: Sie beeinflussen. Ob gut oder schlecht steht auf einem anderen Blatt. Aber jeder der sich irgendwie äußert beeinflusst seine Umgebung. Denn er teilt eine Meinung und eine Ansicht, die andere Meinungen unterstreicht, widerlegt oder neu anregt. Ob Fußballer, Tennisspieler, Kosmetikerin mit Website, Blogger oder die Nachbarin mit Instagramkanal- wir alle beeinflussen die Menschen in unserem Umfeld. Das wir alle eine Verantwortung für unsere öffentlichen Äußerungen haben, ist absolut richtig. Aber das erwarte ich auch von allen anderen Menschen. In einer Gesellschaft beeinflusst jeder jeden.

2. „Du machst ja nur ein paar Fotos, richtig?“

Vielleicht stimmt das, aber schau dir die Bilder einmal ganz genau an. Sieht nicht aus wie ein Schnappschuss vom Nachbarn der gerade in der Nähe war, oder? Hohe Bildqualität, passende Location, perfektes Licht- das ist nicht einfach so da. Oder warum sehen deine Urlaubsbilder nie so aus? Richtig, weil da viel selbst angeeignetes Wissen, Übung und Zeit in einem Bild stecken. Selten ist es ein Schnappschuss, aber viel öfter ist es ein Bild das nur so auf dich wirkt, dafür aber gern drei bis vier Stunden Arbeit verschlungen hat. Rechnet man das nur für ein soziales Netzwerk hoch, dann ahnst du was so einen Tag füllen kann, oder?

3. Das gleiche Spiel: „Den Text schreibst du doch in deiner Mittagspause runter.“

Das hat vielleicht vor fünf Jahren noch ganz gut geklappt, als alle noch in Tagebuchform ihre Blogs führten und der Anspruch an Text und Bild auf der Leserseite nicht so hoch wie heute war. Aber alles entwickelt sich weiter. So will der Leser heute vor allem Mehrwert, tolle Bilder, geprüften Inhalt, korrekte Rechtschreibung und immer wieder neue Themen. Hinter einem Blog sitzt oft nur eine Person allein und alles was veröffentlicht wird, ist gratis. Alle Texte, die du hier lesen kannst, sind frei verfügbar. Es gibt keine Hürde oder Bezahlschranke, freier Content für dich und das heutzutage auf sehr hohem Niveau.

4. „Lern etwas Richtiges.“ 

Was ist denn richtig? Lehrer, Mediziner, Anwalt? Ich kann dich beruhigen, die meisten Blogger bzw. Influencer haben ein abgeschlossenes Studium oder eine Ausbildung hinter sich oder arbeiten fest in einem Job. Oft sogar genau in dem Bereich, in dem sie dann selbstständig arbeiten. Klar gibt es Ausnahmen und klar können alle auf die Nase fallen, aber das kann dir auch in anderen Bereichen passieren. Selbstständigkeit ist ein Schritt, den man sich gut überlegen sollte, aber auch wenn es nicht klappt, ist es nicht das Ende der Welt. Scheitern oder es sich anders überlegen, ist ok.

5. „Wann platzt die Blase endlich?“ 

Die Frage ist, was die Blase sein soll. Das digitale Leben? Neue Jobs, die sich in einem neuen Zeitalter entwickeln? Wieso so negativ? Sprechen wir vielleicht nur automatisch von einer Blase, wenn sich etwas Neues entwickelt mit dem wir aufgrund verschiedener Vorurteile oder Unwissenheit nichts anfangen können? 

Wir können uns digitale Berufe nicht einfach wegwünschen, nur weil früher alles besser war. Willkommen im Jahr 2018- es ist das Internet. Wieso sollten wir uns nicht nach neuen Bereichen und Möglichkeiten umsehen und uns weiterentwickeln? Das Netz wird es immer geben, vielleicht nicht so wie wir es heute kennen, vielleicht anders, vielleicht größer, vielleicht irgendwann für alle als zweiten Arbeitsplatz. Platz genug ist, Ideen brauchen wir immer wieder und Neuerungen gibt es an jeder Ecke. Nur weil etwas neu ist, muss es doch nicht gleich hundertprozentig funktionieren. Nur weil wir etwas nicht gleich verstehen oder nachvollziehen können, sollten wir ihm den Anspruch auf Existenz doch nicht absprechen, oder?


Das sind sie, meine fünf Sätze denen ich immer wieder begegne und bei denen ich mir manchmal etwas mehr Offenheit und Ehrlichkeit erwarte. Durch Austausch können wir  alle besser werden. Wer nur dagegen ist und gern einmal ein böses Wort loslassen will, der kann das machen, der muss sich aber auch bewusst sein, dass Influencer keine neue Erfindung sind. Dein bester Freund ist ein Influencer. Es gab sie schon immer es wird sie immer geben. Egal was der eine gern hätte oder sich wünscht, wenn gar nichts mehr hilft, dann mach den Laptop zu. Oder atme einfach einmal tief durch und betrachte immer mehr als nur eine Seite. Das hilft gegen Vorurteile sehr gut.

Alles Liebe, eure Influencerin.

Kommentare

8 Kommentare zu “5 Sätze die ich als Influencerin nicht mehr hören kann”
  1. Anke sagt:

    Toller Artikel meine Liebe

  2. ColourClub sagt:

    Liebe Franzi, sehr schön geschrieben und auf den Punkt gebracht!
    Viele Leute unterschätzen wieviel Arbeit hinter einem Blogpost steckt. Es ist aber nicht nur die Arbeit, sondern auch die Kreativität!

    Liebe Grüße
    Borislava von http://www.colourclub.at

  3. Liebe Franziska. Vielen Dank für deine Zeilen. Wir können dich sehr gut verstehen und wissen, wie wichtig es ist, mit dem Job des „Influencers“ anerkannt und ernst genommen zu werden. Wir sind froh, dass sich langsam eine wichtige Professionalisierung vollzieht, die allen Beteiligten Klarheit verschafft und die Seriosität dieses Berufs unterstreicht. Mach weiter so! Liebe Grüße

  4. Hallo Franzi
    Gerade deine Bilder sind mehr als nur ‚ich schiesse mal eben ein Foto‘. Ich liebe deine Bilder. Balsam fürs Auge!
    LG Jasi
    http://www.marmormaedchen.ch

  5. Alu sagt:

    Die Arbeit wird sehr unterschätzt die Bloggerinnen haben. Ich bin auch immer wieder überrascht. LG alu

  6. C sagt:

    „So will der Leser heute vor allem Mehrwert, tolle Bilder, geprüften Inhalt, korrekte Rechtschreibung und immer wieder neue Themen…“

    – nichts für ungut, aber dein Text strotzt leider selbst vor Rechtschreibfehlern!

    • Franzi sagt:

      Du kein Problem. Dann gib Bescheid wo, ich korrigere es. Bin immer froh, wenn ich mich verbessern kann.Daher doch immer gleich die Fehler nennen, anstatt nur zu sagen da wären irgendwo Fehler. So warte ich bestimmt wieder ewig auf eine Antwort. Macht Sinn oder? Alles Liebe

      P.S. deine Mailadresse ist Fake- ich hatte dir noch einmal persönlich geschrieben. Schade.

    • Rike sagt:

      Die paar Kommata. Passiert. Aber am Satzanfang sollte man auch nicht mit – um sich werfen. Ich wette da ist jemand neidisch.

      Alles Gute liebe Frances

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