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Die kleinen Momente im Leben – die dich grundlegend verändern

12. Oktober 2017 • 6 Kommentare

An manchen Situationen im Leben wächst man so sehr, dass sie einem noch Jahre später ganz genau in Erinnerung bleiben. In diesem Momenten ist alles neu, alles so aufregend, alles so beängstigend, dass ich heute wie damals noch ganz genau weiß wie ich mich gefühlt habe.

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Ich möchte sie nicht missen, denn sie waren schön, lehrreich, aber zu Beginn auch manchmal mit einem großen Schritt nach vorn verbunden, heraus aus meiner Komfortzone. Vielleicht macht sie das auch so unglaublich besonders und wichtig für mich, sodass ich sie mit euch teilen möchte, sodass ich heute etwas sehr Privates von mir offen lege.

Die erste Reise mit der besten Freundin

Das mag für andere ein alltäglicher Gedanke sein, aber für mich war es eine große Hürde. Vom kleinen Dorf rein in die Stadt und rein in ein anderes, mir unbekanntes Land. Heute schäme ich mich manchmal noch für meine damalige Denkweise, aber ich war bis zu meinem 16. Lebensjahr noch nicht außerhalb von Deutschland, geschweige denn Europa unterwegs. Ich war schüchtern, aber ich wollte mehr sehen. Ich wollte raus, wusste aber nicht wie. Rückblickend schulde ich meiner Klassenkameradin heute großen Dank für ihren Enthusiasmus, der mich mitzog und mir zeigte, was man alles erleben kann, wenn man zum ersten Mal allein auf Reisen geht. Ich war ein Landei, hatte auch gedanklich den Tellerrand noch nicht erreicht und es war das erste Mal, dass ich Verantwortung für mich und vor allem auch für meine Freundin übernahm. Ich kam mir damals so unglaublich mutig vor. Jetzt, nach all den Reisen frage ich mich, wieso ich es solange ohne ausgehalten habe und was mich abgehalten hat. Mein früheres Ich würde mich heute nicht wieder erkennen. Zum ersten Mal den Flieger zu betreten und die Füße auf den Boden eines mir völlig fremden Landes zu setzen war weltbewegend und hat mich vieles hinterfragen lassen, was vorher als normal galt.

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Der Auszug

Zwei Jahre später packte ich meine Sachen und zog von unserem 300 Seelen Dorf in die Stadt, in eine WG mit einem kauzigen Mitbewohner der zwar selten da war, aber wenn dann nachts und sehr aktiv. Die erste Nacht werde ich nie vergessen. Ich fühlte mich so frei, so erwachsen und freute mich die kommenden Monate nur auf mich allein gestellt zu sein und das Leben anzugehen. Was ich nicht gewusst habe war, dass in den kommenden Jahren das Umziehen und das Gründen von Wohngemeinschaften mit immer neuen Menschen ein kleiner Sport werden würde. Auf einmal gab es da einen Sinn den ich suchte, ich suchte nach meiner Identität. Ich sollte viele Zimmer sehen, oft genug umziehen und die schlimmsten und die besten WG- Mitbewohner treffen. Spannend für mich und mein Leben, spannend für mich und meine Entwicklung. Was früher alles zur Familie gehörte musste jetzt geteilt und allein sauber gehalten werden. Mit 18 noch grün hinter den Ohren musste ich schnell lernen wie man sinnvoll wäscht, Geld zusammenhält und kleine Zettel auf die Sachen klebt, die nachts nicht vom Mitbewohner- Grinch verschlungen werden sollten.

Ich würde jetzt nie wieder tauschen wollen, ich würde jetzt alles noch einmal ganz genau so machen. Mit den Höhen und Tiefen, mit der ersten Nacht in meinem ersten WG Zimmer und all den Träumen, die ich damit verband und all den Wünschen die ich hatte.

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Die Selbstständigkeit

Etwas das ich nie wollte, eine Sache die ich nie geplant hatte. Selbstständig sein und nur für mich arbeiten. Ich war der festen Überzeugung ich gehöre in ein Team und werde immer Angestellte sein. Ich hätte mir im Leben nicht zugetraut, diesen Schritt einfach so zu wagen. Aber als ich meinen Job kündigte tat ich das erste Mal etwas, was ich nie für möglich gehalten hätte. Ich habe nach meinem Bauchgefühl gehandelt. Ich habe ohne viel nachzudenken, ohne es hunderte Male durchzugehen und abzusprechen, an einem Oktobertag um ein Gespräch gebeten. Zehn Minuten später war ich frei- freigestellt für die ganze Woche, frei ab dem 01. November. Diese Entscheidung ist eine der wenigen die ich einfach getroffen habe, ohne an all das zu denken was mir sonst durch den Kopf gehen würde.

Logischerweise suchen wir Menschen immer nach Halt. Meiner war der klassische Werdegang, den ich zwar damals schon leicht umging, aber so richtig und bewusst erst mit der Entscheidung selbstständig zu sein verließ. Dieses Gefühl völlig frei zu sein, sein eigener Boss zu sein, die eigenen Entscheidungen zu fällen und dafür einzustehen war nach diesen zehn Minuten so befreiend, dass ich es bis heute nicht bereue. Wenn ich an den kleinen, weiß gestrichenen Raum denke, in dem ich in fünf Sätzen alles auf eine Karte setzte, merke ich noch heute dieses Kribbeln im Bauch, dieses Gefühl alles richtig gemacht zu haben. Das hält bis jetzt an und es ist immer noch mein ganz persönlicher „Hero- Moment“ der mir den Mut gab, an mich und das was ich mache zu glauben.


Bereue ich diese Entscheidungen? Nein, denn diese Momente würde ich immer wieder erleben und immer wieder den gleichen Weg gehen wollen, um jetzt hier zu stehen und euch etwas über darüber zu erzählen. Die kleinen Momente, die nicht nach weltverändernden Schritten aussehen, aber sich so anfühlen und eine Menge mit mir und meiner Einstellung zu mir selbst und meinem Leben gemacht haben. Sie haben mich beeinflusst, sie haben mich geprägt, sie sind der Grund warum ich heute diesen Blog hier führe.

Was waren eure kleinen Momente, die alles verändert haben?

Alles Liebe

Kommentare

6 Kommentare zu “Die kleinen Momente im Leben – die dich grundlegend verändern”
  1. Sarah sagt:

    Liebe Frances,

    Toller Blogpost, tolle Gedanken, die motivieren. Ich stehe genau vor diesen Entscheidungen, nur anders herum. Von Selbststandigkeit und flatternden Kolibrileben hin zu Halt und Sicherheit. Glaube mir, auch von der „der anderen Seite“ betrachtet, beeinhalten Solche Schritte Kopfzerbrechen & viel Mut. Da kam sei Blogpost, gerade recht!

    Liebe Grüße,
    Sarah

  2. Ulla sagt:

    Für mich waren solche Hero-Momente der Auszug und das Studium und dann der bisher entscheidenste Schritt in meinem Leben: das Zusammenziehen mit meinem Freund. Ich werde z.B. nie den ersten gemeinsamen Morgen vergessen, aufzuwachen und zu wissen, dass man jetzt jeden Tag neben diesem geliebten Menschen aufwacht.

    Ein sehr sehr schöner Beitrag!!!!

    Alles LIebe
    Ulla

  3. Alexandra sagt:

    Schöner und sehr persönlicher Artikel. Wenn man zurückblickt merkt man erst, dass Dinge, die einem heute selbstverständlich erscheinen, wie Reisen und die erste Wohnung, damals eine grosse Hürde und ein Eintritt in eine neue Welt waren und einen als Person haben wachsen lassen.
    Meine größte Hürde war damals mit 19 als Teil meines Studiums ein Auslandsjahr zu machen. Ich fühlte mich teilweise so verloren, allein in einem fremden Land und mit der Erkenntnis, dass Spanier nicht die gleiche Redegeschwindigkeit (oder Langsamkeit) wie die Lehrerin in Deutschland hat und man manchmal verzweifelte, wenn man nicht alles gleich Verstand. Nach dem Studium war der Ehrgeiz geweckt und ich wollte raus und es nochmal versuchen…heute 10 Jahre später denke ich es war die beste Entscheidung, hier fühle ich mich angekommen und eine Rückkehr nach Deutschland kann ich mir (aktuell) nicht vorstellen.
    Aus Neugier: Wohin ging denn deine erste Reise? Und was war damals dein normaler Bürojob, den du hattest?

    LG Alexandra

  4. Anni sagt:

    Bei mir war es erst eine Kleinigkeit, die aber letztlich alles verändert hat. Ich bin und war ein sehr Heimat- und Familienverbundener Mensch, und als ich mich dazu entschieden habe, ein Jahr in England zu studieren, das ein riesiger Schritt, der mir auch furchtbar Angst gemacht hat. Aber dieses Jahr hat alles, hat mich verändert, zum Positiven. 🙂

  5. Marie sagt:

    Ich verstehe nicht ganz warum du dich dafür schämst, dass du mit 16 noch nicht so viel gereist bist. Meine reisen kann man bisher mit 21 an einer Hand abzählen – aber nein ich schäme mich nicht dafür. Ich schäme mich eher für die mitleidigen Blicke anderer, wenn ich sowas erzähle.
    Vielleicht meintest du den Absatz auch anderes – aber so hatte ich ihn jedenfalls verstanden 😅
    Hast du sehr gut geschrieben den Artikel! Die größten Hürden stehen einem vllt. auch noch bevor 😉
    Liebst, Marie

  6. Marion sagt:

    Ich denke heute noch gern an die Dinge zurück die den Weg in mein selbstbestimmtes Leben markierten. Man fürchtet sich zuerst vielleicht ein wenig, dann aber findet man sich hinein und macht sein Ding. Und man wächst an und mit seinen Aufgaben.

    Viele Grüße, Barbarella ♥

    https://barbarella149.wordpress.com

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