Kolumne

E-mail me: Ich beantworte eure Leserfragen als Bloggerin

3. September 2017 • 9 Kommentare

Ich freue mich immer über jeden Kommentar und über eure persönlichen Mails. Da ich aber ehrlicherweise nicht immer alles schnell und rechtzeitig beantworten kann, habe ich angefangen eure Fragen zu sammeln und mir fest vorgenommen sie zu beantworten.

 

E-mail me: Ich beantworte eure Leserfragen als Bloggerin

Dabei sind mir einige Fragen von euch nicht mehr aus dem Kopf gegangen und ich dachte mir, wieso nicht mit allen Lesern teilen? Daher gibt es heute einen Post gefüllt mit euren Fragen. Drei Stück habe ich mir geschnappt und sie für die Absender und euch beantwortet. Eins vorweg, es wird lang.

Hast du schon einmal eine Kooperation bereut?

Bereut würde ich nicht sagen, aber ich hätte die Zusammenarbeit besser umsetzen können. Es ging, ich kann mich dunkel erinnern an einen Tee, besser gesagt einen Teeautomaten. Dafür hätte ich einfach mehr recherchieren müssen, bessere Bilder auswählen sollen- überhaupt gute eigene Bilder schießen und am Ende auch mehr Interesse für das Thema an sich haben müssen. Rückblickend habe ich es mir einfach zu leicht gemacht. Nicht weil ich in Wirklichkeit keine Lust auf diese Kooperation hatte sondern viel mehr, weil ich es so nebenbei abgearbeitet habe. Ich hatte noch nicht verstanden, dass man mit seiner Arbeit auch viel von sich und der eigenen Einstellung zum Bloggen zeigt. Ich ärgere mich heute noch, dass ich diese Kooperation so angegangen bin. Aber das Gute an solchen Fehltritten ist ja, man lernt aus ihnen. Ich versuche heute jeder Kooperation eine eigene Note und Bedeutung zu geben. Ich habe eine gewisse Zeit gebraucht um zu verstehen, dass sich gute Arbeit, guter Text und Bilder mehr auszahlen als ein bisschen „Bla Bla mit Pressebildern“ hochzuladen und sich damit zufrieden zu geben. Das passiert mir heute nicht mehr. Ich versuche immer mein Bestes zu geben!

Ich hoffe das kommt auch so bei euch an?

 

Was hältst du von den vielen Artikeln über eure Branche und dass ihr so fake sein sollt?

Dazu fällt mir gerade nur ein Wort ein: Nervig. Weil ich so gut wie nie differenzierte Artikel lese. Oft sind es selbsternannte Fachleute, die mir meinen Job erklären wollen und in einem Atemzug verraten müssen, dass ich gar nicht wirklich arbeite. „Blogger“- pff. „Influencer“- oh, eine Krankheit?

So viel mit den Augen rollen kann ich schon gar nicht mehr.

Aber so ist es wohl immer mit neuen Dingen. Den meisten machen sie mehr Angst, als eine neue Chance zu erkennen. Ich ergänze mal noch einen weiteren persönlichen Nervfaktor. Wenn Influencer selbst die ganze Zeit auf Kollegen öffentlich rumhacken und ihnen Faken unterstellen, um sich selbst als durch und durch ehrliche Haut darzustellen. Ich verstehe das Problem und ich kann es absolut nachvollziehen, aber andere anzuprangern und sich im gleichen Atemzug als echt und real anzupreisen, hat für mich immer einen faden Beigeschmack. Wenn man so ehrlich unterwegs ist, dann könnte man vielleicht einfach einmal den privaten Kontakt suchen und fragen? Einfach ansprechen. Aber alles in die Öffentlichkeit ziehen, um sich in ein besseres Licht zu stellen, ist genau so wenig hilfreich wie Follower zu kaufen. Denn oft beruhen diese Gedanken auch nur auf der Frage, wieso es bei dem Kollegen oder der Kollegin besser läuft. „Die kann ja nur faken.“ Nein, ich kenne so gute Influencer die wunderbare Arbeit leisten. Manche rocken alle Kanäle, andere haben ihr Steckenpferd nur bei einem Kanal.

P.S. Kleine Info für alle. Wer viele Follower auf Instagram hat, muss diese nicht auch auf dem Blog haben. Wer nicht mit den großen Instagramern mithalten kann, kann dafür aber einen Blog haben, der sehr gut läuft. Es gibt einen großen Unterschied zwischen den Plattformen. Und falls ihr euch fragt, wieso manche so viele Follower haben, dafür aber so wenig Aktivität: Wenn du schon sehr lange einen Account auf Instagram hast, sind viele Follower einfach nicht mehr aktiv oder nur noch selten online. Das kann passieren. So hat Lieschen Müller mit 40K Followern im Schnitt 30.000 Likes auf ihrem Bildern, Mariechen Müller dagegen mit 90K Followern nur 2.000 Likes. Es liegt am Alter, am Thema, an der Häufigkeit des Postens und dem sehr verwirrenden Algorithmus. Aber noch einmal: Es ist nur eine App und wir sollten uns viel mehr gegenseitig unterstützen, anstatt uns anzugehen.

Wieso schreiben so wenige Blogger über politische Themen?

Treffer. Ich gebe zu, weil es heikel ist und weil eine Meinung schnell falsch verstanden werden kann. Weil Politik Wissen und Recherche fordert, beides habe ich auch nicht immer zum richtigen Zeitpunkt parat. Aber ja, ich müsste euch da viel mehr mitnehmen, denn Politik betrifft uns alle. Wir formen mit unseren Wünschen und Gedanken auch unsere Gesellschaft. Aber ich kann euch auch ehrlich sagen, sobald man sich für das Thema engagiert, kommen die „Aber“ und „Gegenstimmen“ sofort auf die Bühne. An sich ist das gut, denn unterschiedliche Meinungen können immer wieder neue Sichtweisen zum Vorschein bringen. Aber oft erhielt ich eher desinteressierte oder genervte Antworten wie:

„Das interessiert mich nicht. Das nervt und wirkt so eingebildet“.

Das hat mich schon das eine oder andere Mal davon abgehalten, mehr darüber zu veröffentlichen. Denn Politik und Gesellschaft sind zu einem persönlichen Thema mit vielen Emotionen geworden und selten mit Wissen und Objektivität bedacht. Aus einer Diskussion wird dann oft etwas Persönliches gemacht und das kann fies enden. Die Plattform Facebook ist dafür gerade ein wirklich passendes Beispiel. Da geht es selten sachlich zu.
Über Politik und auch gesellschaftliche Probleme zu sprechen zehrt an den Nerven, es macht dich mürbe. Viele Menschen fühlen sich auf einmal persönlich angegriffen und bellen zurück, selten mit logischen Argumenten oder dem Gedanken, dass man nicht zwingend einen anderen Standpunkt übernehmen muss. Es reicht auch andere Argumente zu erfahren und sich daraus seine eigene Meinung bilden zu können. Doch oft enden Diskussionen mit den Worten: „Du bist aber zickig. Du kannst keine Kritik und keine andere Meinungen vertragen.“ Dabei geht es in einer Diskussion doch nie darum, andere zu überzeugen. Austausch ist das Stichwort. Es macht mich nicht zu einem schlechteren Menschen, wenn ich danach trotzdem meine Meinung mit meinen Argumenten unterstreiche. Mein Gegenüber muss auch nicht meine Meinung akzeptieren, aber sie respektieren und sich fair mit mir austauschen.

Alles Liebe.
P.S. Wie findet ihr diese Kategorie? Noch Fragen, die ich beantworten soll parat? Her damit.

Kommentare

9 Kommentare zu “E-mail me: Ich beantworte eure Leserfragen als Bloggerin”
  1. Anja sagt:

    Tolle Kategorie! Freu mich auf mehr 🙂

  2. LIsa sagt:

    Ich finde es ist eine tolle Idee, häufig gestellte Fragen einfach mal hier auf dem Blog zu beantworten. Was die Kooperationen angeht: Ich denke da entwickelt sich jeder weiter und wahrscheinlich hat jeder einen Beitrag von dem er denkt er hätte sich da mehr Mühe geben können/sollen.

  3. Mela sagt:

    Mir gefällt diese Kategorie sehr gut bitte regelmäßig 🙂
    Zum Thema Instagram ich hab es, aber kann dir als einzige nicht folgen es kommt immer ist nicht vorhanden usw. deswegen muss ich immer bei meiner Schwester fragen ob ich mal ihr Handy bekomme.
    LG und eine schöne Woche

    • Franzi sagt:

      krass. Ok danke für das Feedback. Verrat mir einmal deinen Instagram Namen- vielleicht habe ich dich blockiert? ich sortiere Spam Accounts immer aus- da landen oft einmal Leute

  4. Eve sagt:

    Liebe Franzi,

    das ist ja eine spannende Kategorie. Finde ich schön, dass du auf die Fragen deiner Leser eingehst. Politische Themen sind tatsächlich sehr selten anzutreffen, aber viele wollen sich nicht angreifbar machen, das kann ich auch ein wenig verstehen. Gerade weil es oft persönlich wird. Muss eben jeder für sich entscheiden.
    Freue mich auf weitere Fragen/Antworten. 🙂

    Liebst
    Eve von http://www.eveblogazine.com

  5. Mrs Unicorn sagt:

    So ein interessanter Beitrag. Gerne mehr davon.

    Liebe Grüße und noch eine tolle Woche.
    Celine von http://mrsunicorn.de

  6. […] von zukkermaedchen beantwortet ihre Leser-Mails in einem tollen Artikel. […]

  7. Dani sagt:

    Tolle Idee! Ich hätte da gleich mal eine Idee – wie stellst du deine Kleidung zusammen? Bzw. wo, wie shoppst du? Sind jetzt zwar Fragen, die sich beantworten, wenn ich mich durch deine Fashion Kategorie (und das mit Genuss…!) wühle, aber ich fände es einfach spitze, dazu auch einen tollen Artikel lesen zu können 🙂

    Liebste Grüße!

  8. Kostantina sagt:

    Hi, Fran!
    Ein sehr interessanter Post! Ich muss sagen, dass ich weit davon entfernt bin eine bekannte Bloggerin zu sein, geschweige von eine Influencerin. Auch wenn ich die Reichweite nicht aufbringen kann, die die meisten haben, finde ich es wichtig trotzdem die Stimme zu erheben und die Leute auch auf wichtige Themen wie Politik aufmerksam zu machen! Schließlich machen wir alles öffentlich und ich bin der Meinung, dass viele Blogger sich deren Einfluss gar nicht bewusst sind, und dass sie auch was bewegen können.
    Ich habe letztens darüber was berichtet auf meinem Blog und ich finde es super, dass du deine Meinung immer offen sagst, dass du dich für Leute einsetzt.
    Ich nenne dich gerne „die Feministin“ unter der deutschen Blogger und das ist ein große Kompliment!
    Mach weiter so 😉
    LG
    Kostantina
    http://evasgirlblog.blogspot.de/2017/09/influencer-in-der-politik-der-etwas.html

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