Kolumne

Letters to myself: Wieso die Meinung Anderer mehr zählt

Na, mal wieder verunsichert? Haben sich die Worte einer fremden Person ordentlich in deinen Kopf gebrannt? Könntest du dich wieder stundenlang über die Meinung anderer über dich aufregen? Willkommen im Club der „Mir ist die Meinung fremder Leute, mit denen ich nichts zu tun haben will, immer am wichtigsten“– Menschen.


Allein dieses Intro müsste dich schon wachrütteln. Da sitzt du und ärgerst dich über Worte, die von Menschen kommen, die dich absolut nicht kennen. Sie haben eine unfaire Meinung über dich? Willkommen in der Realität. Mein Herz, meine Liebe, es ist nun einmal so, wie soll ich es nett sagen: Du kannst nicht everybodys Darling sein. Vielleicht wirst du auch genau deshalb nicht von bestimmten Personen auf diesem großen Planeten gemocht? Immer alles gut, immer alles glatt. Für andere geht das nicht klar. Aber für dich. Das bist du. So lebst du und so bist du auch die meiste Zeit glücklich.

Clever wärst du, wenn du diese Person einfach ignorieren würdest.

Umdrehen, Haken dran und mit den wichtigen und vor allem tollen Menschen in deinem Leben beschäftigen. Stattdessen bleibst du stehen, gibst dieser Person eine Bühne, hörst dir ausgerechnet diese Meinung ganz genau an und schenkst ihr einen kurzen Moment lang Glaubwürdigkeit.

Du fragst dich wirklich: Vielleicht stimmt es ja?

Halten wir fest: Du kennst sie nicht, du wirst sie wohl nie mögen, aber sie darf dir erzählen was sie von dir hält. Merkst du was? Ich kann dir jetzt das große Geheimnis des Lebens verraten. Niemand kann alle mögen, niemand kann von jedem geliebt werden und niemand, der dich respektiert und Anstand besitzt, würde sich anmaßen eine fremde Person einfach einmal so zu beleidigen.

Wie oft duldest du Menschen in deinem Alltag, nur weil du musst? Du verstehst sie nicht, ihre Wortwahl, ihre Art zu sprechen und aufzutreten. Wieso sollte es dir da anders ergehen. Auch wenn du  bei allen gern beliebt wärst. Auch wenn du möchtest, dass die Welt sich großzügig umarmt und alle sich lieb haben. So läuft das aber nicht. Ja es kann sogar gut sein, dass du genau deshalb nervst. Stell dir vor, es gibt Menschen, die mögen nicht was du tust oder was du bist. Warum das so ist, steht auf einem anderen Blatt. Nur musst du endlich verstehen, dass diese Menschen nie wichtig für dein Leben sein werden und du ihre aufgedrückte Meinung auch gern einfach ignorieren kannst.

Es wird immer Menschen geben, die du nicht verstehst und die dich noch weniger verstehen. Wichtig ist nur, dass du mit Respekt und Anstand an diese zwischenmenschlichen Beziehungen herangehst. Auch wenn du sie Banane findest und niemals irgendetwas und irgendwen mit ihnen teilen würdest.  Es gehört sich nicht öffentlich zu urteilen, nur weil das Leben des Anderen nicht zu deinem passt. Denn sind wir mal ehrlich, wer es heute noch nötig hat seinen Frust an anderen mit Hilfe von Beleidigungen oder persönlichen Verbaldurchfällen mitzuteilen, hat ganz andere Probleme.  Daher Fokus auf die Personen, deren Meinung am Ende immer zählen muss: Familie und Freunde.

Was nützen dir fremde Meinungen von Menschen, mit denen du nichts anfangen kannst, die du nicht kennst und mit denen du ungern einen Kaffee trinken würdest? Genau das ist es. Du musst wissen wer dir wichtig ist und welche Meinung zählt. Nicht die dort draußen, sondern die in deinem Herzen. Das weißt du? Na dann bitte. Klapp‘ den Laptop zu, denk‘ kurz „Blöde Kuh“ und lache über diese seltsame Situation.

Wieso sollte dir eine Meinung wichtig sein, von jemanden den du nicht kennst und der dir ungefragt sagen möchte, was er von dir hält? Bisschen Banane, oder? Genau.

Nicht jeder wird dir gut gesonnen sein, dir gern zu hören. Muss ja auch nicht. Lass dir nicht immer von Fremden erzählen wie du bist und nimm es nicht persönlich. Es kann nicht stimmen, sie kennen dich nicht.

Ach und noch eins: Klar, man kann dich blöd finden. Aber du musst es ja nicht glauben.

 

Letters to myself sind Gedankengänge, die mich kurz oder länger beschäftigen. Ich teile sie mit euch, weil ich glaube, dass wir selten allein mit unseren alltäglichen Macken, Hürden und Vorstellungen sind.

Jumpsuit // Vero Moda
Hut // Asos

Kommentare

9 Kommentare zu “Letters to myself: Wieso die Meinung Anderer mehr zählt”
  1. Melanie sagt:

    So ein schöner Text. Leider lasse ich mich zu oft verunsichern, weil ich selbst noch nicht so richtig gefestigt bin, aber das kann ich ja lernen und ich denke, dass ich dazu mehr Selbstbewusstsein brauchen kann.

    Ein sehr schönes Outfit! Der Jumpsuit steht dir total gut :-*

    Melanie / http://www.goldzeitblog.de

  2. Michaela sagt:

    Liebe Franzi,
    So schön geschrieben meine Liebe! Ich erkenne mich genau :/ Und schlussendlich macht man sich genau damit das Leben schwerer und schafft sich unnötige Probleme …

    Habe einen guten Wochenstart!
    Michaela
    Michaelablog
    Bloglovin

  3. Barbarella sagt:

    Liebe Franzi,

    schöner Beitrag, und vor allem gerade in diesem Moment passend für mich. Denn gerade eben habe ich so eine Situation in einem sozialen Netzwerk erlebt. Da bekommt man Antworten auf Beiträge in einem Tonfall der mich an eher an genervte Lehrer erinnert als an diskussionsfreudige Mitmenschen. Ich finde, auch der Ton macht die Musik, und sollte auch ein bisschen höflicher sein. Was solche Menschen von mir denken, ist mir zum größten Teil egal, aber ihr Verhalten ärgert mich natürlich dennoch. Man kann es nicht ändern, es sei denn, man meidet den Kontakt mit solchen Leuten so weit es möglich ist.

    Viele Grüße, Barbarella <3

    https://barbarella149.wordpress.com

    • Franzi sagt:

      Ja im Social Web ist das wohl auch noch einmal eine ganz andere Art der Kommunikation. Viele vergessen, dass nicht jede Meinung gehört werden will oder wir einfach einmal vorher den Kopf einschalten könnten. Vor allem in Bezug auf“ Der Ton macht die Musik“. Da gebe ich dir völlig Recht.

      Liebe Grüße

  4. Kathi sagt:

    Danke für die gelegentlichen Ermahnungen. Ich lerne gerade sehr viel über mich und mein Leben nachdem mich Krankheit und Beziehungsprobleme monatelang verfolgt haben und deine Beiträge zu Selbstbild/Fremdbild/Selbstwert sind immer wieder eine Erleichterung und Bereicherung für mich <3

  5. Lissa sagt:

    Toller Post! Ich denke, dass dieses -jeder muss mich mögen- auch etwas mit der Erziehung zum tun hat. Leider fällt es vielen schwer, einfach mal drauf zu schei*** was andere über einen sagen und denken.

  6. LittleHauy sagt:

    Hi,

    ich finde diesen Text sehr schön geschrieben. Ich kann mich damit “ eigentlich gut“ identifzieren. Nur bin ich in meiner Person, das mag alles an meiner Vergangenheit liegen, von Natur aus recht unsicher und lass mich auch schnell verunsichern. Ob von Familie, Freunden oder Außenstehenden. Ich befasse mich im Moment mit dem Thema Emotionen und ihre Auswirkungen im Bezug auf das eigene Weltbild. Meine Texte sind sehr persönlich und passen ganz gut in dein Genre. Und gerade dieser Text regt mich wieder zum Nachdenken an.

    Danke dafür.

    Für gewöhnlich ist mein e Grundsatz, das es mir egal ist was die Leute von mir halten. Ein schöner Satz oder Spruch lautet: Zieh einfach dein Ding durch, irgendwer findet es sowieso scheiße.

    Lg LittleHauy.

    P.s. Besucht mich doch mal in meinem Blog: https://littlehauyschaos.blogspot.de/

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