Kolumne

7 Fragen 7 Antworten an den Freund einer Bloggerin

16. April 2017 • 13 Kommentare

Normalerweise stehe ich euch Rede und Antwort auf die sieben Fragen des alltäglichen Bloggerlebens. Doch vielleicht ist die Sichtweise der anderen Person, die mit der Bloggerin Tag ein, Tag aus lebt genau so interessant?

Ich habe mich mit ihm zusammengesetzt und ihn sieben Fragen gestellt, von Bloggerin zu Bloggerfreund.

Das liegt mir auf der Zunge. Wie findest du das Wort Blogger Husband? Nahe der Trennungsgrenze oder einfach ein wenig lustig?

Das geht schon in Ordnung. Nach Instagram Husband ist es doch einfach eine logische Erweiterung. Außerdem bezeichnet es genau das, was es ist. Das Bloggerbusiness nimmt einen großen Teil in unseren Leben ein, als wieso dann nicht ein Bezeichnung für das finden, was man sowieso mit viel Herzblut begleitet.

Was findest du am Bloggeralltag am spannendsten?

Dass es den Alltag fast nie gibt. Jeder Tag ist anders. Freilich gibt es die Tage, an denen ich viel administratives zu erledigen habe- beim Thema Steuer und Buchhaltung beispielsweise. Sie sitzt dann an Texten, plant vor, bearbeitet Maileingänge und arbeitet an Konzepten und Projekten. Aber die meisten Tage sind vollkommen anders. Da wird gereist, neue Leute getroffen, an neuen Ideen gefeilt. Es ist spannend, weil es abwechslungsreich und kreativ ist. Es gibt fast keine Schranken, die einzigen Grenzen setzt man sich selbst.

Was nervt dich am Bloggerleben?

Ganz allgemein nervt mich Unordnung. Ich brauche eine Art „Grundordnung“ in der Wohnung, dann stört mich auch eine einzelne Kiste im Flur nicht. Aber wenn ich über viele Tage die Wohnung nicht von einem Büro oder einem Materiallager unterscheiden kann, artet das in Stress für mich aus. Das dürfte die einzige kleine Sache sein, die mich am Bloggerleben nervt.

Darüber hinaus denke ich, dass mich bloggertechnisch nicht mehr viel aus der Ruhe bringt, schließlich begleitet mich das Thema bereits seit neun Jahren. Manchmal wünschte ich, dass wir einfach mehr zusammen zu Hause sein können- denn das ist nicht immer möglich. Dagegen ist das Reisen aber auch ganz fein.
Man lebt eben mit einem Blogger, teilt seine Interessen und mag es, oder muss es lassen. Ich denke dazwischen gibt es nicht viel Spielraum. Halbherzigkeit mag ich ohnehin nicht. Aber vielleicht geht das auch nur mir so.

Wärst du selbst gern Blogger?

Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich habe für mich entschieden, dass es nichts für mich ist- jedenfalls in der Rolle des „Bloggers“. Viel lieber stehe ich an ihrer Seite, wenn es um wichtige Entscheidungen geht. Administration, Strategien, Konzepte, die Begleitung zu Events. Das ist eher mein Ding. Ich könnte mir mich selbst in der ersten Reihe, als Content Creator, nicht vorstellen. Das liegt aber vermutlich auch an meinem eigentlichen Job, der sich durch starke Hierarchien verbunden mit wenig kreativem Spielraum auszeichnet und mich zudem ebenfalls ordentlich fordert.

Hat Bloggen Zukunft?

Ich denke das Internet hat nach wie vor Zukunft. Ob in ein oder zwei Jahren das Bloggen noch in der jetzigen Form existiert, kann ich nicht sagen. Sicher bin ich mir jedoch darüber, dass die Menschen die neuen Informationsquellen immer mehr und intensiver nutzen werden. Sicher bin ich mir auch, dass sich noch viel ändern wird, in der Form wie wir das Medium nutzen.

Wo siehst du uns in 10 Jahren?

Das ist mal eine richtig schwierige Frage. Vielleicht haben wir ein Haus, ein Auto und zwei Kinder- Junge und Mädchen, im Alter nicht zu weit auseinander. Die Großeltern in der Nähe. Den Hund haben wir als ersten Schritt zu perfekten Familie jedenfalls schon.

Aber vielleicht kommt auch alles ganz anders? Vielleicht entscheiden wir uns zu etwas völlig anderem? Eine Konstellation, die nur für uns beide „perfekt“ ist. Anstatt Haus auf dem Land eine große Wohnung, nur ein Kind, und kein Auto? Oder gar kein Kind? Mietwohnung?

Ehrlich gesagt mache ich mir über die nächsten zehn Jahre keine großartigen Gedanken. Ich mag nicht so weit vorweg planen, aus Angst davor mich in meinen Entscheidungen zu stark einzuschränken. Hört sich nach den typischen Problemen der Generation Y an? Finde ich nicht. In unserer Welt ist vieles so unbestimmt, es ändern sich jeden Tag so viele Faktoren, die die Gesellschaft grundlegend verändern. Wieso sollten wir uns also jetzt schon festlegen?

Wann schreibst du mal wieder einen Artikel hier?

Das kommt auf das Thema an. Ich denke eine Art Technik- Guide wäre mal ein gutes Thema, über das ich gern schreiben würde. Braucht ein Blogger eine Canon 5D Mark IV, oder tut es auch die 6D? Was braucht man für ein gutes Follow Me Around?

Liebe Grüße

Kommentare

13 Kommentare zu “7 Fragen 7 Antworten an den Freund einer Bloggerin”
  1. Stephie sagt:

    Ich finde es super, dass ihr die Perspektive des Blogger Husbands mal näher beleuchtet. Ist er genervt, wenn sie vor jeder Mahlzeit erst einmal ein Foto machen muss. Oder wenn sie morgens nach dem Aufstehen ein halbnacktes Rücken-Selfie haben möchte und er dafür noch vor Kaffee und Frühstück 37 Rückenbilder machen muss, ehe sie mit einem zufrieden ist. Schöne Kolumne, gerne mehr davon. LG Stephie 🙂

  2. Caterina sagt:

    Ein richtiger toller Beitrag. Einen Beitrag über die technischen Sachen würde mich sehr interessieren. Kann er also gerne in die Tasten hauen 😉
    Frohe Ostern euch.

    LG Caterina
    http://caterinasblog.com

  3. Sassi sagt:

    Liebe Franzi,
    das ist wirklich eine süße Idee 🙂 Da ich noch zu Hause wohne habe ich schon mal überlegt meinen Papa einen Post schreiben zu lassen. Das wäre doch auch mal wirklich lustig.
    Derzeit ist auch meine Oma hier und was die so über unsere Generation erzählt ist absolut lustig 😀
    Ich bin gespannt was in 10 Jahren ist, aber eines hoffe ich ganz stark: dass man glücklich ist. 😉 Egal wie und was dann ist, dass ist wohl das wichtigste
    Hab wundervolle Osterfeiertage
    liebste Grüße
    Sassi

    • Franzi sagt:

      Liebe Sassi! Mach mal. Würde ich auch gern lesen. Ich finde es immer interessant zu sehen/ lesen was andere Menschen so bewegt oder wie sie unseren Job sehen.

      Liebe Grüße

  4. Claudi sagt:

    Hey ihr zwei 🙂 er kann ruhig mal was über die Kameras schreiben 😀 ansonsten finde ich es einfach schön auch mal aus dieser Sicht etwas zu lesen. Grüße aus Leipzig

  5. Kathi sagt:

    Liebe Franzi!

    Kompliment zu dem Eintrag, der ist mal was Neues und auch echt interessant. Ich hab mich schon öfters gefragt wie es den „Blogger Husbands“ da draußen so geht.
    Und Kompliment zu/an deinem/n Freund, der ist scheinbar ein ganz Lieber und einer den man auf jedenfall behalten sollte, wenn man das Glück hat, ihn zu haben 🙂

    Liebe Grüße,
    Kathi

  6. Eva Jasmin sagt:

    Wirklich ein spannender, ein wenig amüsanter (der Teil mit dem Materiallager hat mich echt zum Lachen gebracht) und sehr persönlicher Beitrag.
    Gerne weiterhin mehr davon!
    Liebe Grüße
    Eva

    http://www.eva-jasmin.de

  7. Anni sagt:

    Einfach ein ganz toller Beitrag. Sowas lese ich total gerne.
    Dein Freund klingt echt cool und scheint dich echt voll und ganz zu unterstützen. Sowas braucht man einfach. Schön dass ihr euch gefunden habt. 🙂
    Mein Freund ist wohl am ehesten davon genervt wenn er Bilder machen muss/darf 😀 Er macht es dann mir zu liebe, aber es gehört nicht zu seinen liebsten Tätigkeiten

    Liebe Grüße Anni von http://hydrogenperoxid.net

  8. Franzii sagt:

    Hallo,
    ich mag diese Beitrag in deinen dein Freund mal zu Wort kommt. Das ist eine andere und interessante Perspektive und immer toll von euch geschrieben. Ich lese gerne mehr davon, wenn er Lust hat 🙂

    Liebe Grüße Franzi

Schreibe einen Kommentar