Kolumne

Sieben Fragen sieben Antworten einer Bloggerin #2

26. März 2017 • 18 Kommentare

Es ist wieder einmal an der Zeit für ein paar Fragen rund um das Thema Bloggen. Dieses Mal bleiben wir fachbezogen, schauen uns meine Kollegen an, sprechen über Vertrauen und auch über einen Punkt, der mir beim Bloggen immer wieder Probleme bereitet.

Wie sieht dein Alltag als Bloggerin aus?

Der ist fast nicht anders als der normale Büroalltag hier in Deutschland. Ich versuche ab acht Uhr am Laptop zu sitzen. Oft schon in einem Outfit, dass ich auch so für Wege außerhalb der vier Wände tragen würde, um mit der richtigen Motivation in den Tag zu starten. Ganz klar, ich kann mir meine Pausen selbst einteilen und entscheiden wie lange ich mich mit anderen Dingen beschäftige, trotzdem muss ich meine To Do- Liste abarbeiten, Deadlines einhalten, Lichtverhältnisse gut für Bilder nutzen, Telefonate führen und Termine absprechen. Oft mache ich dann gegen eins eine Pause, um dann bis 16 den Workflow zu behalten. Das klappt nicht immer, aber ich arbeite daran. Denn ich habe für mich gemerkt, dass ich mich strukturieren muss, um meine Zeit sinnvoll zu nutzen. Ich tendiere zu viel Ablenkung, dank Facebook Videos oder Netflix Serien.

Hast du Angst vor der Konkurrenz?

Keine Angst, aber Respekt. Denn meine Kollegen legen immer gut vor, arbeiten schnell und sehr genau. Das möchte ich meinen Lesern ebenso bieten und verfalle dann manchmal in ein kleines kreatives Loch. Es ist nicht einfach, sich nicht ständig zu vergleichen. Daran arbeite ich aber und habe schon einen guten Lösungsansatz gefunden: To Do- Listen und Struktur. So komme ich oft gar nicht in Versuchung mich mit jedem Bild oder Text zu vergleichen. Ich habe keine Angst, sondern großen Respekt, d    er mich manchmal unter Druck setzt.

Sterben Blogs aus?

Diese Frage habe ich mir in letzter Zeit auch oft gestellt und dank der letzten Tagen mit nein beantworten können. Hier in Deutschland habe ich das Glück, dass Content für viele ein wichtiger Faktor für Erfolg ist. So kann ich auch mit einer Followerzahl unter 100K auf Instagram sehr gut von meinem Blog leben und euch immer wieder mit Texten und Bildern locken. Ich kann euch animieren über Themen nachzudenken, sie weiterzudenken und in den Austausch zu gehen. Mein Blog ist mein Aushängeschild und so glaube ich, der Blog als Medium wird nie aussterben. Er dient als Sprungbrett, als gute Basis für all die kommenden Aufgaben.

Sollte man jetzt noch einen Blog eröffnen?

Klar, wieso nicht? Es gibt natürlich genug Blogs, aber in anderen Jobs läuft es doch auch so. Es gibt auch viele Anwälte, Büromitarbeiter und Co., trotzdem entscheiden wir uns für einen Beruf, weil wir ihn gern machen. Weil wir eine Passion haben und vielleicht auch unsere Zukunft damit gestalten wollen. Wieso dann nicht einfach anfangen und probieren? Weil andere schon lange vor mir da waren? Nein, das ist mir zu einfach, diese Ausrede zähle ich unter “Eigentlich keinen Bock, ich benötige aber ein Totschlagargument“. Wer bloggen will, der soll es tun. Wie und was er damit erreichen will, muss jeder selbst wissen. Ja, ihr solltet einen Blog eröffnen. Vielleicht verändert ihr mit eurer Arbeit einen Trend, vielleicht bringt ihr Licht ins Dunkel oder habt einfach Spaß am Bloggen. Es soll ja noch Menschen geben, die starten Dinge aus dem Herzen heraus, weil sie Spaß haben oder an sich glauben.

Was musstest du als Bloggerin lernen?

Du musst zu einhundertprozent hinter dem stehen, was du machst. Denn genau das unterscheidet dich letztendlich von der Masse. Mir ist es egal, ob andere diesen einen Schuh tragen, mir ist es  nur wichtig, dass ich ihn trage weil ich es will und wie ich es will. Das zu lernen hat eine gewisse Zeit gebraucht. Denn es liegt mir genau so wie vielen anderen im Blut gemocht zu werden. Bestätigung ist ein Teil meiner Arbeit und manchmal lässt uns der Wunsch danach Dinge tun, die wir später mit hochrotem Kopf nur schnell zu den Akten legen wollen. Da bin ich ehrlich und weiß auch noch nicht, ob ich das schon vollständig verinnerlicht habe, aber ich arbeite daran.

Welcher Aussage würdest du niemals einfach so zustimmen?

Wer viele Instagram Follower hat, hat auch einen großen Blog. Wer viele Facebook Likes hat, hat auch viele Klicks auf der Seite. Wir müssen uns von dem Gedanken verabschieden, dass wir auf allen Ebenen immer gleich gut sein können. Mein Blog läuft wesentlich besser als Instagram und Facebook. Das habe ich bewusst für mich so gewählt. Ich lege den Fokus auf meine Seite, all die Kanäle von Instagram bis Pinterest sind Lockmittel. Sie sollen Leser auf meine Seite bringen und nicht nur Zeit auf Plattformen verbringen, die mir nicht gehören. Diese Basis ist mein Reich und mein Hauptfokus. Ganz klar, das kann heute auch anders aussehen. Aber ich habe für mich entschieden, dass ich ein Medium bedienen möchte, auf dem Texte, Bilder und eure Gedanken Platz finden und für jeden länger sichtbar sind. Meine Social Plattformen sind Begleiter, aber der Blog ist das Zentrum meiner Arbeit.

Was möchtest du in Bezug auf deinen Blog und deine Arbeit noch erreichen?

Einfach einmal zufrieden sein. Einfach einmal zu mir selbst sagen: Das hast du gut gemacht, ohne schon wieder das Aber in den Gedanken rauszukramen und eine Liste zu erstellen, was ich das nächste Mal besser machen kann. Ich bin manchmal so in meinem Optimierungswahn gefangen, dass ich gar nicht richtig erkenne, was gerade gut gelaufen ist. Dabei helfen eure Kommentare. Ich nehme mir jetzt jeden Tag mindestens eine Stunde Zeit um eure Worte zu lesen, sie zu verinnerlichen und euch zu antworten. Denn eurer Feedback ist mein Motor. Nur manchmal übertreibe ich es und setze mich sehr unter Druck, was wiederum Auswirkungen auf meine Laune und Arbeit hat. Völlig Banane, aber das ist ein Problem, dass ich jetzt mehr angehen möchte.

Liebe Grüße

Kommentare

18 Kommentare zu “Sieben Fragen sieben Antworten einer Bloggerin #2”
  1. “ Ich lege den Fokus auf meine Seite, all die Kanäle von Instagram bis Pinterest sind Lockmittel. Sie sollen Leser auf meine Seite bringen und nicht nur Zeit auf Plattformen verbringen, die mir nicht gehören. “

    JAJAJAJJAJAJAJAAAAAA Armen Schwester!

    Liebe Grüße,
    Katarina

  2. Susi sagt:

    Liebe Franzi,
    die kleinen Einblicke in dein Denken als Bloggerin gefallen mir immer sehr gut!
    Es ist wirklich schade, wie viele (gerade jüngere) Blogger ihren Blog in letzter Zeit vernachlässigen und nur noch schnellen Konsum auf Instagram bieten. Da stimme ich dir voll und ganz zu, dass Instagram als Inspiration dienen soll und der Blog als „Hauptdarsteller“ besser geeignet ist. Selbst Outfits gefallen mir auf Blogs meist besser, da die Details einfach nicht auf ein Instagrambild passen. Und das nachshoppen geht natürlich mit direkten Links auch einfacher 😉

    Was mich interessiert: Wie gehst du bei der Layoutgestaltung vor? Worauf legst du Wert? wie viel „IT Wissen“ / Programmierkenntnisse hast du selbst und was gibst du an die Profis ab? Und vor allem: wie viel Zeit musst du in dein Layout der Beiträge investieren?

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag! 🙂

    • Franzi sagt:

      Hallo liebe Susi! Ja auf Instagram ist kein Verlass, ich sehe ja gar nicht ob ihr alles seht und ich soll am Ende eben auch genau dafür bezahlen. Das ärgert mich und macht auf lange Sicht eh keinen Sinn. Der Blog ist meine Basis, das fühlt sich auch sicher an. Sicherer zumindest als immer wieder updates auf einer Plattform und Fakefollower und Likes und er ganze Mist. Langsam kann ich Instagram nichts mehr abgewinnen. Ich glaube die Plattform wird nicht mehr so genutzt, wie es einmal war. Daher konzentriere ich mich stark auf meine Seite. Zwecks Layout- das gebe ich gerade alles ab. Ich bin darin eine Niete!
      Liebe Grüße

  3. Dany sagt:

    Liebe Franzi, ein unheimlicher toller Beitrag mit wahnsinnig viel Ehrlichkeit. Deine Sicht der Dinge mag ich sehr und sie spornt mich an weiter zu machen. Manchmal mache ich mir auch meine Gedanke, weil es mittlerweile unzählige Blogs gibt. Und ich frage mich immer warum ich nicht schon viel eher darauf gekommen bin, aber so ist das eben alles zu seiner Zeit und aus den richtigen Gründen. Das mit dem selbst Zufriedensein kenn ich. Daran muss ich auch noch arbeiten. Und auch daran mich nicht an und mit anderen zu messen. Jeder ist anders, jeder schreibt und denkt anders daher kann man sich eigentlich nicht messen.

    Liebe Grüße zu diesen wunderschön sonnigen Sonntag. Dany

    http://www.danyalacarte.de

    • Franzi sagt:

      Dany! Danke für dein lieben Worte! Mach bitte weiter. ich weiß, es ist nicht immer einfach. Aber dennoch glaube ich immer noch daran: Wer gute Arbeit leistet wird dafür auch belohnt. Auch wenn es albern klingen mag in Zeiten von „Wie viele Likes und Follower hast du?“. Danke dir!

      Liebe Grüße

      • Dany sagt:

        Liebe Franzi, danke für deine Worte. Das macht einfach Mut und motiviert. Nein, auf keinen Fall werde ich aufhören. Ich möchte mich immer weiter verbessern und die Welt mit hoffentlich schönen Texten und Erfahrungen bereichern.

        Wir lesen uns 😉
        Dany

  4. nathalie sagt:

    Ich finde besonders den letzten Punkt richtig gut.
    Denn genau so geht es mir auch 🙂
    Toller Beitrag!
    LG*

    Nathalie von Fashion Passion Love ♥

  5. Barbarella sagt:

    Liebe Franzi, vielen Dank für diesen tollen Beitrag der einen kleinen Einblick in dein Bloggerleben gewährt.
    Ich bin „nur“ Hobbybloggerin und darum lasse ich mein Blog und meine Instagramseite einfach so nebeneinander existieren. Ich freue mich, wenn meine Einträge und Fotos „gelesen“ werden, und das gibt mir schon eine kleine Belohnung für meine Arbeit. Klar schaue ich mal nach, wie es die anderen machen, aber im großen und ganzen lasse ich mich nicht beeinflussen, höchstens mal inspirieren 😉

    Viele Grüße, Barbarella <3

    https://barbarella149.wordpress.com

    • Franzi sagt:

      Liebe Barbarella! Ja, es ist schön, wenn Leute auf Worte und Bilder reagieren. Aber ich muss selbst aufpassen, dass es nicht alles ausmacht und ich mich nicht im Like wie viele Follower hast du Ding verliere. Der letzte Satz gefällt mir sehr gut 😉

      Liebe Grüße

  6. Milli sagt:

    ein super interessanter Artikel! Ich finde es sehr beruhigend, dass Insta nicht der Mittelpunkt einer Bloggerin ist sondern tatsächlich ihr Blog. Oft wird einen was anderes versucht zu verkaufen, weshalb ich es toll finde das Gegenteil zu hören.

    Liebe Grüße, Milli
    (http://www.millilovesfashion.de)

  7. […] liebe Franzi hat ein paar Frage aus ihrem Leben als Bloggerin beantwortet. Ob sie Angst vor der Konkurrenz hat und ob Blogs aussterben? Frani von Zukkermaedchen […]

  8. Leni sagt:

    Freut mich, dass du deinen Fokus auch weiter auf den Blog legst! Ich finde bei dir merkt man in jedem Post, dass du da Herzblut mit reinsteckst und das zieht meiner Meinung nach! Klar gucke ich mir auch gerne deine Instagramposts an, aber so ein Blog ist nochmal etwas anderes. Da entsteht noch mal eine ganz andere Bindung zum Leser, die ich viel schöner finde, als auf Instagram 🙂
    Liebe Grüße,
    Leni 🙂
    http://www.sinnessuche.de

  9. Mein Blog liegt ebenfalls im Fokus. Mir ist es egal, wie viele Likes und Herzchen ich bei Instagram, Facebook und Co. habe. Und sogar, weil ich vom Blog nicht leben muss, die Klicks auf meinem Blog. Weil ich diesen Blog als Herzenstraum betreibe. Als kreatives Tagebuch. Als Erinnerungsbehälter. Als Inspiration für mich. Und wenn durch diese Öffentlichkeit die ein Blog nun mal hat, es zu Kontakt kommt, durch Kritik und Tipps finde ich das umso spannender. Mein Blog ist wie eine kleine Welt in der die Zeit langsamer läuft und das ist wunderbar, wenn man das genießen kann.

  10. katy fox sagt:

    wow liebe franzi einen tollen einblick in dein bloggerleben 🙂 man hat das gefühl, dass du die fragen richtig ehrlich beantwortet hast 🙂
    glg katy

    http://www.lakatyfox.com

    • Franzi sagt:

      Hallo liebe Katy! Ja ich hoffe doch! Ich versuche immer so ehrlich wie möglich auf solche Fragen zu antworten. Ihr sollt ja einen echten Einblick erhalten.

      Liebe Grüße

  11. Janine sagt:

    Hallo du Liebe,
    was für ein toller Beitrag von dir.
    Ich versuche gerade auch etwas zu „wachsen“, erst auf Instagram und dann nach und nach meinem Blog mehr Leben einzuhauchen. Leider ist dies wirklich ein langer und mühsamer weg….aber ich versuche es als Herausforderung zu sehen.
    Auch wenn es nicht immer einfach ist nicht auf die Follwerzahl zu achten, versuche ich dabei immer dran zu denken, dass ich das für mich mache und weil es mir Spaß macht zu Schreiben.
    Riesen Kompliment für deinen Blog.
    Liebe Grüße und wundervolle Ostertage
    Janine

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