Kolumne

Letters to myself: Komm mal runter

19. März 2017 • 8 Kommentare

Emotionales Fass? Seit deiner Geburt hast du wohl beschlossen alles und jedes Gefühl sofort aufzusaugen und zum Drama zu machen. Du hast in den letzten Jahren viel erlebt und durchlebt, trotzdem müssen wir mal wieder reden. Wir müssen über deine Art reden, mit Hürden umzugehen und sie anzunehmen. Du hast ein kleines Problem mit Problemen.

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Wie ich das meine? Komm schon, du bist manchmal hoch sensibel und lässt dich zu schnell reinziehen. Du kannst dich wunderbar hineinsteigern und dem kleinen Problemchen den Krieg erklären. Du bist auf diversen Gebieten hochexplosiv. Du bist viel zu impulsiv und merkst nicht, wie du dich emotional verrennst! Glaubst du nicht? Du denkst du bist die entspannteste Person auf Erden und nichts kann dich erschüttern? Du irrst dich. Du kannst dich in Rage reden, du kannst aus einem Malheur ein Drama machen und vergisst manchmal, dass du es gerade eh nicht ändern kannst.

Das rate ich dir dann immer:

Lass es sein. Komm runter und beschäftige dich für einen Moment mit schönen Themen. Tief durchatmen. Es ist Wochenende, wen willst du jetzt erreichen und was willst du am Ende hören? Bis jetzt haben wir doch jede Situation gut gemeistert, oder? Es nützt nichts sich aufzureiben, immer wieder jedes Wort umzudrehen und Situationen zu analysieren, die längst passiert sind.

Du musst lernen für den Moment Situationen und Gefühle zu akzeptieren. Es bringt nichts, dass du die Fassung verlierst, den Teufel an die Wand malst und am Ende doch merkst, wie sinnlos das alles war. Denn diese Situationen machen das Problem nicht besser, ändern nichts und helfen dir nicht, einen klaren Kopf zu bekommen. Genau den brauchst du dann aber. Du musst lösungsorientiert denken, du musst sehen wo es hingehen kann und wie du dich verhalten solltest, um verfahrene Situationen nicht noch schlimmer zu machen. Das geht sehr schnell, wenn man unbedacht rausposaunt, reagiert und agiert.

Du musst lernen dich bei alltäglichen Dingen, die zwischen Menschen oder im Job passieren, herunterzufahren und Probleme und Hürden nicht als Angriff auf deine Person zu sehen. Niemand hat dir versprochen, dass das echte Leben mit viel Verantwortung leicht sein wird. Im Gegenteil.

Nicht alles kann immer stimmen. Alles kann auf einmal auf dich zu kommen und du musst eine Lösung für dich finden, die dich und andere nicht verletzt. Klingt nach viel Arbeit? Ja, aber weißt du was: Es ist manchmal gar nicht so schlimm. Es ist am Ende manchmal nur der vergessene Schlüssel, der miese Text, das bescheuerte Wetter oder die drei Kilo zu viel. Trotzdem dreht sich die Welt weiter, trotzdem wirst du weiterleben. In diesem Moment vergisst du nur oft was zählt und wie du dich verhalten solltest. Also hör mir zu, hör auf mich wenn es mal wieder so weit ist, bevor du dich gern einfach nur schreiend und heulend aufs Bett schmeißen möchtest und die Welt verfluchst. Sei dir bewusst, wie viel Zeit du damit verschwenden willst.

Es ist ok wenn etwas nicht klappt, es ist völlig in Ordnung Mist zu bauen, es ist ebenso ok wenn andere das tun.

Du musst nur lernen damit umzugehen und aus einer mini kleinen Hürde kein riesiges Theater machen. Tu mir den Gefallen und lerne runterzukommen. Manchmal klappt es ja sogar ganz gut, also setze dich mit deinen Gefühlen auseinander, trink einen Kaffee, geh zum Sport oder beiß ins Kissen. Dann schau dich im Spiegel an und überlege, wie du gerade wohl auf dich selbst wirkst. Merkst du etwas? Gut so. Mein Tipp, hör auf dich in negative Gefühle hineinzusteigern. Es kostet nur Zeit und bringt Falten- das konnten wir beide ja schon feststellen.

Mach was draus.

Liebe Grüße

Kommentare

8 Kommentare zu “Letters to myself: Komm mal runter”
  1. Marie sagt:

    Toller Post! Mir geht es auch immer so! Danke dafür!

  2. Barbarella sagt:

    Ich bin leider auch so ein Mensch der gleich an die Decke geht. Und hinterher denke ich mir dann, dass es gar nicht nötig war. Man kann nicht aus seiner Haut, aber ich versuche jetzt öfter mal ruhig zu bleiben und meist gelingt es mir auch. Probleme löst man ohnehin besser, wenn man einen kühlen Kopf bewahrt 😉

    LG, Barbarella <3

    https://barbarella149.wordpress.com

  3. Tina sagt:

    <3

    Wirklich toll geschrieben! Vielen Dank für den verbalen Schubser! 🙂

  4. diesen einen satz finde ich besonders wichtig: „was willst du am ende hören?“ – das frage ich oft in streitgesprächen, auch mich selbst.

  5. Dany sagt:

    Ja, das mit dem Reinsteigern und besonders auch um viele Ecken denken, das können wir Frauen besonders gut. Ich denke ich hab in Sachen nicht gleich alles persönlich nehmen und erstmal durchatmen bevor man an die Decke geht ganz gut was dazu gelernt und habe das ein wenig besser im Griff. Aber es gibt immernoch oft genug Situationen wo ich einfach mal ganz dezent ausrasten könnte. 😀

    LG Dany

    http://www.danyalacarte.de/

  6. Franzii sagt:

    „Du musst lernen dich bei alltäglichen Dingen, die zwischen Menschen oder im Job passieren, herunterzufahren und Probleme und Hürden nicht als Angriff auf deine Person zu sehen.“ Oh wenn das so einfach wäre. Ich steigere mich so in Kommentare von Arbeitskollegen rein, dass ich manchmal explodieren könnte 😀 Jedoch versuche ich seit kurzem durch Atemübungen entspannter in der Hinsicht zu werden ?
    Wie in den Kommentaren vorher schon gesagt, reinsteigern und übertreiben kann auch ich als Frau ganz gut.

    Liebe Grüße Franzi

  7. Alina sagt:

    Super schöner Text, in dem auch ich mich teils wiederfinde. Beschäftige mich auf meinem Blog genau mit solchen Themen (Persönlichkeitsentwicklung). An sich zu arbeiten, ist nicht immer einfach, aber lohnt sich.

    Liebste Grüße,
    Alina von http://www.selfboost.de

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