Kolumne

My personal Instagram Gameover

11. Dezember 2016 • 19 Kommentare

Dieser Text schlummert seit zwei Monaten in meiner Schreibtischschublade. Mal ändere ich ihn, mal ergänze ich, mal lösche ich ganze Passagen. Zu Beginn wollte ich euch einen Guide schreiben, wie ihr euren Account besser gestalten könnt und wie ihr mehr Leute mit euren tollen Bildern erreicht. Jetzt musste ich den Titel ändern.

Rückblick. Nach dem großen Chaos mit dem Algorithmus hat sich viel getan. Wir meckern gern noch, tuscheln über andere, kaufen, nicht kaufen, wieso mehr Erfolg, wieso weniger. Aber den Blick hinter die Kulissen und mehr über das Treiben rund um Instagram verraten konnte und wollte fast niemand. Daher hatte ich mich dazu entschlossen, euch eine kleine Auflistung in einen Post zu packen, der euch zeigt, wie man kontinuierlich erfolgreicher mit der App wird und was es bedeuten kann, von Instagram zu leben.

Zuerst, ich bin Bloggerin und lebe von meiner Website. Ich bin kein Pro, ich habe die Weisheit nicht gepachtet, aber ich bin immer wieder neugierig und teste gern. Trotzdem geht nichts über meinen selbst gebauten Platz im World Wide Web. Facebook, Instagram und Snapchat waren und sind immer nur Zulieferer, nette Nebenerscheinungen, die immer wieder auf meine Seite locken sollen. Euch Leser, die die an mehr Infos zu Lifestylethemen interessiert sind.

Trotzdem kommt man als hauptberuflicher Blogger um Instagram nicht herum, manchmal ist der Account sogar wichtiger als der Blog. Für mich unvorstellbar, für andere die bessere Lösung mit dem Word Wide Web Geld  zu verdienen. Daher hatte ich mich entschlossen mehrere Varianten auszuprobieren, bin aber nach zwei Monaten in einem ganzen Strudel aus Wissen, Unverständnis und bösen Worten gelandet. Meinen jetzt daraus entstandenen Selbstversuch (das klingt wie RTL das Jenke Experiment) möchte ich mit euch teilen.  Was ihr heute lest ist die Einleitung, die ich seit gut drei Wochen vor mir hin und her schiebe.

Was braucht es um erfolgreich auf Instagram zu sein?

Grob zusammengefasst: Ein Händchen für schöne Bilder, immer wieder neue Orte, Dinge, die es für den Zuschauer spannend machen, das Profil anzuklicken. Vielleicht auch eine starke Persönlichkeit die auffällt, anders ist, Themen anspricht, die sonst unter den Tisch fallen. Oder das Mädchen von nebenan, mit dem sich jedes junge Mädchen in einem bestimmten Alter identifizieren kann. Instagram hat klare Rollen, die entweder unterstützt, aufgebrochen oder ignoriert werden können.

Vorteil und gleichzeitig Nachteil können eine schöne Wohngegend, ein toller Körper oder ein unglaublich schönes Gesicht sein. Es tut mir Leid, ich bin ehrlich. Aber das kann ich aus meinen Erfahrungen heraus euch nur mitteilen. Instagram lebt von besonderen und schönen Bildern. Auf Grund der Vielzahl kann das aber auch den bekannten Einheitsbrei hervorrufen. Es geht auch anders. Ausnahmen bestätigen die Regel. Aber ich bin immer wieder bei meinem ersten Satz gelandet. Gefällt mir auch nicht!

Analyse der Zielgruppe

Instagram ist jung, schnell und ein Bild hat nicht die gleiche Langlebigkeit wie auf einer Website. Facebook ist dagegen übertrieben gesagt alt. Daher solltest du dich mit deiner Zielgruppe auseinandersetzen. Tools wie Iconosquare können dir bei der Auswertung deiner Zielgruppe eine große Hilfe sein. Daten wie Alter, Like- Affinität und Follower Art findest du dort auf einem Blick und gut strukturiert. Ebenso bietet Instagram selbst eine Statistik an, die dir zeigt was wie und wann geliked wird. Ein dritter Tipp, der mir sogar als der Wichtigste erscheint: Frage deine Community. So bekommst du schnell und ehrliches Feedback.

Vorteil: Du weißt irgendwann was du posten musst, um viele Likes und mehr Follower zu generieren.

Nachteil: Jede Statistik hat ihre Ausnahme und Menschen lassen sich am Ende immer gut einschätzen, aber nicht festnageln. Die App ist schnell. Was heute toll ist, kann morgen schon richtig langweilig sein und wenn alle irgendwann das Gleiche posten, wird es für alle wieder öde.

Eigene Aktivität

Der erste Schritt um mehr Likes und Follower zu generieren ist auf sich aufmerksam zu machen. Es gibt genug tolle Accounts, die mehr Likes und Follower verdienen! Es kann helfen, selbst bei anderen zu liken und zu kommentieren. Das passt und ist legitim, vor allem wenn die Accounts einen ähnlichen Stil haben, du sie selbst sehr ansprechend findest und so ein Austausch stattfindet. Der Account wird dir womöglich folgen und auch andere, die deine Kommentare lesen und dann auf dich aufmerksam werden.

Vorteil: Du findest tolle neue Inspirationen, kannst dich austauschen und bekommst vielleicht sogar ein paar nützliche Tipps.

Nachteil: Es kostet Zeit. Du musst suchen, immer wieder kommentieren und liken und vielleicht stellt sich auch nie eine Verbesserung deiner Like- und Followerzahl ein. Es gibt keine Garantie für „Ich folge und like dich“ und das Gegenüber tut es mir gleich.

Next Level Shoutout

„Vielleicht kannst du mich pushen?“ ist eine legitime Frage. Wer im gleichen Becken schwimmt, könnte ja gemeinsam das Ziel erreichen. Oder andere unterstützen weil es toll ist, so viele schöne Bilder miteinander zu teilen. Dafür müssen es nicht zwingend große Accounts sein. Auch kleinere und mittlere Accounts mit guter Likerate können deine Community erweitern und ihr könnt euch gegenseitig unterstützen.

Vorteil: Es macht Spaß etwas zu teilen, jemanden zu unterstützen und Hilfe zu erhalten. So können Follower auch neue Accounts entdecken.

Nachteil: Niemand will Shoutouts öffentlich zugeben. Bei meinem Test bekam ich oft Absagen, was völlig ok ist. Nur die Begründung war eine sehr harte Erkenntnis: „Es sieht so aus, als hätte ich es nötig um Likes und Follower zu betteln.“ Da haben wir die deutsche Tugend, die ich aus tiefstem Herzen verabscheue. Um Hilfe zu fragen und um Unterstützung zu bitten gleicht immer dem Eingeständnis, dass ich versagt habe, es nicht allein schaffe. Dabei ist das wohl ganz oft im Leben so. Wir brauchen Hilfe, wir brauchen manchmal eine Hand die uns leitet, die uns pusht. Wieso das im World Wide Web als Versagen angesehen wird, muss mir wirklich mal jemand erklären.

Kurzer Einschub: Das war das erste Mal, dass ich an diesem Text etwas zu bemängeln hatte, dass ich Social Media auf einmal ganz anders wahrnahm. Social ja, aber ja nicht um anderen zu helfen, denn es könnte ja Gerüchte geben. Es war mir nicht möglich einen einzigen Shoutout mit gleichwertigen oder größeren Accounts zu erhalten. Ich bekam immer sehr freundliche Antworten und großes Verständnis für meine Anfrage. Wirklich, Hut ab! Doch alle hatten immer dieses negative Gefühl im Hinterkopf, die Angst von anderen auf Instagram direkt angesprochen zu werden oder dem Gerede hinter ihrem Rücken. So groß ist die Missgunst schon, dass das Helfen als Versagen wahrgenommen wird. Ich konnte die Absagen absolut verstehen, aber es war dennoch sehr ernüchternd. 

Next next Level Supporter Gruppen

Eine Sache, die ich erst am Ende meiner Testphase entdeckte habe sind Supporter Gruppen. In denen kommen Instagramer zusammen und pushen sich gegenseitig durch Likes und Kommentare. Sie nutzen Plattformen wie Whatsapp oder Telegram um dort ihre hochgeladenen Bilder zu promoten. Jeder der etwas hochlädt liked und kommentiert auch die anderen Bilder der Gruppenmitglieder.

Vorteil: Teilweise kann der Algorithmus für den eigenen Account stark beeinflusst werden. Ihr werdet sichtbarer, weil ja mehr Menschen eure Bilder liken und kommentieren. Vor allem für kleinere Accounts das eine gute Sache um mehr Aufmerksamkeit zu erhalten.

Nachteil: Es könnte eine Endlosschleife von „So süß, großartiges Bild, du bist so schön“ entstehen. Der echte Austausch bleibt irgendwann aus und auch die Masse an Gruppen kann dazu führen, das man selbst nur noch wahllos liked und kommentiert ohne wirklich den Content hinter dem Bild wahrzunehmen.

An diesem Punkt muss man auch sagen, dass sich sehr viel über diese Gruppen aufgeregt wird. Es wäre Missbrauch oder Betrug so mehr Aufmerksamkeit zu generieren. Aber am Ende ist es ein Support, der wenn er ehrlich gemeint ist, wirklich helfen kann. Ich war nie in einer Massenlike Gruppe, aber auch in einer kleinen Gruppe kann es dann zu Anfeindungen kommen. Es kann ein Gruppenzwang entstehen, der nicht mehr im Verhältnis zu einer simplen Bilderapp mit Likes steht. Dauergespräche wie“ich like alles, du nur drei Bilder“ waren oft der Grundtenor.

Werbung schalten

Als letzte Möglichkeit möchte ich noch das Werbung schalten auf Instagram vorstellen. Ganz klar, die App gehört zu Facebook und somit möchte da jemand auch Geld verdienen. Verständlich. Ich kann euch aber sagen: Werbung nur auf Instagram schalten, hat absolut nicht funktioniert. Die Klickrate ist so gering und der Preis dafür viel zu hoch, dass ich mich ernsthaft frage, wem es etwas bringt, außer Facebook? Auch die Werbung die ich regelmäßig sehe, regt mich absolut nicht zum Liken oder Kommentieren an. Und mal eine blöde Frage nebenbei: Ich kann auf Instagram Werbung schalten und nur auf eine externe Website verweisen, aber nicht direkt auf mein Profil. Wie sinnfrei, oder? Zumindest bin ich da nicht die richtige Zielgruppe.

Mein Tipp, wenn ihre eine Facebook Seite besitzt: Schaltet für kleines Geld Anzeigen mit euren Beiträgen und nutzt die Option *zusätzlich auf Instagram werben. Das bringt wesentlich mehr und ist auch noch viel günstiger.

Vorteil: Eure Zielgruppe wird erweitert, mehr Leute werden erreicht.

Nachteil: Kosten und die Relation zum Nutzen. Das müsst ihr für euch und euren Account, eure Website oder euer Produkt selbst definieren.

So viel zum ersten Part. Noch ganz angenehm und nicht allzu viel Neues? Im zweiten Teil wird es etwas direkter und ja, ich werde ehrlich gesagt auch unangenehmer. Wir sprechen dann über das Thema „Kaufen// Getratsche und die Erkenntnis: Eine App kann sehr viel Macht haben.

Liebe Grüße

Kommentare

19 Kommentare zu “My personal Instagram Gameover”
  1. Susi sagt:

    mir gefällt die etwas andere Sicht auf Instagram sehr gut. das ist mal etwas anderes als „wie drapiere ich die Blumen am Besten und welcher Filter passt am Besten zum Bild“.
    auch wenn ich selbst Instagram nicht mehr aktiv nutze finde ich deine Einblicke spannend 🙂

  2. finja sagt:

    Hi Franzi,
    Was fuer ein grossartiger Post! Du sprichst mir hier wirklich von der Seele. Ich bin ueber die Schiene Instagram in das Blogger Leben eingetreten, mir ist die App zu langweilig geworden. Kreativitaet kann man da ausleben, aber eben nur bis zu einem bestimmten Masse. Und wie du schon sagst, es gibt so Standard Posts, die gut ankommen, aber soll es das gewesen sein?
    GLG Finja | http://www.effcaa.com

    • Franzi sagt:

      Liebe Finja! Ich frage mich auch gerade was dort die Follower noch sehen wollen? Aber vielleicht sollte ich da einfach einmal meine hier aufgestellten Tipps befolgen und sie fragen 😉

      Liebe Grüße

  3. Bernadette sagt:

    Toller Blogpost – Ich bin schon gespannt auf den 2. Teil! 🙂
    Ich finde es gut wie du ehrlich aussprichst wie das auf Instagram so läuft/ laufen kann. Danke für den Einblick und die Tipps!
    Liebe Grüße und ich wünsche dir noch eine schöne Weihnachtszeit 🙂

  4. Katarina sagt:

    Sehr gute Zusammenfassung. Und um dem entgegenzuwirken, suche ich mir jetzt mal einen Account den ich meinen Followern empfehlen möchte 🙂

  5. Sehr interessant. Ich bin schon sehr gespannt auf Teil 2.
    Schade, dass das gegenseitige helfen nicht mehr „in“ ist.

  6. Caterina sagt:

    Tolle Zusammenfassung. Ich gehöre zu den kleinen Accounts und versuche ziemlich viel um ehrlich an Follower zu kommen. Ein Bild auf Instagram zu bewerben bringt wirklich nichts. Es ist unverschämt teuer und man bekommt kaum Klicks. Ganz anders bei Facebook. Liken und kommentieren kostet mich unheimlich viel Zeit vor allem weil man ja nicht immer das gleiche schreiben will.
    Reposts finden kaum statt obwohl ich manchmal der Meinung bin dass meine Bilder ganz gut sind. Aber auch da habe ich das Gefühl dass immer nur die gleichen gepuscht werden oder hauptsächlich es ist eine Chanel Tasche auf dem Bild. Egal wie schön das Bild ist.
    Naja. Sehr schade meiner Meinung aber wohl nicht zu ändern.

    LG caterina
    http://caterinasblog.com

  7. Dany sagt:

    Hallo Franzi, ein absolut toller und für mich sehr interessanter Beitrag. Gerade für mich als Anfänger Sachen Bloggen sehr gut. Ich finde es auch interessant auf was man teilweise ein like erhält und was eher unbeachtet bleibt. Ich bin sehr gespannt wie sich alles weiterentwickeln wird mit Blog, mal sehen. Im Moment muss ich sagen fehlt es mir an Kommentaren bei Beiträgen. Es ist eben wirklich das wovon der Blog lebt und lebendig wird.

    Freue mich schon auf deinen nächsten Beitrag zu diesen Thema.

    Lg dany von danyalacarte.de

  8. Janine sagt:

    Ich bin „Zuschauer“ bei Instagram und nutze die App als kleine Flucht vom Alltag – eher analog einer Zeitschrift. Mich würden deine täglichen Outfits interessieren 😉 Ich selbst bin schrecklich schlecht im Kombinieren und daher auf talentierte Damen dringend angewiesen!

    Und ich hoffe „Instagram gameover“ ist nichts los Ende gemeint! Ich liebe deine animierten Kaffeetassen!

  9. Sina sagt:

    Danke, liebe Franzi,

    ich bin selbst Hundebloggerin und es stört mich wahnsinnig wie schwierig es wird mit den immer wieder neugestalteten Algorithmen oder Regeln. Man wird angelockt die App/ das Programm zu nutzen und ein Jahr später wird man nur noch eingeschränkt. So kleine Kanäle wie meiner wird von Follwer-Starken oder gesponsorten Posts verdrängt. Das finde ich sehr schade. Genauso blöd finde ich nun die neue Regelung von Facebook Kooperations-Post, das vorgestellte Produkt oder die Firma nicht mehr nennen zu dürfen. Wie verhältst du dich in der Sache in Zukunft? „Hallo Leute, ich habe ein neues Haarshampoo, verrate euch aber nicht welches und von wem, lest auf meinem Blog?“ Es bleibt uns ja nichts anderes übrig. Und da wären wir wieder beim Thema mein Blog, meine Regeln, mein Mehrgewinn! Schade, dass sich Facebook und Co. damit so ins AUS schießen! Mich würde noch interessieren, welche Apps/Programme für oben beschriebene Situationen nutzt?

    Alles liebe & HERZliche Grüße,
    Sina

  10. Doro sagt:

    Endlich mal jemand der Klartext redet! Ich mühe mich gerade wirklich ab guten Content für meinen Account zu generieren, aber die Follower vermehren sich nur mühsam. Ich hab die Hoffnung, dass es ab der 1000-er Marke besser läuft…aber bis dahin ist es echt Arbeit!

  11. Stephi sagt:

    Ein toller Beitrag, ich finde du bringst die Dinge sehr schön auf den Punkt!
    Wenn ich zurückdenke, wie Instagram ca vor einem Jahr war und wie es jetzt ist, hat sich, wahrscheinlich auch vor allem wegen des neuen Algorithmus einiges zum negativen verändert :/

    Liebe Grüße
    Stephi von http://stephisstories.de

  12. Dorie sagt:

    Sehr toll geschrieben, das mit den Whatsapp Gruppen wusste ich auch noch nicht.
    Sehr genial, dass du diesen Test gemacht hast 🙂
    Liebe Grüße, Dorie
    http://www.thedorie.com

    • Franzi sagt:

      Ha und das war ein sehr seltsames Gefühl. Ich musste mich überwinden. Aber ich ging am Ende mit einer wirklich schönen Erkenntnis nach Hause! Klingt etwas albern, aber ich erzähl in den kommenden Posts mehr.

      Liebe Grüße

  13. […] mehr mehr – aber manchmal muss man auch zugeben, dass man gescheitert […]

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