Kolumne

Shit I’m not perfect

8. April 2015 • 29 Kommentare

Grün? Öko? Fairtrade? Nachhaltig? Organic? Wisst ihr was mir Angst macht? Wisst ihr was mir viel öfter ein schlechtes Gewissen bereitet?

 Shit I'm not perfect

Nicht, dass mein Instagram Account nicht hell genug erstrahlt, oder ich den nächsten all- inclusive Urlaub auf den Malediven nicht mit euch teilen kann. Nein, mir macht es Angst, dass ich es nicht schaffe perfekt zu leben, richtig mit meinem Konsum umzugehen, grüner zu denken und alle anderen ihren scheinbar richtigen Weg ganz schnell und zielstrebig erreichen. Ich habe ein schlechtes Gewissen weil ich genieße, weil ich mir etwas gönne und dann lese: Das ist nicht richtig. Ich mache nach den gängigen Gepflogenheiten und nach den neusten Esstrends einfach alles falsch. Ich besitze zu viel, esse zu viel, was mir wohl dank zahlreicher Statistiken naturgemäß doch nicht bekommt und weil ich Hundebesitzerin bin, darf ich auch kein Leder kaufen. Ich fühle mich gefangen in den Gedanken nichts richtig zu machen, nichts Einhunderprozentiges vorweisen zu können und weiß aber im selben Moment, dass es nicht möglich ist perfekt und zu 100% nachhaltig zu leben. Es ist nur möglich eine Idee zu verfolgen und sie für sich selbst so zu formen, dass sie zum Leben passt. Doch ich bekomme immer wieder den inneren Druck zu spüren, dass es zu konsequent getan werden muss, sonst kann ich es lassen. „Rede nicht über etwas, dass du nicht komplett und in einem Atemzug umsetzen kannst.“ Wie schafft ihr das alles, wie kann ich trotz all dieser großen und kleinen Fehler ein gutes Leben mit euch und mit mir im Einklang erreichen? Was muss ich dafür tun? Ich trenne den Müll, ich verzichte auf Plastiktüten und versuche dem Verlangen nach neuen Dingen auch einmal den Riegel vorzuschieben. Ich kaufe kein Billigfleisch aus der Theke und möchte aber meinen Kaffee mit Milch trinken ohne dafür gleich wieder zu erfahren, was ich mir und meinen Körper antue! Ich verstehe, wir müssen umdenken, aber geht das nur radikal? Geht das nur ganz oder gar nicht? Und zählt dann nur eine Lebensform?

Genau das setzt mich jeden Tag erneut unter Druck. Ich möchte nicht mit Scheuklappen durch die Welt laufen, weiß aber auch ich muss realistisch bleiben. Doch dieser Druck, ein perfekt grünes Leben zu leben… der wächst jeden Tag.

Liebe Grüße

Kommentare

29 Kommentare zu “Shit I’m not perfect”
  1. Vielleicht ist schon der Wunsch, „perfekt“ sein zu müssen, irgendwie unmenschlich. Vielleicht ist alles, was diese Welt von verlangt, Erfahrungen zu machen – welche das auch immer sein mögen. Ganz sicher aber ist nicht das für Dich richtig, was andere denken, tun oder wollen. Such‘ Deinen eigenen Weg, Hör nicht auf Dein schlechtes Gewissen, sondern auf deinen Bauch. Iß, auf was Du hungrig bist. Und mach das, was Du im Herzen richtig findest. Für alles andere ist das Leben zu kurz… 🙂 🙂

    • Franzi sagt:

      Danke für deinen Kommentar! Ja das stimmt, aber ich will auch mehr tun- aber den Anfang oder den richtigen Weg für mich einfach nachhaltiger zu denken und auch zu leben, den habe ich noch nicht gefunden. Das ärgert mich und das es so viele gibt, die einen mit Ratschlägen erschlagen …

  2. du sprichst mir mal wieder aus der seele 🙂

  3. Lynda sagt:

    Oh die Malediven sind ein Traum, da möchte ich auch mal wieder hin!!! Viel Spaß!!
    LG Lynda

  4. ich denke, es ist schon mal schön, wenn der wunsch zur änderung da ist. ich mache alles schritt für schritt.. verzichten, einschränken, minimieren. da ich bald zum 4. mal umziehe, ist das gleich ein guter ansporn, „neu“ anzufangen und etwas „einfacher“ zu leben.
    vielen dank für deine schönen texte, lese sie sehr gerne!
    lieben gruß, eine sonst „stille“ leserin

  5. Bella sagt:

    Ich finde es auch schwierig den richtigen Umgang zu finden. Grüne Mode zu kaufen nehme ich mir vor und dann finde ich mich doch wieder bei H&M und co. Das ärgert mich dann selbst.
    Beim Essen ist mir die Umstellung etwas besser gelungen.

    Liebe Grüße und sei nicht so streng mit dir!
    Bella

    http://kessebolleblog.blogspot.de

  6. Kati sagt:

    Oh ein toller Post, der dich sehr sympathisch macht! Ich habe ähnliche Gedanken und versuche, Schritt für Schritt vorzugehen. Seit gut zwei Jahren ernähre ich mich rein vegetarisch und minimiere seitdem auch den Konsum anderer tierischer Lebensmittel immer mehr, ohne dabei aber völlig radikal zu sein. Auch was andere Lebensmittel angeht, versuche ich, immer mehr auf regionale und saisonale Produkte zurückzugreifen (in meiner Stadt kann man sich z.B. einmal die Woche eine Bio-Kiste liefern lassen, da ist Gemüse und Obst von einem Demeter-Bauern ganz in meiner Nähe drin, das ist eine tolle Möglichkeit, regionale Bauern zu unterstützen und gleichzeitig hochwertige Lebensmittel zu bekommen).
    Ich denke, auch kleine Schritte können einen zum Ziel führen und jeder sollte dabei sein eigenes Tempo bestimmen dürfen, deswegen finde ich, dass jede kleine Verbesserung, die du in deinem Konsumverhalten machst, schon ganz viel wert ist.

    LG Kati

    PS: Ich habe übrigens auch einen Hund und werde ständig gefragt, warum ich dem Fleisch füttere, wenn ich doch selber keines esse… irgendwas ist halt immer 😉

    • Indie sagt:

      Liebe Kati, so mache ich es auch. Ein Schritt nach dem anderen.
      Ich esse seit einiger Zeit kein Fleisch mehr, aber hin und wieder erwische ich mich dann doch auf einer Party, wie ich zu den Gummibärchen greife- aus alter Gewohnheit. Die Industrie macht es einem auch manchmal schwer mit den ganzen versteckten tierischen Produkten.

  7. Julia sagt:

    Liebe Franzi,
    oh ich verstehe, deine Gedanken und Sorgen nur zu gut. Am liebsten möchte man alles richtig machen, aber das ist überhaupt nicht einfach. Immer wieder erwischt man sich dabei, wie man etwas „falsch“ macht, ohne, dass man es im ersten Moment gemerkt hat. Aber irgendwie ist immer irgendwas. Aber ich denke, du solltest dir keinen allzu großen Stress machen, der gute Wille ist ja da und du machst, was du kannst und das finde ich großartig. Kleine Schritte tragen schließlich zum großen Ganzen bei. Alles in Maßen ist besser, als in Massen.
    In diesem Sinne genieße deine Milch im Käffchen 🙂
    Liebste Grüße,
    Julia

  8. Irene sagt:

    Liebe Franzi,
    Gott sei Dank sind wir alle nicht perfekt. Wie langweilig wäre den das Leben wenn wir das wären. Über was sollten wir sprechen, über wen sollten wir lachen? Ich persönlich finde ja, jeder sollte sein Leben so führen wie er möchte. Ob Öko oder nicht ist dabei nicht unbedingt ausschlaggebend viel wichtiger ist das Zwischenmenschliche. Ich persönlich versuche Plastik zu vermeiden und aus meinem Haushalt zu verbannen. Ich kaufe keine Polyesterkleidung mehr und trenne mich wenn möglich von Altlasten, dass geht halt nur Step by Step. Wenn ich das wirklich super in Griff habe nehme ich mir ein neues erreichbares Ziel vor. Also besser nach und nach als gar nicht ist auf alle Fälle meine Devise.
    Lg. Irene
    http://www.moliba.blogspot.com

  9. Du sprichst mir so aus der Seele… Und irgendwie wird es immer schlimmer. Ich habe immer mehr das Gefühl, dass mir alle vorschreiben wollen, was ich zu essen habe und wie viel. Was und wo ich einkaufen muss und wie ich zu leben habe. Und manchmal bin ich es wirklich Leid, mich ständig rechtfertigen zu müssen, warum ich eben morgens mein Nutellabrot brauche, auch wenn es nicht gesund ist. Und warum ich es mir eben nicht leisten kann, in irgendwelchen Bioläden & Co. einzukaufen. Ein schlechtes Gewissen habe ich deswegen eigentlich nicht, denn ich denke immer noch, dass es meine Privatsache ist und dass es nicht jeden etwas angeht, aber es nervt einfach… Ich versuche auch so gut es geht auf Plastiktüten zu verzichten und eben nicht sofort alles wegzuschmeißen, sondern zu reparieren/recyceln oder was auch immer. Aber vieles (gerade in Bezug auf Essen) ist ja auch eine Geldfrage …

    Auf jeden Fall ein sehr sympathisch geschriebener Post 🙂
    Liebe Grüße
    Madie
    lucciola-test.blogspot.de

  10. Vanessa sagt:

    Das scheint gerade viele sehr zu beschäftigen. Ich denke dass es okay ist Milch in den Kaffee zu geben, wenn er besser schmeckt, und Leder zu tragen – auch wenn man einen Hund hat (wieso hat das eine mit dem anderen überhaupt irgendetwas zu tun? 😉 ).

    Aber ich kann sehr gut nachvollziehen, was du meinst und mit welchem Gefühl du zu hadern hast. Jeder trinkt seinen Kaffee jetzt mit Sojamilch, Plastik ist das neue „vegane“ Leder und überhaupt schickt es sich scheinbar nicht mehr Fleisch zu essen. Wenn ich auf meinem Blog mal ein Rezept hochlade von einer Kalbstajine, plagt mich der Gedanke, ob ich das überhaupt noch „darf“, weil in der großen weiten Bloggerwelt lieber Matchatee getrunken wird und Veggie Spring Rolls gegessen werden.

    Eigentlich ist das aber ein dummer Gedanke, denn ich esse gerne Fleisch – wenn auch nicht mehr so viel wie früher, und ich denke dass das ein erster Schritt ist – und dann (wie du geschrieben hast) versuche ich auch nicht das billigste zu kaufen, sondern achte darauf, dass es Bio-Fleisch ist.

    Ich glaube eigentlich schon, dass es immer noch besser ist kleine Dinge zu ändern, als gar nichts zu ändern. 100% nachhaltig zu leben würde sowieso heißen als kompletter Selbstversorger zu leben.

    Wenn du sagst, dass du versuchst dein Konsumverhalten ein wenig zurückzuschrauben, dass du keine Plastiktüten verwendest und kein Billigfleisch kaufst, dann denke ich, dass das zumindest kleine Schritte sind, die viel bewegen können.

    Ich glaube, dass das Thema Nachhaltigkeit nicht dem „Ganz oder gar nicht“-Prinzip folgen sollte. Denn alles was ein bisschen nachhaltigER ist, ist schon gut!

    Also lass dich nicht entmutigen!

    Liebe Grüße,
    Vanessa

  11. Michaela sagt:

    Oh ich glaube du sprichst vielen aus der Seele. Doch kann man wirklich auf alles achten? Kann man wirklich ein super stylisher Blogger sein, aber nie zu H&M & Co gehen oder immer frische Tulpen für Instagram parat haben und diese alle bei einem Blumenhändler kaufen anstatt bei Hofer? Fragen über Fragen, die du durch einen Artikel angeregt hast und ich glaube, viele Blogger denken langsam um!

    Ich bin gerne auf deinem Blog und ich finde, wenn man sich Gedanken macht, wie man nachhaltiger Leben kann, dann ist das auf jeden Fall schon einmal ein guter Ansatz, da hast du vielen was voraus!

    Mach weiter so 🙂

    xx Michaela
    von http://www.elastyle.at

  12. Dilara sagt:

    Liebe Franzi, ich finde man sollte da immer ein gewissen Mittelmaß finden, denn man kann es NIE allen perfekt machen und das sollte man auch nicht. Tu einfach das, wo du meinst es tut dir gut und schadet niemand anderen. Im Endeffekt denke ich mir manchmal „wenn nur ich umdenke und ändere bringt es nichts, wenn es der Rest dieser Welt aber dennoch nicht tut“. Ist sicher falsch so zu denken aber wie anstrengend wäre es, jede Tat zu überdenken :/ du machst sicher nichts falsch und schon allein, dass du dir Gedanken über sowas machst zeigt, dass du ein rücksichtsvoller Mensch bist 🙂 weiter so!

    Liebste Grüße Dilara von
    http://www.dilarafeenstaub.wordpress.com

  13. Liebe Franzi,

    ein toller Artikel. Du machst doch schon viel mehr als die meisten! Aber ich stimme vollkommmen zu: Als haetten viele Frauen nicht sowieso das Gefuehl alles perfekt machen zu muessen, kommen wir jeden Tag in den Genuss neuer Erkenntnisse, Regeln und Erleutungen, die uns zeigen warum wir unser Leben bisher voellig falsch gelebt haben und was ein perfekter Mensch anders machen wuerde. Die Perfektionsbesessenheit wir immer groesser und ich finde es ist Zeit dass wir sagen – Schluss damit:
    1. Ich lebe so wie es mir und meinen Lieben gut tut.
    2. Ich kann nicht in allem Perfekt sein, aber ich kann Prioritaeten setzen und bestimmen, was mir im Leben wichtig ist.
    3. OK ist gut genug; nicht vieles im Leben muss wirklich perfekt sein. Es ist Zeit Erwartungen zu managen, den inneren Anspruch an uns selbst herunterzuschrauben und das Leben zu geniessen…ohne all diese staendig nagenden Schuldgefuehle im Hinterkopf.

    Danke fuer deinen inspirierenden Post!
    LG Julia

  14. Nicole sagt:

    Das ist mir weitaus sympathischer als die „vegane Schwarzweißmalerei“, die einem vorgaukelt, es GÄBE überhaupt einen Weg, der für alle möglich ist.
    Das Bewusstsein ist wichtig und der erste Schritt!
    Ich hoffe du denkst auch beim Blumenkauf an die guten Vorsätze 😉 (und da sieht man wieder, dass man nicht sein ganzes Leben, Haus, Essen, Besitztümer einfach umkrempeln kann)
    http://www.arte.tv/de/aethiopien-rosen-gegen-den-hunger/103294,CmC=3204464.html

    • Franzi sagt:

      Na ja vielleicht gibt es auch diesen Weg! Ich habe gerade keine Ahnung ;). Aber genau solche Aussagen – denk bei deinem nächsten Blumenkauf daran. Meine Blumen stehen oft 10 Tage und mehr bei mir. Ich pflege das was ich kaufe sehr- aber es gibt selbst da Menschen die mich darin erinnern – so nicht.
      Liebe Grüße

  15. ekulele sagt:

    Ein toller Post, vor allem weil er mit gerade so gelegen kommt, mich das Selbe beschäft!

    Ich würde sagen, dass ich schon „gut“ grün unterwegs bin, aber immer wieder zweifel ich – „reicht es“, „geht da nicht noch mehr“, „wäre es nicht besser wenn“….
    Ich kaufe zB zu einer hohen Prozentzahl bio Lebensmittel, aber eben nicht immer im Bio-Laden, sondern auch mal bei ALDI und co. Da fängt es dann schon an…“ wäre eine Bio Gurke vom Bio Bauern nicht noch besser?“
    Irgendwie habe ich den Anspruch an mich selbst es noch „besser“ zu machen, aber dann gibt es eben auch Momente (so ehrlich muss ich sein), da denke ich nur „whattttt, ich zahle doch jetzt nicht das 3-fache für ne Paprika, nur weil sie bio ist“.

    Es ist wirklich nicht einfach!

    Am schwersten fällt es mir bei der Mode… für unseren Bauchzwerg fahre ich bisher eine klare Linie. Nur Kleider aus Organic Cotton (einen Post dazu gibt es bereits auf meinem Blog) oder eben Gebrauchtes. Aber bei mir selbst – da bin ich echt noch ganz „normal“ unterwegs… Aber ich mache mir Gedanken, viele! Und ich glaube, dass ist genau der richtig Weg bzw. Beginn. Wenn man anfängt sich Gedanken zu machen. Gedanken über das, was man täglich konsumiert. Über das, was einen so extremen Einfluss auf das eigenen Leben, die Gesundheit hat.

    Ich glaube, es wäre schon ein mega Schritt getan, wenn nur jeder sich so viele Gedanken machen würde du – oder auch ich 😉 Ich mag mich jetzt nicht in den Himmel loben, aber man muss auch einfach das sehen, was man schon tut! Das ist ein Anfang.

    Roman.ende. 😉

    Herzliche Grüße, Frauke von
    ekulele

  16. Barbara sagt:

    Das ist total schade, denn gerade die, dies versuchen, zumindest Teilbereiche zu verbessern, werden immer angegriffen. Dariadaria ist da das beste Beispiel dafür…

  17. mia sagt:

    Ach Gott, es wäre doch schlimm, wenn jeder „perfekt“ wäre, das gibt es eh nicht! Niemand ist 100% grün, nachhaltig, etc. außer er/sie lebt allein im Wald oder so 🙂
    Finde es eher wichtig, sich selbst treu zu sein, also Dinge nicht für andere oder nach außen hin zu machen, sondern für sich, weil man einfach selbst dahinter steht. Dann ist auch nichts gezwungen oder fühlt sich als Verzicht oder radikale Änderung an. So ist das zumindest bei mir. Ich esse jetzt seit 3,5 Jahren vegan und schreibe jetzt erst darüber, weil es vorher einfach nur mein Ding war, aber ich merke, dass viele daran interessiert sind. Ich würde aber nie von anderen erwarten, dass sie deshalb Veggie werden oder was weiß ich, oder jemanden verurteilen, denn ich bin ja auch selbst nicht perfekt.
    Also, was ich sagen will, es soll kein Druck sein, bewusster zu leben, hoffe, dass sich der Druck bei dir löst 🙂
    Ich merke den Druck ehrlich gesagt eher von Leuten, die überhaupt nicht „bewusst“ Leben (um es krass auszudrücken), die Fleisch egal woher essen und bei Primark einkaufen, das sind die Leute, die sagen „Ja, aber warum tust du dann dies und das“ und das nervt, aber das versuche ich zu ignorieren.

  18. Larissa sagt:

    Ich denke, dass jeder schon versuchen sollte seinen Teil zu einer besseren (grüneren) Welt dazu zugeben. Aber nur so viel wie er kann/möchte. Wenn jeder ein bisschen was tut, dann kann das große Ganze auch verbessert werden. Lieber ein wenig, als gar nichts. Auch kleine Schritte führen irgendwann zum Ziel!

    Setzt dich nicht zu sehr unter Druck. Liebe Grüße ♥

  19. Sabine Topf sagt:

    Ich habe lange nicht so einen guten Post gelesen. Vielleicht, weil er mir aus dem Herzen spricht. Ob man aus seiner Haut kann, da bin ich mir nicht so ganz sicher. Ich versuche es immer wieder und immer wieder merke ich, dass ich in sie zurückgezwängt werde.

    Klar kaufe auch ich seit einiger Zeit keine Plastetüten mehr und ärgere mich, wenn ich während des Einkaufs bemerke, dass mein Ökobeutel zu Hause liegt. Ich ernähre mich wirklich richtig gesund und stopfe mir manchmal eine ganze Tafel Schokolade mit einem Mal hinein, wo ein dezentes Lutschen den gleichen Effekt gebracht hätte. Und dann knabbert mein schlechtes Gewissen.

    Gern würde ich perfekt sein, aber bin ich dann nicht auch langweilig? Irgendwann erwischt es jeden Perfektionisten, dass ihm ein Ausrutscher passiert.

    Mal ganz ehrlich: Wenn man sein Leben so leben sollte, dass man immer das tun sollte, was man möchte, da das Leben so kurz ist – wer kann das schon? Dem Einen fehlt das Geld, dem Anderen die Zeit, dem Dritten der Mut…. Ich vertrete die Devise, das Beste mit seinem Leben zu machen. Ich versuche zu genießen, glücklich zu sein, mich über kleine Dinge wie über große zu freuen. Aber all das geht bei mir nicht immer ohne das Gefühl, alles richtig zu machen. Und da sind wir wieder am Anfang.

    LG Sabine

  20. Maddie sagt:

    Franzi, niemand ist perfekt oder muss perfekt sein! Ich glaube aber dass gerade diese Angst und dieser Druck viele Leute davon abhält überhaupt Gutes zu tun. Nach dem Motto „ganz oder gar nicht“. Das finde ich aber ganz falsch: besser 20% nachhaltig und 80% nicht nachhaltig zu leben als 100% nicht nachhaltig. Besser nur ein paar Lederschuhe alle zwei Monate statt ein neues paar jede Woche – ich glaube Maß und Ziel ist die beste Lösung. Ich bin in meinen Entscheidungen sehr radikal und extrem, jeder muss aber sein Tempo finden und so viel tun wie er für realistisch hält! Babysteps all the way 🙂 Wenn es dir hilft kannst du ja zum Beispiel sagen „ich esse nur an einem Tag der Woche Fleisch“ oder „ich kaufe ab jetzt zumindest Basics nachhaltig“ – das sind kleine Veränderungen die auf Dauer aber großen Impact haben! Mach dich nicht fertig! Sogar Menschen die 100% korrekt leben werden immer noch total kritisiert und angegriffen, das liegt in der Natur des Menschen.

    Big hug,
    Maddie & Mala

  21. Leni sagt:

    Ein richtig super Post!
    Manchmal muss man sich halt einfach klar werden, dass man nicht auf alles verzichten kann, was auch nur irgendwie schlecht für die Umwelt oder den Körper ist. Trotzdem sollte man versuchen seinen Alltag ein bisschen nachhaltig zu gestalten, soweit es eben möglich ist. Als Studentin kann ich mir halt nicht nur Fairtradeprodukte kaufen, das weiß ich und kann damit leben weil ich auch weiß, dass ich ab meinem ersten richtigen Gehalt mehr darauf achten kann, weil ich einfach mehr Geld zur Verfügung haben werde. Trotzdem werde ich auch dann noch das ein oder andere kaufen wo andere sagen würden, dass man das nicht machen darf weil das ja sooooo schlecht für die Umwelt ist, aber thats life.
    Liebe Grüße 🙂

  22. Liebe Franzi,

    Da das genau mein Thema ist, will ich jetzt mal meinen Wiener-Senf dazu abgeben 😉 ich finde deinen Artikel sehr sympathisch weil er authentisch ist und man genau deine Gedankengänge verstehen kann. Ich selbst betreibe einen Fairfashion-und Sustainability-Blog. Darin versuche ich fair hergestellte und/oder nachhaltig produzierte Kleidung, Schuhe und Co. aus umweltfreundlichen Materialien zu featuren und führe quasi Tagebuch darüber wie es mir mit der Umstellung von Massenproduktion zu Nieschenteilen so geht….weil leicht is es ja nicht, aber bis dato machbar für mich. Seit ungefähr zwei Monaten versuche ich allerdings zusätzlich (zum Großteil) auf Kosmetika zu verzichten, die man an Tieren getestet hat. Trotzdem kaufe ich hin und wieder ein, zwei Kosmetikprodukte, die aus meinem Konzept fallen. Es gibt zum Beispiel eine Chanel-Creme, die ich abgöttisch liebe und immer benutze. Ich denke nicht, dass ich aufhören werde sie zu kaufen, weil es etwas ist, das mir wirklich sehr gut tut (Meiner Haut, meinen Sinnen wegen des Duftes) An dieser Stelle muss man sich die Frage stellen: Handle ich deshalb im Allgemeinen nicht umweltbewusst und tierfreundlich? Die Antwort lautet nein. Ich handle vielleicht WENIGER umweltbewusst und tierfreundlich als jemand der vollkommen vegan lebt oder komplett auf Kosmetik verzichtet, die an Tieren getestet wurde, aber ich handle nicht NICHT umweltbewusst oder tierfreundlich. Was ich damit sagen will: Es gibt meines Erachtens nach Abstufungen. Wenn man so lebt, wie die meisten in unserer Kultur erzogen worden sind, sprich Muttermilch-trinkend (Kuh), Fleisch-essend, Massenprodukte-konsumierend, aber auch nur einmal über all das nachdenkt und zum Beispiel eine Sache in seinen Alltag einbaut, die umweltbewusst ist (zB Müll trennen), tut man doch bereits etwas in die richtige Richtung. Wieso ist es erst etwas Wert, wenn ich zu 100 Prozent etwas tue und zu 100 Prozent so und so handle? Das ist ja als gäbe es bei mir in Wien nur entweder einen Sommer mit 30 Grad von April bis August und einen Winter mit Minus 10 Grad von September bis März. Wo wäre der Frühling oder der Herbst? Auch wenn viele denken, dass es nur Sommer und Winter gibt, ist das nicht richtig. Es gibt immer Abstufungen. Und ein Umdenken der ganzen Gesellschaft geht nicht von heute auf morgen. Das muss wachsen. Schritt für Schritt. Aber wie soll es jemals vollkommen sein, wenn es nie Schritte dorthin geben darf, sondern das Vollkommene SOFORT eingefordert wird, es aber realistisch nur in Schirrten möglich ist? Ich finde Leute, die Radikales einfordern und Leute kritisieren, die das was sie sich erwarten nicht sofort umsetzen, haben nicht verstanden wie sich eine gewisse Gesinnung durchsetzt. Nämlich Schritt für Schritt mit Geduld und Verständnis dafür, dass es jeder in seinem Tempo und in seinem Ausmaß macht.

    Liebe Grüße an dich aus Wien und schreibe weiter so authentische Texte!
    Lisa

  23. Jessica sagt:

    Super Post! Ich denke man soll einfach ein bisschen bewusster leben, wie du bereits schreibst, nicht das billige Fleisch nehmen usw. Das schlimme ist unsere Industrie, die wirst du auch nicht ändern können, wenn du ab heute nur noch Fair Trade kaufst und Veganerin bist.
    Keiner von uns ist 100 %ig perfekt und wird es nie sein. Dein Ansatz ist gut und darauf kommt es an.

    Liebe Grüße

    Jessica

  24. Isabella sagt:

    Ich fühle da genauso wie du. Seit ca 2 Jahren beschäftige ich mich ganz intensiv mit Tierschutz, mir war vorher zum Beispiel gar nicht Reichweite und Gegenwärtigkeit von Tierversuchen in der Kosmetik bewusst. Ab dem Moment wuchs der Druck, das Gewissen meldete sich nicht nur in dem Bereich und schon bald darauf durfte ich mir trotz streng auferlegten Regeln von mir an mich selber anhören und durchlesen, dass man nur als Veganerin eine echte Tierschützerin sein darf.
    Ich versuche es mittlerweile differenzierter zu sehen. Ich kann die Welt nicht in allen Bereichen retten. Man kann Zeichen setzen, man kann sich einsetzen, Dinge in Bewegung bringen, auch wenn man mal bei H&M einkauft, Fleisch und Eier konsumiert – wenn man das alles bewusst macht (z.B. in Maßen, von bestimmten Quellen, usw.).
    Jeder der jemand anderem anmaßt ein schlechter Mensch zu sein, sollte einmal reflektieren, wo er selber noch nicht zu 100% ein Gutmensch ist. Das fängt beim Kauf eines Handys und anderer technischer Geräte an und geht über die Mascara von L’Oreal und die Lederarmbanduhr von Daniel Wellington weiter.
    Warum setzen sich nicht alle mit ihrem Beitrag für eine gute Welt ein und nutzen den Aufwand andere zu kritisieren besser dafür ein aufzuklären und auf höheren Ebenen etwas zu verändern – sei es mit Petitionen oder sonstigem. Wie hier viele auch schon geschrieben haben geht es um das große und ganze – ein gesellschaftlicher Schritt, der nicht von heute auf morgen passieren wird.
    Ich habe großen Respekt vor Veganern und Vegetariern und Sea Sheperd Mitgliedern sowie vielen anderen Aktivisten und Menschen die einen positiven Beitrag leisten. Ich möchte mich aber aufgrund dem worauf ich verzichte und wofür ich mich einsetze, auch zu einem Teil dieser Menschen zählen dürfen.

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